Leben von

Die häufigsten und die
skurrilsten Diebstähle in Hotels

Vom Bademantel bis zur Matratze. Plus: Was welche Nation am liebsten mitgehen lässt

Hotel-Rezeption © Bild: Shutterstock.com

Haben Sie schon mal Duschgel oder einen Bademantel aus dem Hotel mitgehen lassen? Das ist - wenn auch nicht legal - noch gar nichts! Wirklich spektakulär wird es, wenn Sie eine Matratze oder - Aufgepasst! - ein Klavier als "kleines" Souvenir mit nach Hause nehmen. Jaja, so etwas soll es geben. Der Hotel-Guide "Wellness Heaven" hat 937 Hoteliers befragt und die haarsträubendsten Antworten in puncto Hotel-Diebstähle bekommen.

Nach wie vor beliebtes Diebesgut sind Handtücher (79,1%), knapp gefolgt von Bademänteln (65,3%). Auch Kleiderbügel (50,3%) wandern gern vom Hotel- in den privaten Schrank. Schon etwas ungewöhnlicher ist die Mitnahme von Decken (14,9%), Pölstern (12,9%) und Geschirr (10,9%). Und man staune über Gäste, die keinen Aufwand scheuen, hoteleigene Glühbirnen (6%) auszuschrauben. Wobei man dann doch eigentlich auch gleich die ganze Lampe (4,2%) mit nach Hause nehmen kann.

Hier und da mag es sogar vorkommen, dass ein Gast einen Fernseher (4,6%) oder sogar eine Matratze (2,6%) mitgehen lässt. So etwas muss man erst mal schaffen! Obgleich es sich hier natürlich - wie übrigens auch in sämtlichen anderen Fällen - um einen ausgewachsenen Diebstahl handelt. Will heißen: Egal ob Handtuch- oder Matratzen-Klau - beides verstößt gegen das Gesetz. Wobei Ersteres natürlich häufiger als Kavaliersdelikt betrachtet wird.

Die skurrilsten Hotel-Klaus

Jetzt wird es aber erst so richtig interessant! Denn neben den häufigsten hat "Wellness Heaven" auch die skurrilsten Diebstähle erfragt. Als da wären ...

Badeamaturen

Wenn wir Badeamaturen schreiben, meinen wir nicht bloß einen simplen, leicht abschraubbaren Duschkopf. Nein! Vielmehr handelt es sich hier etwa um den Kopf einer Regen- oder einer Hydromassage-Dusche. Und glauben Sie's oder nicht, aber manch einer hat sich auch schon einen Toilettensitz, ein Abflussrohr oder gleich ein ganzes Waschbecken zu eigen gemacht, wie von einem Berliner Hotel berichtet wird.

Ein Piano

Ein Hotelier aus Italien berichtet gegenüber "Weallness Heaven": "Als ich einmal durch die Lobby lief, fiel mir auf, dass irgendetwas fehlte. Kurz darauf erfuhr ich, dass drei unbekannte Männer in Overalls das große Piano abtransportiert hatten. Es tauchte natürlich nie wieder auf." Ganz schön bitter! Wir gehen aber davon aus, dass das Hotel gut versichert war.

Klavier
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Eine Musikanlage

Wer nicht selbst musizieren kann oder will, setzt auf diverse technische Geräte - wie eben auf eine Stereoanlage. So berichtet ein Hotelbesitzer aus dem Sauerland, dass die gesamte derartige Gerätschaft des Wellness-Bereichs geklaut wurde. Da mussten sich die Gäste dann wohl in aller Stille entspannen.

Zimmernummern

Hier kann man wohl weniger von einem konkreten Nutzen als von einem ... sagen wir mal originellen Souvenir sprechen. In einem Hotel in England hatte ein Gast die Nummern von seiner Zimmertür abmontiert. "Wir haben das erst bemerkt, als der nachfolgende Gast sein Zimmer nicht finden konnte", erzählt die Hoteldirektorin. Dumm gelaufen!

Wildschweinkopf an der Wand
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Ausgestopfte Jagdtrophäen

Jetzt mal ganz ehrlich: Ausgestopfte Tierköpfe, die von der Wand glotzen sind ... okay, Geschmackssache. Offenbar hat aber genau so ein Ding den Geschmack eines Hotelgasts in Frankreich getroffen. Er wurde dabei erwischt, wie er versuchte, einen Wildschweinkopf zu klauen. Letztlich kam er dann aber doch noch zu der ersehnten Trophäe: Freunde kauften dem Hotel das gute Stück ab und schenkten es dem verhinderten Dieb zur Hochzeit.

Ein komplettes Speiseservice

Gut Ding braucht Weile. Das mag sich ein Hotelgast gedacht haben, der über mehrere Monate hinweg immer wieder Teller, Tassen, Besteck und Gläser aus dem Restaurant mitgehen hat lassen. Bis er schließlich das komplette Service zusammen hatte.

Andere Länder, anderes Diebesgut

Um es mit den Worten von "Wellness Heaven" zu formulieren, folgt der deutsche Hotelgast "einem eher langweiligen Diebstahlverhalten". Neben Handtüchern und Bademänteln nimmt er in erster Linie Kosmetik mit nach Hause. Dagegen zeigen sich die Österreicher von ihrer genussorientierten Seite: Sie stibitzen besonders gern Geschirr und Kaffeemaschinen. Italiener wiederum bevorzugen Weingläser als Hotel-Souvenir, bei Schweizern rangiert der Haarföhn weit oben im Ranking.

Klopapier
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Und weiter: "Der Franzose hingegen klaut schon etwas spektakulärer: Er vertritt die Nation, die mit Abstand am häufigsten Fernsehgeräte und Fernbedienungen mitgehen lässt." Last but not least sehen holländische Hotelgäste in ihren Mitbringseln vor allem den praktischen Nutzen: Zu ihren Favoriten in Sachen Diebesgut zählen Glühbirnen und Toilettenpapier.

Die Umfrage wurde im Mai und Juni 2016 durchgeführt. Insgesamt wurden 937 Antworten von Hoteliers ausgewertet, das Ergebnis kann damit als repräsentativ angesehen werden. Im 4-Sterne-Segment wurden 517 Hoteliers befragt, im 5-Sterne-Segment 420. Wellness Heaven bewertet Wellnesshotels in Europa und Asien.

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