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Kleinlaster on demand

Hondas neuer Mini-SUV HR-V macht mit vielen Details Laune

Honda HR-V © Bild: Werk

Der Griff zu klingenden Modellbezeichnungen aus längst vergangenen PS-Tagen kommt immer stärker in Mode. Aus gutem Grund. Er erspart den hauptamtlichen Namensfindern in den Autokonzernen eine Menge Denksport und liefert obendrein eine mehr oder minder große Portion Wiedererkennungswert portofrei mit.

Auch Honda hat in der Kiste mit den in Vergessenheit geratenen Emblemen gefischt, die drei Lettern H, R und V herausgeholt und an seinem neuen kleinen SUV angebracht. Zur Erinnerung: Die Japaner hatten schon Ende der Neunzigerjahre ein Modell gleichen Namens im Programm, das mit seiner Schuhschachtelform und der hochgestellten Karosserie der Spezies der SUVs vorgriff, die es damals freilich noch gar nicht gab. Der neue HR-V hingegen passt haargenau in das dicht besetzte Segment der Mini-SUVs. Er misst 4,3 Meter von der Honda-typischen Front bis zum hinteren Ende, das ein wenig den Eindruck eines Allerweltshecks vermittelt. Das nach hinten stark abfallende Dach streckt den Wagen optisch, und dass nur die Vorderräder angetrieben werden, ist weniger Tribut an den Urahnen als klassenüblicher Standard.

»Ladevolumen von bis zu 1533 Litern«

Technisch ist der HR-V eng mit dem Kleinwagen und Markenbruder Jazz verwandt, und so teilen die beiden nicht nur Plattform, sondern auch die praktische Unterbringung des Benzintanks unter den Vordersitzen. Das schafft Platz für den besonderen Clou in Reihe zwei, die „Magic Seats“. Denn die erlauben nicht nur ein Umklappen der Lehnen, was ein Ladevolumen von bis zu 1533 Litern ergibt. Die Sitzkissen lassen sich wie bei Klappsesseln auch einzeln aufstellen, dann können im mehr als einen Meter hohen Innenraum Fahrräder, Küchenkastln oder auch Petticoat-Palmen problemlos aufrecht transportiert werden. Gebaut wird der HR-V übrigens in Mexiko, dem Ursprungsland der Petticoat-Palme.

Honda HR-V
© Werk

Mit dem von uns gewählten 120-PS-Diesel- Aggregat ist man bestens bedient. Der Motor klingt, je nach Laune des Fahrers, entweder knurrig oder ambitioniert, bewegt den kleinen SUV jedoch in allen Lebenslagen ausreichend flott und problemlos. Zum beschwingten Fahrfeeling trägt auch die knackige Sechsgangschaltung mittels ultrakurzen Knüppels bei. Kurven nimmt der HR-V mit angemessener Gelassenheit, was der nicht gerade ultradirekt arbeitenden, aber verlässlichen Servolenkung geschuldet ist.

Honda HR-V
© Werk

Anzumerken wäre noch: Die Assistenzsysteme (vom automatischen Fernlicht bis zur City- Notbremse) sowie der App-Store sind top, die stets desorientierte Onlinenavigation hingegen ist ein Quell permanenten Ärgernisses.

DATEN

Honda HR-V i-DTEC

Preis: € 27.470,– (Executive)
Motor: 4 Zylinder, Turbodiesel, 1597 ccm
Leistung: 120 PS (88 kW)
Spitze: 192 km/h
0–100: 10,1 Sek.
Verbrauch: 5,6 l/100 km
Emission: 148 g CO2 /km
Fazit: Die „Magic Seats“ im Fond machen alles mit, egal ob hochgestellt oder gefaltet. Nicht falten müssen sich die Passagiere.

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