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Humanitäre Hilfe in Jemens Hauptstadt zusammengebrochen

Hilfsorganisationen mussten Leistungen vorerst einstellen

Nach der Eskalation der Gewalt im Jemen ist die humanitäre Hilfe in der Hauptstadt Sanaa fast völlig zusammengebrochen. Wegen der Sicherheitslage hätten alle Leistungen vorerst eingestellt werden müssen, teilten mehrere internationale Hilfsorganisationen am Dienstag mit.

Der eskalierende Konflikt verschärfe die bereits katastrophale humanitäre Situation, warnten CARE, Oxfam, Save the Children und andere Organisationen. Sie forderten eine sofortige Waffenruhe in Sanaa. In dem Bürgerkriegsland war in der vergangenen Woche das Bündnis zwischen den schiitischen Houthi-Rebellen und den Anhängern des Ex-Präsident Ali Abdullah Saleh zerbrochen. In Sanaa brachen heftige Kämpfe zwischen beiden Seiten aus. Kampfflugzeuge der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition bombardierten Houthi-Stellungen. Bei den Kämpfen töteten die Rebellen am Montag auch Ex-Präsident Saleh.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) erklärte am Dienstag über Twitter, bei einem Luftangriff am Sonntag sei in der Stadt Haja nordwestlich von Sanaa auch ein von ihr unterstütztes Krankenhaus beschädigt worden. Auf medizinische Einrichtungen werde im Jemen vorsätzlich keine Rücksicht genommen.

Nach rund drei Jahren Bürgerkrieg erlebt der Jemen derzeit eine der weltweit schlimmsten humanitären Krisen. Von den 27 Millionen Einwohnern des Landes sind nach UN-Angaben rund zwei Drittel auf Lebensmittelhilfe angewiesen. Wegen einer Blockade der saudi-arabischen Koalition kommen aber zu wenige Güter ins Land. Die UN warnten, wegen der Blockade drohe dem Land eine Hungerkatastrophe.

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