WM-Qualifikation von

Matchwinner Hosiner

"Man of the Match" gegen Färöer hofft nun auf einen Startplatz gegen Irland

WM-Qualifikation, Österreich, Färöer © Bild: GEPA pictures/Walgram

Beim 6:0 der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation gegen die Färöer ist ein Spieler zur prägenden Figur avanciert, für den eigentlich die Ersatzbank reserviert war. Philipp Hosiner erfuhr am Freitag erst wenige Minuten vor dem Anpfiff, dass er anstelle des an Adduktorenproblemen laborierenden Marc Janko von Beginn an einlaufen würde. Trotzdem präsentierte sich der Angreifer sofort hellwach und leitete mit zwei schnellen Toren (8., 20.) den höchsten Sieg der ÖFB-Auswahl seit 1999 (7:0 in der EM-Qualifikation gegen San Marino) ein.

Als "Man of the Match" wollte sich der Austria-Goalgetter danach aber nicht bezeichnen. "Das würde ich nicht sagen. Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung", sagte er. Da sich Janko seine Blessur während der Woche zugezogen hatte und sein Einsatz zumindest fraglich war, wurde Hosiner zuletzt im Training so integriert, als ob er in der Stammelf stehen würde. "Ich war von vornherein eingestellt, von Beginn an zu spielen, und habe auch mit der Anfangsformation aufgewärmt", erzählte der Burgenländer.

Das brachte den gewünschten Erfolg, wodurch sich Hosiner nun berechtigte Hoffnungen auf einen Startplatz am Dienstag in Dublin gegen Irland machen kann. "Es ist schade, dass ich durch die Verletzung eines Mitspielers in die Mannschaft gekommen bin, aber ich bin froh, dass ich die Chance genützt habe. Am Dienstag ist ein anderes Spiel, wir werden sehen, ob der Teamchef mir die nächste Chance gibt", sagte Hosiner nach seinem zweiten Länderspiel. Sein Debüt hatte er noch unter Interimsteamchef Willi Ruttensteiner am 7. Oktober 2011 gegeben. Damals kam der Stürmer im EM-Qualifikationsspiel in Aserbaidschan allerdings nur wenige Minuten (ab 88. Minute) zum Einsatz.

Ungerechtfertigt für Schwalbe geahndet

Der Top-Goalgetter der Bundesliga (27 Tore nach 26 Runden) hätte sein Torkonto in seinem zweiten Länderspiel noch weiter nach oben schrauben können, ließ aber vor seinen Treffern zwei hochkarätige Möglichkeiten aus. "Der Fußball ist kein Wunschkonzert. Man kann eben nicht jede Chance nützen", meinte der 23-Jährige.

Bei einer weiteren Chance kam Hosiner nach einem Laufduell mit einem Gegenspieler im Strafraum zu Fall, anstelle eines Elfmeters gab es jedoch Gelb für den Stürmer wegen einer angeblich Schwalbe. "Ich habe den Ball mitgenommen und war schon vorbei, dann bin ich durch einen Kontakt mit dem Gegner ins Straucheln gekommen. Es war ein klares Foul, und die Gelbe Karte war nicht korrekt", erklärte Hosiner.

Voller Fokus auf Irland

Der Ärger über diese Aktion hielt sich allerdings in engen Grenzen, zumal der Angreifer den Blick schon auf die Dienstag-Partie richtete. "Gegen Irland wird es ein ganz anderes Spiel werden. Doch wenn wir die Qualifikation schaffen wollen, müssen wir auch in Dublin punkten, und das ist unser großes Ziel."

Ähnlich äußerte sich Marko Arnautovic. "Wir müssen das Färöer-Match vergessen und uns voll auf Irland konzentrieren. Das ist eines der wichtigsten Spiele in der Quali." Über seine eigenen Leistung sagte der Legionär von Werder Bremen: "Ich habe immer probiert, ein Tor zu machen. Es hat nicht sein sollen, aber ich habe viel für die Mannschaft gearbeitet."

ÖFB unter Zugzwang

Der Offensivspieler freute sich ebenso wie seine ÖFB-Kollegen über das 0:0 zwischen Schweden und Irland, das die Chancen auf den zweiten Gruppenplatz leicht erhöhte. "Wir haben jetzt eine super Ausgangsposition, aber um die zu nützen, brauchen wir drei Punkte. Alles andere wäre vielleicht schon zu wenig", betonte Zlatko Junuzovic vor der Reise nach Irland.

Für Emanuel Pogatetz hat sich die Situation noch nicht wesentlich verändert. "Wir sind trotzdem unter Zugzwang, in Dublin wird es schwer genug. Wir müssen auf uns schauen, wie die anderen spielen, ist nebensächlich."

"Schwierige Entscheidung" für Koller

Der West-Ham-Legionär dürfte auch gegen die Iren gemeinsam mit Aleksandar Dragovic die Innenverteidigung bilden. Gegen die Färöer wurde das Duo zwar nicht gefordert, dennoch sah Dragovic gute Ansätze. "Wir haben gut harmoniert. Sicher waren die Färöer kein Maßstab, aber wir waren 90 Minuten lang konzentriert", meinte der Legionär des FC Basel.

Im Gegensatz zu Dragovic saß Andreas Weimann zunächst nur auf der Bank, betrieb allerdings nach seiner Einwechslung Werbung in eigener Sache für ein Stammleiberl in Dublin. "Wir haben alle gut gespielt. Am Dienstag ist es für den Trainer sicher eine schwierige Entscheidung, wen er aufstellt", vermutete der Offensivspieler von Aston Villa.

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