Hunde von

Sie sind keine Mörder

Hunde - Sie sind keine Mörder © Bild: News/Ian Ehm

Innerhalb weniger Tage ereigneten sich in Deutschland Anfang April zwei Fälle tödlicher Hundeattacken. Im südhessischen Bad König soll, ein Albtraum, ein Staffordshire-Mischling einen sieben Monate alten Säugling in den Kopf gebissen haben. Die Todesursache wird von der Gerichtsmedizin allerdings noch eruiert. Die Eltern des Kindes verweigern jede Aussage. Eindeutig ist der Fall des letalen Angriffs eines Staffordshire-Terriers auf seine Halter in Groß-Buchholz, einem Stadtteil von Hannover. Eine 52-jährige, pflegebedürftige Frau und ihr 27-jähriger, schwer kranker Sohn erlagen den Bissen ihres Hundes. Jahrelang hatten sie das Tier in einem Käfig in ihrem Einfamilienhaus gehalten. Auslauf soll der Hund laut Aussagen der Nachbarn nur selten bekommen haben. Der örtlichen Tierschutzbehörde war der Fall seit 2011 bekannt. Zwei Kontrollbesuche in den Jahren 2014 und 2016 ausgenommen, wurde nichts unternommen. Der Hund soll nun getötet werden.

Derart drastische Fälle sind in Österreich nicht bekannt. Dass zahlreiche Halter nicht wissen, wie sie mit ihren umgangssprachlich "Kampfhunde" benannten caninen Wesen zusammenleben sollen, ist ein Faktum. Zahlreiche der behördlich als "Listenhunde" geführten Haustiere, darunter Staffordshire und Bullterrier, werden im Tierschutzhaus abgegeben, da sich die Halter überfordert fühlen. "Viele sehen in gewissen Hunderassen eine Art Statussymbol. Sie wollen sich durch einen 'scharfen' Hund mächtiger fühlen", erklärt Oliver Bayer, Sprecher des Wiener Tierschutzvereins.

© iStockphoto.com Ein friedlicher "Kampfhund"

Obwohl ein Hundeführschein für diese Rassen verpflichtend ist, unterziehen sich nicht alle Besitzer eines "Listenhundes" dieser Prüfung. Die Hunde werden hart gedrillt. Das verstört und verunsichert die Tiere. Dass Rassen wie Staffordshire, Mastiff und Rottweiler extrem menschenbezogen sind, wissen nur die wenigsten. Im Wiener Tierschutzheim werden Hunde, die falsch gehalten wurden, von Trainern liebevoll resozialisiert. Behutsam vermitteln die Trainer des Wiener Tierschutzvereins den Hunden, dass nicht alle Menschen böse sind. In den meisten Fällen gelingt die Integration.

Interessenten können erste Kontakte mit den Trainingshunden in Form einer Patenschaft knüpfen. Bei regelmäßigen Spaziergängen mit dem Hund seiner Wahl kann man feststellen, ob man einer zuvor gequälten Kreatur wirkliches Glück verschaffen kann.

Information: wiener-tierschutzverein.org

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