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Barfen: 9 Dinge, die man über die
Rohfleischfütterung wissen muss

Hunde-Ratgeber - Barfen: 9 Dinge, die man über die
Rohfleischfütterung wissen muss © Bild: istock

Ernährungstrends gibt es nicht nur bei uns Menschen, sondern auch bei Tieren. So beschäftigen sich Österreichs Hundehalter schon länger mit dem Trend "BARF". Wir zeigen, wie sinnvoll das rohe Futter ist, welche Gefahren es birgt und was man bei dieser Ernährung beachten muss.

THEMEN:

1. Was ist Barf?

Die eingedeutschte Übersetzung lautet „Biologisch artgerechtes rohes Futter“. Wer also seinen Hund mit Barf versorgt, der setzt auf die Fütterung von Rohkost und Rohfleisch. Als Erfinder dieser Fütterungweise gilt der Australier Dr. Ian Billinghurst. Er propagiert, Hunden nur rohes Fleisch und Knochen zu füttern und kein kommerzielles Futter, welches häufig viel Getreide enthält, das für Hund ungesund und „unnatürlich“ sei. "Seit dem Jahr 2004 ist barfen für Hundehalter in Österreich ein Thema. Der Trend setzt sich immer noch fort", weiß Christine Iben, Univ.-Prof. auf der Veterinärmedizinischen Universität Wien.

2. Was enthält eine Barf-Mahlzeit?

Eine BARF-Mahlzeit setzt sich aus rohem Frischfleisch, ungekochtem Obst und Gemüse, Getreide und gelegentlich Knochen zusammen. Zusätzlich müssen den Futterrationen bestimmte Nährstoffpräparate, Fette und Öle sowie Mineralien zugesetzt werden.

3. Was sind die Vorteile beim Barfen?

Wissenschaftliche Quellen, die positive Auswirkungen der Rohfütterung belegen, gibt es bis dato nicht. "Es gibt keine Studien dazu", bestätigt Veterinärmedizinerin Christine Iben. Belegt sei nur, dass die durchschnittliche Lebenserwartung des Hundes steigt, wenn der Hundehalter auf Fertigfutter verzichtet und selbst für sein Tier kocht. Das liege aber nicht nur an der Ernährung, wie Iben weiß: "Menschen, die sich so sehr um ihr Tier kümmern, dass sie extra kochen, kümmern sich meist auch in allen anderen Belangen besser um ihr Haustier. Daher auch die erhöhte Lebenserwartung."

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4. Worin liegen die Gefahren beim barfen?

Auch zu den negativen Auswirkungen der Rohfütterung gibt es noch keine langfristigen wissenschaftlichen Studien. "Es geht darum das Tier bedarfsgerecht zu versorgen", sagt die Expertin. Eine zu hohe Kalziumzufuhr führe bei Welpen großwüchsiger Rassen zu Wachstumsstörungen. Vor allem Jungtiere großer Rassen sind gefährdet. Auch der hygienische Aspekt sei zu beachten.

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5. Besteht Infektionsgefahr über das Fleisch?

Ja. Die Übertragung von verschiedenen Krankheitserregern, wie Bakterien, Viren, Parasiten können bei der Rohfütterung eine Gefahr für Mensch und Tier darstellen.Etwa ein Viertel der regelmäßig mit rohem Fleisch gefütterten Hunde scheidet Salmonellen aus. "In vielen Therapiehundevereinen ist barfen aus diesem Grund verboten", weiß Tierärztin Christine Iben. Man müsse sich der Gefahren bewusst sein, vor allem alte Menschen und Kinder können ansteckt werden.

6. Ist rohes Fleisch zu füttern natürlicher?

Der Hund stammt vom Wolf ab und der frisst auch rohes Fleisch. Klar, oder? Nicht ganz, denn zwischen Wolf und dem heutigen Haushund liegen gut 20.000 Jahre. Eine Zeitspanne, die für die Evolution eines Tieres durchaus von Bedeutung ist, wie auch Expertin Iben bestätigt: "Zwischen Hund und Wolf gibt es inzwischen genetisch Unterschiede, vor allem was das Cognitive, die Verdauung und den Stoffwechsel betrifft." Der Hund habe sich an das kohlenhydratreiche Futter, das er durch den Menschen bekommt, angepasst.

7. Was muss man beim Einstieg ins Barfen beachten?

Die meisten Hunde würden eine Umstellung rasch vertragen. Damit die Verdauung des Hundes sich auf Barf einstellen kann; sollte die Futterumstellung jedoch langsam erfolgen. "Ich würde zuerst einmal mit kleineren Mengen anfangen und schauen wie es der Hund verträgt", rät die Expertin. Am besten sei es eine der beiden Mahlzeiten mit Barf zu ersetzen. Abwechslung auf dem Speiseplan sorgt dafür, dass Hunde rundum ausgewogen ernährt werden. Ein weiterer weitverbreiteter Fehler ist das Füttern von zu vielen Knochen. Im Verhältnis zum Fleisch ist der Anteil der Knochen relativ gering.

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8. Wie komme ich zum Fleisch?

Es gibt Barf-Shops oder Fleischereien, die sich in diese Richtung orientieren. Man könne in Barf-Shops bereits sehr bequem übers Internet bestellen, das Futter wird als Paket mit Trockeneis zugestellt

9. Rezeptbeispiel für eine Barf-Mahlzeit

Die Menge des nachfolgenden Menüs ist auf einen Hund von 10 kg Gewicht ausgelegt.
Das Ergebnis ist die Tagesration. Diese kann auf ein oder zwei Mahlzeiten aufgeteilt werden:
• 175 g durchwachsendes Rindfleisch
• 75 g fein geraspelte Karotte
• eine halbe Gurke,
• ein viertel Rote Rübe,
• ein viertel Apfel,
• ein halber Teelöffel Lachsöl, welches laut diesem Beitrag reich an Omega-3-Fettsäuren ist,
• ein wenig körniger Frischkäse und ein wenig Eigelb zum Verfeinern.

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