Hunde und Katzen von

Wenn der Donner grollt

Was tun, wenn der Vierbeiner unter Angst vor Gewittern leidet?

Hunde und Katzen - Wenn der Donner grollt © Bild: News/Ian Ehm

Noch bevor die ersten Wolken aufziehen, wird Hund Leopold unruhig. Die Augen sind weit geöffnet, der groß gewachsene Rüde zittert. Ein Windstoß weht den Vorhang an der Terrassentür ins Zimmer. Der Himmel verdunkelt sich, Blitze erhellen den Raum, Donner grollt. Nun ist Leopold nicht mehr zu halten, schiebt sich unter das Sofa, lugt mit einem Auge unter der Decke hervor. Nicht einmal das feinste Leckerli kann ihn aus seinem Versteck holen. Denn Leopold ist einer von zahlreichen seiner Artgenossen, die unter Angst vor Gewittern leiden.

Auch Katzen, gleich ob Stubentiger oder an die Natur gewöhnte Freigänger, sind vor der Gewitterangst nicht sicher. Katze Rosina etwa spürt jeden Sturm, jedes Gewitter, aber auch jeden Wolkenbruch bereits Stunden, bevor er losbricht, und tritt den Rückzug unter den Kasten an.

"Es ist ganz typisch und eine sinnvolle Überlebensreaktion, dass Tiere Versteckmöglichkeiten und während des Gewitters einen sicheren Ort aufsuchen. Das hilft ihnen auch, mit der Angst umzugehen", erklärt Tierärztin Christine Arhant von der Veterinärmedizinischen Universität in Wien. Rückzugsmöglichkeiten sollten daher in jedem Haushalt, in dem Hunde und Katzen wohnen, vorhanden sein. Feline Freigänger sollten jederzeit Zugang ins Innere des Hauses haben. Dafür reicht auch eine Katzenklappe.

Mit ängstlichen Hunden sind Spaziergänge bei Unwettern zu vermeiden. An Tagen, an denen Gewitter drohen, sollte man seinen Hund nie zu weit vom Haus oder vom Auto entfernt ausführen.

All das ist aber nicht genug, "denn Tiere leiden unter ihren Ängsten. Bleiben diese unbehandelt, werden sie immer stärker", erklärt Arhant. Deshalb sollte man rechtzeitig professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Bei schweren Fällen ist ein Tierarzt aufzusuchen. Keinesfalls sollte man seinem Tier ohne veterinärmedizinische Beratung Medikamente zur Beruhigung verabreichen.

Bei milderen Fällen kann ein Tiercoach Abhilfe schaffen, einer wie Leo Dekrout. Der Trainer der Wiener Hundeschule "Hundefragen" bietet spezielle Kurse für Lärm-Desensibilisierung bei "Angsthunden" an.

Bis der Hund gelernt hat, dass er Gewitter nicht fürchten muss, hilft nur Zuneigung. Liebevolles Zureden wird dem Gefährten auf vier Pfoten die Angst nicht nehmen, aber zumindest erleichtern. Das sollte selbstverständlich sein.

Kurse gegen Angst bei: www.hundefragen.at

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