Hypo Alpe Adria soll erst 2010 an Börse:
Ergebnis 2006 von Swap-Verlusten gedrückt

Laut Vorstand Verlängerung der Anleihe möglich Bilanzsumme 2006 auf 30 Mrd. Euro angewachsen

Der stets spätestens für 2008 angekündigte Börsegang der Kärntner Hypo Group Alpe Adria dürfte sich nun doch verzögern. Wie Vorstandsdirektor Siegfried Grigg in der "Kleinen Zeitung" erklärte, sei das Going Public nun bis 2010 ins Auge gefasst. Dass die vom Land Kärnten begebene 500-Mio.-Euro-Wandelanleihe nur bis 2008 läuft, ist laut Grigg kein Problem. "Die Anleihe kann vom Land verlängert werden, das stand im Prospekt."

Die Bilanzsumme des vor allem nach Südosteuropa orientierten Geldinstitutes ist nach Aussage Griggs im Jahr 2006 auf rund 30 Mrd. Euro angewachsen. Die im Vorjahr bekannt gewordenen Swap-Verluste dürften das Ergebnis aber drücken. Grigg: "Die Swaps bedingten hohe Refinanzierungskosten, so dass das Ergebnis auf knapp 200 Mio. Euro sinkt."

Ergebnis von 350 Mio. Euro prognostiziert
Zum Vergleich: 2005 betrug das Ergebnis 228 Mio. Euro, und im vergangenen Herbst hatte Ex-Vorstand Wolfgang Kulterer noch ein Ergebnis von 350 Mio. Euro prognostiziert. Grigg meinte in der "Kleinen Zeitung", mit dem Ergebnis von 200 Mio. Euro werde man "besser sein, als viele Außenstehende dachten".

Kulterer nicht zurück in den Vorstand
Der von der Grazer Wechselseitigen Versicherung (GraWe) in den Bankvorstand entsandte Grigg verteidigte auch die Entscheidung, seinen Vorgänger Kulterer als Aufsichtsratschef zu "behalten". Ohne ihn wären jene Investoren rund um Tilo Berlin, die im Herbst 125 Mio. Euro in die Bank gesteckt hatten, "nicht eingestiegen". Die gleiche Gruppe soll im laufenden Quartal noch einmal 125 Mio. investieren. Eine Rückkehr Kulterers in die Vorstandsetage der Hypo schließt Grigg allerdings aus.

"Zeitachse bis 2010"
Zum Börsegang erklärte Grigg, man habe sich mit dem Land Kärnten auf eine "Zeitachse bis 2010" verständigt. Natürlich könne der Börsegang auch früher erfolgen, durch die erfolgreiche Kapitalerhöhung habe man jedoch ein "längeres Zeitfenster".

Tilo Berlin will 25 Prozent
Derzeit - nach der Kapitalerhöhung von 125 Mio. Euro - halten die Kärntner Landesholding 47,05 Prozent, die GraWe Gruppe 43,43 Prozent und die Mitarbeiterprivatstiftung sowie die neue Investorengruppe je 4,76 Prozent an der Hypo Alpe Adria International AG. Die Investorengruppe um Tilo Berlin und dessen Partner Konrad Hings wird nach der zweiten Tranche der Kapitalerhöhung 9,1 Prozent der Anteile an der Hypo halten. Mittelfristig will sie 25 Prozent plus eine Aktie erlangen.

(apa/red)