Hosp gewinnt Super-G in Aare, Kostelic den Weltcup: Konkurrentin Pärson scheidet aus

Dorfmeister sorgt als Zweite für ÖSV-Doppelsieg Kostelic holt sich drittes Mal "Große Kristallkugel"

Der Jubel von Nicole Hosp über ihren ersten Super-G-Sieg ist am Donnerstag in Aare jenem von Janica Kostelic über den Gewinn der großen Kristallkugel für den Gesamtweltcup um nichts nachgestanden. Die Tirolerin fuhr nach drei Riesentorlauferfolgen und einem Slalomsieg zum ersten Mal in einem Weltcup-Speed-Rennen auf das oberste Treppchen des Podests, Zweite mit 0,27 Sekunden Rückstand wurde Disziplinen-Weltcupsiegerin Michaela Dorfmeister.

Anja Pärson hatte nach ihrem Abfahrtssieg am Mittwoch das Rennen um die große Kugel noch offen gehalten, nach dem Ausfall im Super G lag die Trumpfkarte allerdings bei der mit 154 Punkten Vorsprung in Führung gelegenen und nach der Schwedin ins Rennen gegangenen Kostelic, die schließlich Vierte wurde und damit eine Punktlandung hinlegte. Mit 204 Zählen mehr auf der Habenseite ist sie zwei Rennen vor Schluss (Slalom am Freitag, Riesentorlauf am Samstag) nicht mehr einzuholen. Pärson bleibt die Hoffnung auf die Riesentorlauf-Kugel.

Am dritten Gesamtsieg von Kostelic hatte ohnehin niemand mehr gezweifelt, die Sensation des Tages war aber Hosp, die am Mittwoch bereits Abfahrtsvierte auf der WM-Strecke von 2007 geworden war. "Ein Wahnsinn, das habe ich mir nie gedacht, ich kann das gar nicht glauben", sagte die Speed-verliebte 22-jährige Bichlbacherin unmittelbar nach dem Super-G-Triumph. Die Slalom-Silbermedaillengewinnerin von Torino 2006 hat nun bereits Siege in drei Disziplinen auf dem Konto. "Das fühlt sich gut an", meinte die Fünfte im Gesamtweltcup.

Dass es im erst vierten Weltcup-Super-G schon zum Sieg reicht, hätte sie allerdings selbst nicht gedacht: "Ich war sehr überrascht, ich dachte nicht, dass ich schon so gut bin, ich bin sehr stolz darauf und habe das noch nicht richtig realisiert", sagte Hosp, die sich eigentlich gar nicht so gut gefühlt hatte und nach ihrer Fahrt nicht glaubte, dass das für Platz eins reichen könnte: "Mir ist es nicht so gut gegangen. Und es sind noch einigte oben", lautete der frühe Kommentar der mit Nummer 8 Gestarteten.

Dorfmeister glücklich
Doppel-Olympiasiegerin Dorfmeister freute sich über einen "sehr würdigen Abschied. Ich wollte wieder auf das Podium fahren und hatte von der Früh an ein sehr gutes Gefühl. Ganz anders als gestern, da bin ich den ganzen Tag nur von negativen Gedanken getragen worden. Heute war ich locker im Kopf und hatte Freude am Skifahren." Über Team-Kollegin Hosp meinte sie: "Sie hat schon sehr gute Leistungen gezeigt, dass sie schon jetzt gewinnt, überrascht mich aber etwas. Doch der Kurs ist sehr technisch und ihre Nummer war gut, deshalb konnte ich sie heute nicht schlagen."

Auf den Rängen sieben bis elf folgte ein Österreicherinnen-Paket mit Andrea Fischbacher, Alexandra Meissnitzer, Marlies Schild, Kathrin Zettel und Elisabeth Görgl, Silvia Berger wurde 13., alle acht ÖSV-Läuferinnen waren damit klassiert.

Martina Ertl-Renz überraschte mit einem dritten Platz am Ende ihrer Karriere: "Ein großer Tag für mich, das ist mein bestes Saisonergebnis. Schön, dass ich so meine Super-G-Karriere beenden kann", sagte die Deutsche, die sich wie Dorfmeister und die Französin Carole Montillet-Carles in dieser Woche in Aare vom Zirkus verabschiedet.

Ergebnis Super G:
1. Nicole Hosp AUT 1:19,45 Min.
2. Michaela Dorfmeister AUT +0,27 Sek.
3. Martina Ertl-Renz GER +0,43
4. Janica Kostelic CRO +0,87
5. Julia Mancuso USA +0,89
6. Lindsey C. Kildow USA +0,92
7. Andrea Fischbacher AUT +1,05
8. Alexandra Meissnitzer AUT +1,18
9. Marlies Schild AUT +1,23
10. Kathrin Zettel AUT +1,25
11. Elisabeth Görgl AUT +1,30
12. Libby Ludlow USA +1,32
13. Silvia Berger AUT +1,68
14. Lucia Recchia ITA +1,79
15. Kirsten L. Clark USA +1,82
16. Nadia Styger SUI +1,85
17. Emily Brydon CAN +1,86
18. Kelly Vanderbeek CAN +1,96
19. Tina Maze SLO +1,99
20. Carole Montillet-Carles FRA +2,06
21. Genevieve Simard CAN +2,54
22. Ingrid Jacquemod FRA +2,97

(apa/red)