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HSV-Krisensitzung ohne Folgen

Trainer Bert van Marwijk bleibt (vorerst) im Amt - nun kommen allerdings die Bayern

Rafael van der Vaart enttäuscht © Bild: GEPA pictures/ Witters/ Matthias Hangst

Knapp acht Stunden debattierte am Sonntag der Aufsichtsrat über die Krise des Bundesliga-Gründungsmitglieds Hamburger SV. Rausgekommen ist nichts. "Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es kein Ergebnis zu verkünden", sagte HSV-Mediendirektor Jörn Wolf. Die Aufsichtsratsmitglieder hatten sich durch den Hintereingang aus dem Hotel gestohlen.

Bert van Marwijk bleibt Trainer. Er werde am Montag beginnen, "die Mannschaft auf das Pokalspiel gegen Bayern vorzubereiten", betonte Wolf und erklärte, eine weitere Sitzung sei nicht anberaumt worden.

Einen Tag nach dem 0:3 gegen Hertha BSC und den heftigen Fan-Attacken auf die Mannschaft mussten zunächst der Vorstandsvorsitzende Carl Jarchow und Sportchef Oliver Kreuzer zum 75-minütigen Rapport antreten. Alle Szenarien wurden offenbar diskutiert: Eine Ablösung von Jarchow, von Kreuzer und auch des glücklosen Trainers standen anscheinend zur Debatte. Dabei stand immer wieder der Name von Felix Magath als neuer starker Mann beim HSV im Raum.

Spieler des HSV schleichen bedrückt vom Platz
© GEPA pictures/ Witters/ Valeria Witters Die HSV-Spieler schlichen wie geprügelte Hunde vom Platz

Nie zuvor war die Lage derart bedrohlich beim HSV. Unter der Führung des Niederländers Van Marwijk hat der HSV sechsmal in Folge verloren und ist als Tabellenvorletzter in akute Abstiegsnot geraten. Den Trainer beurlauben kann nur der Vorstand, der das allerdings ablehnt. Die Regel kann umgangen werden, indem der Aufsichtsrat den Vorstand mit Jarchow und Kreuzer entlässt und eine kommissarische Führung einsetzt.

Kommt Magath als Retter?

Der Aufsichtsrat soll sich nach Informationen des "Hamburger Abendblatt" bereits vor einigen Tagen mit Felix Magath getroffen haben. Im Radisosender WDR 2 sagte der gebürtige Franke am Sonntag: "Wenn mir jemand so eine Aufgabe anbieten würde, könnte ich mir Gedanken darüber machen. Bis jetzt ist es nicht passiert."

Van Marwijk soll den HSV am Mittwoch im DFB-Cup-Viertelfinale gegen Bayern München und am Samstag beim Tabellenletzten Eintracht Braunschweig betreuen. Kreuzer: "Wenn ich wüsste, ein anderer Trainer sitzt draußen, und mit dem spielt die Verteidigung besser, wechsle ich gleich morgen. Aber das Gefühl habe ich nicht." Van Marwijk appellierte verzweifelt an die Spieler: "Wir steigen nicht ab. Wir haben noch 14 Spiele."

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