Hunderttausende in den USA ohne Strom: Winter hat große Teile des Landes im Griff

Wetter für Tod von ca. 20 Menschen verantwortlich Schweden: Drei Tote nach einem schweren Orkan

Hunderttausende in den USA ohne Strom: Winter hat große Teile des Landes im Griff

Der Winter hat mit Eisregen und Schnee große Teile der USA im Griff. Am Sonntag waren etwa 450.000 US-Haushalte ohne Strom, die meisten von ihnen in Missouri. Die Behörden machten das Wetter für den Tod von mindestens 20 Menschen verantwortlich, unter anderem durch witterungsbedingte Verkehrsunfälle. Auf vereisten Straßen gab es demnach mehr als 200 Unfälle. Elf Tote wurden aus Oklahoma gemeldet, sechs in Missouri, zwei in Texas und einer aus New York.

Auf dem Flughafen des texanischen Dallas wurden am Sonntag 415 Flüge abgesagt. Der Gouverneur von Missouri, Matt Blunt, sprach von einem Sturm in drei Wellen. "Wir sind in der letzten Welle."

Notstand in Missouri
In Missouri wurde der Notstand ausgerufen, was den Einsatz der Nationalgarde ermöglicht. Nationalgardisten gingen von Tür zu Tür, um nach den Bewohnern zu sehen. Auch die Regierung des Bundesstaats Texas forderte die Nationalgarde an, nachdem heftige Regenfälle dort zu Überschwemmungen geführt hatten.

Kälterekord in Kalifornien
In Los Angeles in Kalifornien wurde mit 2,2 Grad Celsius ein Kälterekord gemessen. Wegen der Kältewelle auch in anderen Orten hatte Gouverneur Arnold Schwarzenegger den Notstand ausgerufen. Im vergangenen Juli wurde Kalifornien von einer Hitzewelle mit bis zu 48 Grad Celsius bei Los Angeles heimgesucht. Damals starben fast 70 Menschen in dem Bundesstaat.

Auch Europa betroffen
Umgestürzte Bäume und zerstörte Stromleitungen: Über Teile Europas sind erneut heftige Winde und Regenschauer hinweggefegt. In Schweden kamen zwei Menschen bei orkanartigen Unwettern ums Leben.

SCHWEDEN: Bei einem schweren Orkan im Süden Schwedens sind mindestens drei Menschen getötet worden. Wie die Polizei berichtete, wurden drei Menschen von umstürzenden Bäumen erschlagen. Unter den Opfern war demnach ein neunjähriger Bub. Auch zwei Männer im Alter von 60 und 25 Jahren kamen ums Leben. Nach Angaben von Meteorologen erreichte der Sturm Geschwindigkeiten bis zu 144 Stundenkilometern.

230.000 Haushalte ohne Strom
Knapp eine Viertelmillion Haushalte in Schweden sind zu Wochenbeginn durch den schweren Sturm der vergangenen Tage von der Stromversorgung abgeschnitten. Wie ein Sprecher der Elektrizitätsgesellschaften im Rundfunksender SR angab, müssen die 230.000 Betroffenen bis zu eine Woche auf den Wiederanschluss an das Stromnetz warten.

Aufforderung, Haus nicht zu verlassen
Die Bevölkerung in Schweden und in Norwegen wurde aufgefordert, nach Möglichkeit das Haus nicht zu verlassen. Der Sturm, dessen Ausläufer auch Dänemark erreichten, war der heftigste seit dem Orkan "Gudrun" im Jänner 2005. Seinerzeit waren zahlreiche Menschen getötet worden, fast eine halbe Million Haushalte musste tagelang ohne Elektrizität auskommen.

DEUTSCHLAND: Starke Böen an der See und kräftiger Wind im Binnenland bescherten dem Norden ein stürmisches Wochenende. Für die Feuerwehr in Schleswig-Holstein und Hamburg blieb es dennoch weitgehend ruhig. In Berlin und Brandenburg verursachten umgestürzte Bäume, abgerissene Bauplanen und heruntergefallene Dachziegel einige Schäden. Verletzte gab es nach Angaben der Feuerwehr nicht.

NORWEGEN: Eine Ölpest hat am Wochenende nach einer Frachter-Havarie bei stürmischer See die norwegische Westküste bedroht. Ein zypriotisches Schiff war am Freitagabend auf dem Weg in den russischen Hafen Murmansk in der Nähe von Bergen auf Grund gelaufen und in zwei Teile gebrochen. Der Frachter "Server" hatte rund 600 Tonnen Treibstoff an Bord. 370 Tonnen liefen aus und bedrohten ein Vogelschutzgebiet nahe der Inselgemeinde Fedje. Rettungskräfte konnten am Sonntag 130 Tonnen Öl bergen.

MALAYSIA: Schwere Regenfälle in Südmalaysia haben mehr als 90.000 Menschen in die Flucht getrieben. In vielen Dörfern in der südlichsten Provinz Johor stand das Wasser am Sonntag bis zur Dachkante, und die Pegel stiegen noch. Die Menschen, die aus ihren Häusern flüchten mussten, wurden in Notunterkünften untergebracht. Die selbst für die Regenzeit ungewöhnlich heftigen Regenfälle der vergangenen vier Wochen haben eine der schlimmsten Überschwemmungen in 100 Jahren ausgelöst. Die Schäden werden auf umgerechnet rund 15 Millionen Euro geschätzt.

POLEN: Mehrere tausend Menschen waren am Samstag in der ostpolnischen Region Podlachien ohne Strom. Herabstürzende Bäume hatten Stromleitungen unterbrochen, meldete die polnische Nachrichtenagentur PAP. Besonders betroffen waren ländliche Regionen um die Kleinstadt Lomza. Dort mussten die Mitarbeiter der Elektrizitätswerke bereits zum zweiten Mal innerhalb einer Woche die Leitungen nach Sturm- Havarien wieder instandsetzen.

ITALIEN: Italien erlebt den wärmsten Winter seit 150 Jahren: Bereits seit vergangenem Oktober lägen die Temperaturen um drei bis fünf Grad über den zu dieser Jahreszeit üblichen Höchstwerten, zitierten italienische Medien Meteorologen. Außergewöhnlich warm sei es vor allem im Norden, wo teilweise Temperaturen von rund 20 Grad gemessen wurden. Spitzenreiter war am Wochenende Aosta, wo die Quecksilbersäule auf 22 Grad kletterte. In Rom stiegen die Temperaturen immerhin auf rund 16 Grad. In vielen süditalienischen Regionen blühen bereits die Mandelbäume.

ÖSTERREICH: Eine 72-jährige Frau ist am Freitag im Burgenland schwer verletzt worden, als sie im Sturm bei einem Friedhofsbesuch in Mönchhof (Bezirk Neusiedl am See) von einem umstürzenden Grabstein getroffen wurde. Zum Zeitpunkt des Unglücks haben orkanartiger Wind und Regen geherrscht. Die Verletzte wurde ins Landeskrankenhaus Eisenstadt gebracht.

(apa/red)