Hongkong von

Ein Parkplatz für 300.000 Euro

"Zu viel Liquidität" und ein neues Gesetz. "Dieses ganze Geld muss irgendwohin."

Ein Parkplatz in China © Bild: Reuters/Stringer/Symbolbild

Es gab schon mehrere Blasen in der Wirtschaftsgeschichte. Parkplätze als Grundlage explodierender Geschäfte sind allerdings tatsächlich neu, in Hongkong aber traurige Realität. Um die horrende Immobilienpreise in der Finanzmetropole zu bremsen, hat die Stadtverwaltung ein Gesetz erlassen. Der einzige Ausweg für die Spekulanten: Parkplätze. Und die kosten mittlerweile so viel wie ein oder zwei Einfamilienhäuser.

Um ausländische Investoren davon abzuhalten, die Preise für Wohnimmobilien weiter in den Orbit zu treiben, führte Hongkong eine 15-prozentige Immobilienerwerbsteuer ein, wie "orf.at" unter Berufung auf die "Financial Times Deutschland" berichtet. Deshalb wird jetzt eben auf Parkplätze ausgewichen - ein ebenfalls äußerst rares Gut.

Simon Lo, Chefanalyst bei Colliers International, hat bei Bloomberg den Grund dafür: "Es ist einfach zu viel Liquidität auf dem Markt. Die Regierung hat eine Feuermauer rund um Wohnimmobilien errichtet, aber dieses ganze Geld muss irgendwohin." Außerdem sei es billig, ins Parkplatzgeschäft einzusteigen, gibt Spekulant Josh Wong zu bedenken: "Mit einer Million Hongkong-Dollar kann man in Hongkong nichts kaufen. Du kannst kein Geschäft kaufen, nichts außer einem Parkplatz."

Zehn Millionen für 34 Parkplätze
Während Parkplätze außerhalb des Zentrums noch um vergleichsweise günstige 130.000 Euro zu haben sind, hat ein Investor im Finanzdistrikt Hongkong Island fast zehn Millionen Euro für 34 Stück bezahlt, berichtet die "FTD". Pro Stück also fast 300.000 Euro.

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