Vorstände wollten fette Boni

Obwohl die Hypo die Steuerzahler bereits mit mehr als zwei Milliarden belastet

Wortreich bemühte sich Gottwald Kranebitter, der Vorstandsvorsitzende der seit 2009 notverstaatlichten Hypo-Alpe-Adria- Gruppe, bei der Bilanzpräsentation bestimmte Fragen nicht zu beantworten. Ein heikles Thema wurde nicht einmal im Ansatz aufs Tapet gebracht: die Gehälter der vier Vorstandsmitglieder. Und das hat, wie NEWS in Erfahrung bringen konnte, einen handfesten Grund: Insider wissen, dass sich die Vorstände heimlich berechnen lassen wollten, in welcher Höhe sie einen Bonus kassieren könnten.

von Die Hypo-Vorstände © Bild: APA/Herbert Pfarrhofer

Dabei räumen die vier Herren, die das notverstaatlichte Institut leiten, auch ohne Bonus nicht schlecht ab: 2,47 Millionen Euro wurden dem Hypo- Vorstand 2012 überwiesen. Vor drei Jahren waren es noch rund zwei Millionen Euro gewesen. Neben diesen üppigen Gehältern existiert tatsächlich eine Bonus-Vereinbarung.

Und diese sieht in etwa so aus: Sollte der Wert der Bank drei Jahre nach der Notverstaatlichung höher sein als zum damaligen Zeitpunkt, kassieren die Manager einen kleinen Prozentsatz des Zugewinns. Dies wurde als fair angesehen, da die Vorstände nur kassieren, wenn auch die Republik als Alleineigentümer der Bank profitiert. Der Bonus soll mit dem 3,5fachen Jahresgehalt der Vorstände gedeckelt sein. Nun dürfte es Auffassungsunterschiede gegeben haben, ob es zu einer Wertsteigerung der Hypo gekommen ist. Bislang konnte jedenfalls keine einzige Tochterbank verkauft werden. Und der Abverkauf war bereits vor drei Jahren als Ziel definiert worden.

Aufsichtsrat: keine Boni

Trotzdem plante die Hypo-Spitze, ein Bewertungsgutachten in Auftrag zu geben. Dieses sollte die Höhe möglicher Boni festlegen. Ob dieser Plan auch bis zum Ende ausgeführt wurde, darüber hüllen sich alle Beteiligten nun in Schweigen und Dementis. „Selbst wenn, dann kann es nicht mehr als eine Rechenübung gewesen sein“, heißt es aus der Bank. „Seit 2011 wurde kein einziger Mitarbeiter mit einem Bonus bedacht“, so ein Sprecher der Hypo.

Aufsichtsratsvorsitzender Johannes Ditz betont: „Wir haben in der Hypo keine Boni- Diskussion.“ In den nun abgeschlossenen neuen Vorstandsverträgen sei überhaupt kein Bonus mehr vorgesehen. „Auch aus den alten Verträgen wurde kein Bonus bezahlt und auch vom Vorstand gegenüber dem Aufsichtsrat nicht verlangt“, erklärt Ditz. Als Hypo-Aufseher durfte sich Ditz im vergangenen Jahr mit seinen drei Aufsichtsratskollegen über eine Vergütung von insgesamt 127.500 Euro freuen. Neben Ditz sitzen Rudolf Scholten, Alois Steinbichler und Helmut Draxler im Kontrollorgan der Hypo.

Fass ohne Boden

Für den Steuerzahler erweist sich die Hypo als Fass ohne Boden. Über zwei Milliarden an Steuergeld wurden bereits in die Zentrale nach Klagenfurt überwiesen. Weitere 700 Millionen Euro sollen noch heuer folgen. Nicht zu vergessen die bestehenden Ausfallshaftungen des Landes Kärnten und der Republik Österreich in der Höhe von 16,5 Milliarden Euro.

Die vollständige Geschichte lesen Sie im aktuellen NEWS 11/2013!

Kommentare

Die Naziwurzeln der Brüsseler EU, scheint auch in Österr. ihre Wurzeln geschlagen zu haben Das gesamte Buch "Die Naziwurzeln der Brüsseler EU" http://www.relay-of-life.org/de/chapter.htmlhttps:// Demokratie- adeee www.youtube.com/watch?v=Yzpr40c3wLo

diedl303 melden

Das scheinen wohl die Raubritter der modernen Zeit zu sein . . . Schon wieder der Kranbitter . . . seine Anwälte sollten angeblich, hervorragende Kontakte zur Justiz besitzen, wenn nicht dieser selbst auch.
Beschämend ist, wie augenscheinlich in div. Verfahren, trotz Belastungs- und Veräußerungsverbot, unmündigen Kinder, ihres, Ihnen zustehenden Erbteiles entledigt werden zu scheinen ! ? !

diedl303 melden

Die einmündenden Kinder, sind mittlerweile 6 und 7 Jahre jung und jedes Faire Verfahren wurde Ihnen vermutlich offensichtlich verwehrt . . . Die Raiba verdiente und der Kranabitter erhielt die Liegenschaft . . . Ob das noch mit rechten Dingen zugegangen ist, wage ich zu bezweifeln - ups, vermeintliche Gesprächsaufzeichnungen sollten angeblich sehr aufschlussreich sein - oder ?

Diese Leute um Kranebitter sind wohl toll geworden! Für nix Leistung nix Boni, das ist die alte Gleichung. Wer bezahlt die "Gut"achten, Herr Kranebitter selbst? Schon vor 2 Jahren kam der Verdacht, als bekannt wurde, K. möchte bei einem allfälligen Mehrwertsverkauf Prämien cashen. Mittlerweile finde ich Treichl, Rothensteiner, Stepic, und Co. extrem unterbezahlt!

Was bilden sich diese jederzeit abkömmlichen Vorstände eigentlich ein , bei Lohnverhandlungen für Arbeitnehmer muß um jeden Cent hart verhandelt werden, und die wollen Bonuszahlungen in einer Höhe welche ein Normalverdiener in 20 Jahren niicht verdienen kann. So bringt man die Massen lansam auf die Palme, bis es einmal kracht, und dann sind wieder die kleinen Bürger schuld.

Nudlsupp melden

Also, 2 Milliarden liegen schon drin, 700 Millionen folgen noch, dazu noch Haftungen in einer Größenordnung von 16,5 Milliarden, also in Summe über 19 Milliarden Euro Risiko für uns alle. Dieses Risiko konnte noch nicht zurück gefahren werden.

Aus meiner Sicht der Dinge ist diese Bank ohne unser aller Haftungsübernahme nicht mal den symbolischen Euro wert. Und wenn kein Wert da ist, ist dieser wohl auch nicht gesteigert worden.

Im übrigen fände ich es nicht mal schlimm, wenn man wirkliche Sanierungsprofis unabhängig vom Parteibuch auf diese Vorstandsposten hieven würde, und diese statt einem Gehalt, eine Beteiligung bekommen würden, die sich an der Entlastung der Steuerzahler orientiert.

Der aktuelle Vorstand hat sich aber für ein Gehalt entschieden, zu dem er seine Arbeitskraft dem Unternehmen zur Verfügung stellt. Fühlt er sich unterbezahlt, kann er jederzeit sein Glück bei einer anderen Bank versuchen. Schon alleine daran wird es scheitern.

Ivoir
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Wie ich lese, hat die Hypo dem Steuerzahler 2Mrd. rausgeleiert, das ist ein guter Erfolg und verdient deshalb auch einen fetten Boni. ;-)

Am besten den Faymann noch einen fetten Boni dazu, das dem sein grinsen vergeht. Wer braucht heut zu Tage noch die Banken. Die können alle verschwinden.

Ja Ja die Gier ist ein Luder. Unverschämt und Unmoralisch diese Forderung. Aber diese Herren kennen anscheinend keine Moral.

@manipura: Richtig!! Das verursacht Brechreiz.

Monika Freischitz
Monika Freischitz melden

So ein Zufall dass der unsympathische Ditz dem unfähigen Kranebitter den Vertrag verlängert noch bevor Kärnten einen neunen LH hat...
Ein Schelm wer da böses denkt...

Aber Bonus fordern auch noch,

Nudlsupp melden

Es ist schon alleine der Zusammenhang interessant, daß überall dort wo, aus wirtschaftlichen Unvermögen Probleme entstanden sind, die braven "Parteisoldaten" in Aufsichtsräten etc. nicht weit weg sind...... Sie haben vollkommen Recht.... Ein Schelm wer böses dabei denkt .......

RobOtter
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Die Herren sollten doch wissen wie es funktioniert und jedem Mitarbeiter auf´s Auge gedrückt wird.
Gibt es eine Zielerreichung? Wenn nein: Kündigung, wenn ja: sind Bonuszahlungen vertraglich festgehalten: wenn nein: kein Bonus, wenn ja:Bonuszahlungen.
Ich fürchte es wird eher schon an der ersten Fragestellung scheitern...


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Mit anderen Worten: Die Intelligenz der Handelnden verhält sich umgekehrt proportional zur Dramatik der Situation.
Willkommen in Absurdistan.

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