Hubschrauber vor England abgestürzt: 6 Todesopfer aus eiskaltem Meer geborgen

Helicopter sollte Arbeiter zu Bohrinsel bringen

Bei einem Hubschrauberabsturz vor der Nordwestküste Englands sind vermutlich alle sieben Insassen ums Leben gekommen. Der Helikopter stürzte am Mittwochabend beim Anflug auf eine Gas-Plattform in der Bucht von Morecambe aus noch ungeklärter Ursache ins Meer. An Bord waren fünf Arbeiter des britischen Gasversorgers Centrica sowie zwei Besatzungsmitglieder. Bis Donnerstagnachmittag wurden aus dem eiskalten Wasser die Leichen von sechs Männern geborgen. Nach einem Vermissten wurde noch gesucht.

Die Überlebenschancen für den siebenten Insassen wurden von der Polizei jedoch als "gering" eingestuft. An der Suche in 40 Kilometern Entfernung von der Küste beteiligten sich neben Schiffen der Seenotrettung und der Küstenwache auch Helikopter der britischen Luftwaffe. Bei den Todesopfern handelt es sich um vier Arbeiter im Alter von 48 bis 60 Jahren, die mit der Förderung von Gas beschäftigt waren, sowie um die beiden Piloten. Zu deren Alter wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Der Unfall ereignete sich nach Angaben der Polizei bei normalen Wetterbedingungen als es dunkel war. Die Ermittler sprachen von einem "Routineflug", bei dem die Arbeiter von einer Plattform zur anderen gebracht werden sollten. Mehrere andere Arbeiter mussten zusehen, wie der Helikopter beim Anflug auf ihre Plattform ins Trudeln geriet und ins Meer stürzte. "Niemand hat bis dahin etwas Ungewöhnliches bemerkt", sagte ein Polizeisprecher.

In der Gegend, in der sich das Unglück ereignete, wird bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten Gas gefördert. Die beiden größten Felder North und South Morecambe liegen etwa 40 Kilometer von der Küste entfernt. Auf den Plattformen sind rund um die Uhr knapp 150 Arbeiter beschäftigt, die in der Regel mit Hubschraubern zur Arbeit gebracht und abgeholt werden.

(apa/red)