Schwerer Verdacht von

Causa Hypo: Überwiesen sich Bosse selbst 20 Millionen?

Kulterer und Striedinger sollen sich an ihrer Bank bereichert haben

Schwerer Verdacht - Causa Hypo: Überwiesen sich Bosse selbst 20 Millionen? © Bild: REUTERS/Leonhard Foeger

Wenn ein Manager seine Firma schädigt, ist das schlimm genug. Wenn er seine Befugnisse missbraucht, um dabei selbst abzukassieren, ist das jedoch noch einmal ganz etwas Anderes. Wolfgang Kulterer, Ex-Chef der Hypo Alpe Adria, wurde bisher zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt, Günter Striedinger, sein einstiger Vize, zu vier Jahren. Obwohl beide im Gefängnis sitzen, war noch nie ernsthaft davon die Rede, sie hätten persönlich Geld der Hypo eingesteckt. Das ist jetzt schlagartig anders. Und damit erscheint die gesamte Hypo-Causa in einem völlig neuen Licht. NEWS hat den Polizeibericht zum geheimen Firmengeflecht.

NEWS und dem Radiosender „Ö1“ liegen brisante Unterlagen vor. Konkret handelt es sich dabei um den Abschluss-Bericht der Kriminalpolizei-Einheit SOKO Hypo zu zwei zusammengehörenden millionenschweren Kreditprojekten der Kärntner Hypo in Kroatien. Die Anwaltskanzlei „Held Berdnik Astner & Partner“ (hba) hat die Ermittlungen zu den Projektfirmen „AB Maris“ und „Darija“ 2010 mit einer Anzeige angestoßen. Vier Jahre lang arbeiteten die SOKO und die von der Bank eingesetzte „CSI Hypo“ an dieser Teil-Causa. Und diese Arbeit hat sich offensichtlich ausgezahlt.

Anonyme Wertpapierdepots am Arlberg

Bisher haben Kulterer und Striedinger nämlich immer abgestritten, selbst an dem Tourismus-Projekt, in das rund 68 Millionen Euro von der Hypo geflossen sind, beteiligt gewesen zu sein. Bei dem Projekt soll bis heute nichts gebaut worden sein. Nach dem geglückten Verkauf an einen Investor wurde die Einstellung der Ermittlungen gefordert. Dann wäre freilich folgendes nie ans Tageslicht gekommen: anonyme „Nummerndepots“ bei einer Bankfiliale in Lech am Arlberg, die – laut SOKO – Kulterer und Striedinger zuzurechnen sind und die laut Ermittlern zeigen, dass die Ex-Bankmanager bei zumindest einem Projekt finanziell mitgeschnitten haben, für das sie gleichzeitig selbst Zahlungen bewilligten. Doch der Reihe nach: Im Jahr 2000 verkaufte die Gemeinde Vodnjan auf der kroatischen Halbinsel Istrien riesige Grundstücke direkt am Meer. Den Zuschlag erhielten zwei mit Hypo-Krediten finanzierte Firmen: die AB Maris Tours d.o.o. und die Darija d.o.o.. Laut Ermittlungsbericht hatte ein Hypo-Berater namens Milan N. die Finger im Spiel. Nach außen hin traten aber „Vertrauensleute“ bzw. „Strohmänner“ auf. So sagte etwa Nevia M., der zehn Jahre lang offiziell Geschäftsführer der Darija war, als Zeuge aus: „Die Funktionen wurden mir von Milan N. angeboten. Mit N. habe ich gemeinsam in einer Musik-Band gespielt. (...) Meine Anfangstätigkeit war die eines Chauffeurs für N.. Nur, wenn es zu Unterschriftsleistungen für Darija d.o.o. kam, war ich Verantwortlicher (...).“

Die ganze Story finden Sie im aktuellen NEWS im Zeitschriftenhandel oder als E-Paper Version.

Kommentare

Jeder ehrlicher Arbeiter der monatlich von seinem ohnehin gringen Einkommen Lohnsteuern bezahlt muss sich ordertlich verars... vor kommen.
Mit einem (richtigen) Parteibuch ist man bei uns für JEDE Fuktion qualifziert. Den Rest zahlt wer anderer. (Nationalbank, ORF, Flughafen, Richter, Staatsanwälte, Polizei usw.)

Oliver-Berg

Ich kenne eine ganze Latte von seriösen Bankern und gar nicht seriöse Bankster. Gerade bei einem Kreditportfolio was schon vor der Finanzkrise doppelt faul war, sollte man die Machenschaften aller mit der Kreditvergabe befassten Topmanager in allen Ländern genauer unter die Lupe nehmen. Da werden noch einige Leichen auftauchen.

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