Fahrtest von

Doppelherz, das
ganz leise schlägt

Fahrtest - Doppelherz, das
ganz leise schlägt © Bild: Honda Motor Europe Ltd.

Der Benziner spielt beim Honda CR-V Hybrid fast nur den Stromlieferant. Den Job als Antriebsquelle übernimmt in erster Linie der E-Motor.

Der japanische Autohersteller Honda baut zwar schon seit 20 Jahren Hybridfahrzeuge, aber wird dennoch nicht unbedingt als Erster erwähnt, wenn es um diese Technologie geht. Das soll sich laut führenden Managern des Konzerns schlagartig ändern. Denn mit dem CR-V bekommt jetzt erstmals ein SUV aus dem Hause das Doppelherz aus Verbrennungs-und Elektromotor eingepflanzt.

Dass die Wahl auf den beliebten CR-V fiel, war gut durchdacht. Denn dieses Modell ist generell ein Topseller, aber vor allem bei der Gruppe der Best Ager wegen der höheren Sitzposition und wegen des Allrads extrem beliebt. Durch Einsatz der Hybrid-Technologie, so das Kalkül, würde die Klientel zunehmend jünger werden.

© Honda Motor Europe Ltd.

Wenn man den CR-V Hybrid startet, hört man einmal nichts. Und auch wenn man losfährt, bleibt es bis auf ein ganz, ganz leises und eigentlich nicht wirklich identifizierbares Summen still. Wie in einem Elektroauto. Aber der Honda ist keines, sondern verfügt über eine gefinkelte Arbeitsweise, die tatsächlich technikaffine Jungfamilien ansprechen könnte. Auch wenn, gleich vorweggenommen, der CR-V kein (so irrsinnig chic gewordener) Plug-in-Hybrid ist.

Der CR-V oder, exakter, seine Räder werden meistens rein elektrisch angetrieben, auch wenn der Saft aus den Lithium-Ionen-Akkus gerade einmal für zwei Kilometer Aktionsradius reicht. Aber keine Angst, man bleibt nicht liegen. Denn im per Knopfdruck aktivierbaren Hybridmodus treibt der Benzinmotor einen zweiten E-Motor an, der als Generator arbeitet, Strom produziert und die unter dem Kofferraum wohnende Batterie speist. Nur ganz selten, eben wenn der E-Antrieb unökonomisch arbeitet, fährt der CR-V benzingetrieben. Auch dann hört man nur einen künstlich produzierten Motorsound, der leise und irritierend, weil unlogisch, ist. Selbst beim Beschleunigen wird er nicht lauter. Oft arbeiten beide Aggregate in schöner Eintracht zusammen, was eine Systemleistung von 184 PS ergibt und für ordentlich Vortrieb und somit Verwirrung bei anderen SUV-Fahrern sorgt.

© Honda Motor Europe Ltd.

Das Hin- und Herswitchen der verschiedenen Fahrmodi funktioniert automatisch, nahezu unmerklich und klaglos. Weniger erfreulich gestaltet sich das Bestimmen der Fahrtrichtung (vorwärts oder rückwärts), denn das funktioniert über Knopferldrücken oder -schieben in der Mittelkonsole, wobei man sich dauernd vertippt. Das bringt daher einen gehörigen Punkteabzug in der Kategorie Bedienfreundlichkeit.

Sonst aber fährt sich der CR-V Hybrid wie ein ganz normaler SUV: Die Lenkung ist präzise, die Federung komfortabel und das Fahrverhalten gutmütig und problemlos. Und einen per Lamellenkupplung unauffällig arbeitenden Allradantrieb hat dieser Honda übrigens auch.

Honda CR-V 2,0 i Hybrid AWD

Preis: € 48.490,- (Executive)
Motor: 4 Zylinder, DI-Benziner + E-Motor, 1.993 ccm
Leistung: 184 PS (135 kW)
Spitze: 180 km/h
0-100: 9,2 Sek.
Verbrauch: 7,4 l/100 km
Emission: 176 g CO2/km
Fazit: Der CR-V fährt lang und oft elektrisch. Die Fahrmodi (elektrisch, benzingetrieben oder beides) setzen sich selbst je nach Erfordernis in Szene. Klassisches Getriebe gibt es keines, stattdessen eine feste Übersetzung