Bankenskandal von

Klage gegen Hypo-Abbaubank Heta:
Wiener Kanzlei beantragt Insolvenz

Erste Spuren der erwarteten Klagswelle - Kanzlei will außergewöhnlichen Weg wählen

Bankenskandal - Klage gegen Hypo-Abbaubank Heta:
Wiener Kanzlei beantragt Insolvenz © Bild: Reuters/Heinz Peter Bader

Das von der Finanzmarktaufsicht (FMA) verhängte Zahlungsmoratorium der Hypo-Abbaubank Heta lässt in und außerhalb Österreichs eine Klagswelle erwarten. In Frankfurt ist eine erste Klage der deutschen Hypo Real Estate eingegangen. Von einer Wiener Anwaltskanzlei steht sogar ein Insolvenzantrag gegen die Heta bevor.

Die Wiener Kanzlei Brandl & Talos will einem Bericht des Magazins "Format" zufolge für ihren Mandanten, einen großen britischen Fonds, einen außergewöhnlichen Weg beschreiten: Sie will Konkursantrag gegen die Heta beim Landesgericht Klagenfurt einbringen.

Dies hätte zwar voraussichtlich eine Zurückweisung zur Folge, wird vorweg eingeräumt. Mit dieser Entscheidung wolle die Kanzlei dann aber per Gesetzesbeschwerde zum Verfassungsgerichtshof (VfGH) gehen. "Diese Vorgehensweise kann Heta-Gläubigern sehr viel Zeit und Geld ersparen", wird der Rechtsanwalt Ernst Brandl zitiert.

Baden-Württembergische Staatsbank Gläubigerin

Zu den deutschen Heta-Gläubigern gehört auch die Baden-Württembergische L-Bank. Deren Papiere der Hypo Alpe Adria, die mittlerweile als Heta Asset Resolution firmiert, haben einen Wert im zweistelligen Millionenbereich, wie die L-Bank in der "Stuttgarter Zeitung" bestätigte. Für diese, so die süddeutsche Förderbank weiter, bestehe eine Ausfallbürgschaft des österreichischen Bundeslandes Kärnten.

Genau diese Kärntner Bürgschaft ist mit dem einstweiligen Schuldenmoratorium bzw. der Ankündigung des Heta-Schuldenschnitts von österreichischer Seite Anfang März für nichtig erklärt worden. Die L-Bank, eine Staatsbank, stellt selber auf ihrer Homepage fest, mit expliziter, unbedingter und unwiderruflicher Garantie ihres Eigentümers, des Landes Baden-Württemberg ausgestattet zu sein.

Die baden-württembergische Landesbank LBBW teilte indes auf Nachfrage der Zeitung mit, dass sie keine Papiere der Heta hält - im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Geldinstituten.

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