HSV-Niederlage in Berlin in aller letzter Sekunde: Mönchengladbach gewinnt wieder

Bayern am Boden. Neo-Coach Hitzfeld fassungslos PLUS: Alle Ergebnisse der aktuellen Runde & Tabelle

HSV-Niederlage in Berlin in aller letzter Sekunde: Mönchengladbach gewinnt wieder

Auch beim Debüt von Huub Stevens auf der Trainerbank ist dem Hamburger SV der zweite Saisonerfolg in der deutschen Bundesliga versagt geblieben. 24 Stunden nach der Übernahme des Amtes durch den Niederländer verloren die abstiegsbedrohten Hanseaten in letzter Sekunde mit 1:2 bei Hertha BSC und "verteidigten" damit die "Rote Laterne".

Laas brachte die Gäste in der 33. Minute in Führung, nachdem HSV-Neuerwerbung Frank Rost in der 9. Minute einen Foulelfer von Pantelic pariert hatte. Friedrich glich erst in der 78. Minute für die Berliner aus und der Brasilianer Mineiro versetzte den Hanseaten mit dem 2:1 vor mehr als 47.000 Zuschauern in der 92. Minute den k.o.-Schlag.

Einen Tag nach der Niederlage sind die Spieler des HSV von wütenden Fans heftig angepöbelt worden. Eine im Kreis von 250 Zaungästen aggressiv auftretende Gruppe von rund 20 Fußballanhängern versperrte den Profis am nächsten Morgen den Weg zum Trainingsplatz und beschimpfte sie. Geschmacklose Gesänge ("Wenn ihr absteigt, schlagen wir euch tot") ertönten, und auf einem Spruchband wurde gefordert: "Vorstand raus".

Mönchengladbach kann doch noch gewinnen
Dagegen beendete die Borussia aus Mönchengladbach unter Jos Luhukay als Nachfolger von Jupp Heynckes die schwarze Serie und landete mit dem 2:0 in Bielefeld durch Tore von Insua und Jansen ihren ersten Auswärtssieg in dieser Saison, ist allerdings als 16. weiterhin in der Abstiegszone zu finden.

Mainz schaffte mit dem 0:0 in Frankfurt gegen die Eintracht (ohne Markus Weissenberger) den siebenten Punkt seit dem Rückrundenstart und nimmt nach dem neunten Saison-Remis den vorletzten Platz ein, ist allerdings in Tuchfühlung zum rettenden Ufer. Die Hessen (10. Unentschieden) liegen auch nur vier Punkte vor dem Karneval-Verein. Für Aufsteiger Alemannia Aachen hat sich die Situation nach der 1:4-Heimschlappe gegen Hannover verschlechtert, während Wolfsburg (3:2 durch zwei Hanke-Tore) nun vier Punkte vor einem Abstiegsplatz liegt.

Bayern am Boden - Hitzfeld fassungslos
Die Rückkehr von Ottmar Hitzfeld in die deutsche Bundesliga hat nicht den erhofften Trainereffekt mit sich gebracht. Der Nachfolger von Felix Magath war nach dem 0:3 von Bayern München beim 1. FC Nürnberg fassungslos: "Dass es schwer wird, wusste ich. Dass es so schwer wird, ist überraschend. Jetzt weiß ich, dass noch viel Arbeit auf mich zukommt", meinte der 58-Jährige.

Nicht nur der schlechteste Rückrunden-Start seit 1975 führte zu Entsetzen in der Führungsriege der Bayern. Vor allem der schwache Auftritt seiner Mannschaft kam für Hitzfeld unerwartet: "Ich habe große Fehler in der Abstimmung gesehen, auch Undiszipliniertheiten", meinte Hitzfeld, der die Innenverteidiger Lucio und Van Buyten rügte. Das Ziel von der Verteidigung der Meisterschaft will Hitzfeld noch nicht aufgeben: "Das primäre Ziel muss aber ein Champions-League-Platz sein. Der dritte Platz ist wichtig für das wirtschaftliche Potenzial des Vereins."

Hitzfeld hatte das taktische Konzept auf zwei Viererketten in Abwehr und Mittelfeld umgestellt, weil nach dem Abgang von Michael Ballack zu Chelsea noch immer kein Spielmacher gefunden wurde. Im Finish ging in Nürnberg dennoch die Ordnung verloren. "Wir sind am Ende untergegangen. Wir haben im Moment zu viele Baustellen", stellte Hitzfeld fest.

(apa/red)