Horrorsturz überschattet Giro den d'Italia: Alle Fahrer mit gleicher Zeit gewertet

Streik: Radprofis gegen enge Gassen Mailands Di Luca weiter voran. Horrilo aus Koma erwacht

Horrorsturz überschattet Giro den d'Italia: Alle Fahrer mit gleicher Zeit gewertet © Bild: Reuters

Der Horrorsturz des Spaniers Pedro Horrillo hat im 100. Jahr des Giro d'Italia das sportliche Geschehen zur Randnotiz verkommen lassen. Alle Fahrer wurden auf der 9. Etappe nach einem Fahrerstreik mit der gleichen Zeit gewertet. Die Athleten hatten sich nach dem Sturz Horrillos geweigert, den 15,4 Kilometer-Stadtkurs durch die engen Gassen Mailands mit Maximal-Geschwindigkeit zu absolvieren.

"Der Kurs ist gefährlich. Da können wir nicht mit höchstem Tempo fahren", erklärte der Gesamtführende Danilo di Luca dem italienischen Fernsehen RAI. Die Fahrer absolvierten daher die 163 Kilometer im Bummeltempo.

Aus Koma erwacht
Horrillo ist inzwischen aus dem Koma erwacht, sein Gesundheitszustand ist aber weiter ernst. Der Radprofi vom Team Rabobank war auf der 8. Etappe bei der Abfahrt vom Culmine di San Pietro brutal einen Abhang heruntergestürzt und hatte sich mehrfach überschlagen. Ein Rabobank-Sprecher sagte, "er ist wach und kann Arme und Beine bewegen." Der 34-jährige Horrillo hatte sich Frakturen im Bein, im Knie sowie an einigen Wirbeln zugezogen und wurde im Krankenhaus in Bergamo zunächst in ein künstliches Koma versetzt.

80 Meter abgestürzt
Horrillo hatte sich in einer Kurve auf der Abfahrt versteuert und war 80 Meter in die Tiefe gestürzt. Der erste Augenzeuge des schweren Unfalls, der Armstrong-Fotograf Serge Seynaeve, erblickte zunächst nur das Rennrad des Verunglückten. Die Rettung entwickelte sich zu einer dramatischen Aktion, bei der sogar einige Bäume gefällt werden mussten. Rennarzt Sergio Levi ließ sich zunächst an einem zehn Meter langen Seil den Abhang herunter, konnte Horrillo aber ebenfalls nicht erblicken. Erst ein Rettungsteam konnte mit einem 60 Meter langen Seil zu Horrillo vordringen. Die Untersuchungen ergaben, dass sich Horrillo auch eine Lungenverletzung zugezogen hat.

Rosa Trikot bleibt bei Di Luca
Das Rosa Trikot des Spitzenreiters bleibt damit beim Italiener Danilo Di Luca, der am Samstag seinen Vorsprung auf den Schweden Thomas Lövkvist von fünf auf 13 Sekunden ausbauen konnte. Österreichs einziger Teilnehmer, Thomas Rohregger, erreichte mit dem Hauptfeld als Zehnter das Ziel und ist Gesamt-19. (3:23 Min.).

(apa/red)