Hunde von

Anstand ist Gebot

Hunde - Anstand ist Gebot © Bild: News/Ian Ehm

Sebastian kann es kaum erwarten, aus dem Auto zu steigen. Das Geräusch der Reifen, die sich langsam über den Schotterweg bewegen, ist dem Setter seit Welpentagen bekannt. Es ist der Auftakt für ein paar Stunden Freiheit. Abseits jedweder Zivilisation kann er ganz er selbst sein. Seinen Jagdtrieb ausleben, fremden Gerüchen nachgehen und wilde Spezies aufspüren. Ausflüge in den Donau-Auen verheißen ihm immer Abenteuer. Auf ein Erlebnis aber an einem heißen Sonntag im Juli hätte er sicher gern verzichtet. Sein stürmischer Aufbruch ins kühlende Nass der Donau wurde umgehend bestraft. Seine Halter ließen ihn laufen, denn sie wussten, dass ihr Hund die Wege kannte und auf ihre Zurufe reagieren würde. Nach wenigen Minuten aber stürmte er zurück zum Wagen. Was war geschehen? Ein braunes Wesen auf vier Pfoten mit plattem Schwanz verfolgte den Hund. Der Fall war rasch geklärt. Ein Biber hatte sein Nest und seine Nachkommen verteidigt.

Sebastian hatte noch Glück, denn nur selten beschränken sich Tiermütter darauf, Eindringlinge zu verjagen. Ob Biber oder Kuh ist egal, sie reagieren ähnlich, wenn sie Mütter sind. Geht es darum, ihre Kinder zu schützen, kennen sie kein Pardon und greifen jeden an, der ihren Jungen gefährlich werden kann, erklärt Hundetrainer Leo Dekrout. "Wer mit seinem Hund in der Natur unterwegs ist, sollte stets bedenken, dass er sich in einen fremden Lebensraum begibt. Man kann nicht erwarten, dass die Tiere, die dort leben, Rücksicht nehmen."

© iStockphoto.com Hunde: Rücksicht ist der beste Schutz

Zum Schutz des Gefährten auf vier Pfoten sollte man über ihn wachen wie eine Mutter über ihr Kind. Man sollte den Hund sanft, aber bestimmt zur Ruhe mahnen, wenn er ausgelassen über einen Badestrand am See, eine Almwiese oder durchs Waldesdickicht stürmen will.

Die Folgsamkeit des Hundes dient seiner eigenen Sicherheit. "Zeigt er sich bereits beim Aussteigen aus dem Auto quirlig, ist der Hund sofort an die Leine zu nehmen. Erst wenn er sich beruhigt hat, kann man ihn, je nach der Gesetzeslage des Ortes, freilassen. Den Hund aus eigener Bequemlichkeit freizulassen, um sich und ihm das Zerren an der Leine zu ersparen, kann für alle gefährlich werden", erklärt Dekrout.

In der Hundeschule "Hundefragen" lehrt Dekrout Mensch und Tier, wie man sich in der freien Natur richtig zu verhalten hat.

Denn schließlich geht es nur um eines: Sicherheit. Die besten Garanten dafür sind Anstand und Rücksicht gegenüber anderen Lebewesen.

Was meinen Sie? Schreiben Sie mir bitte: zobl.susanne@news.at