Homosexuellen-Kundgebung in Moskau: Abgeordneter und Aktvisten waren in Haft

Tumulte bei geplanter Übergabe von Petition Laut Österreicher Mayr 20 "gezielt" Festgenommene

Homosexuellen-Kundgebung in Moskau: Abgeordneter und Aktvisten waren in Haft

Bei einer von den Behörden nicht genehmigten Homosexuellen-Kundgebung ist es in Moskau zu Tumulten gekommen; mehrere Demonstranten wurden vorübergehend festgenommen. Polizisten seien mit Gewalt gegen demonstrierende Lesben und Schwule vor dem Rathaus vorgegangen, berichtete ein russischer Radiosender. Unter den Festgenommenen war auch der deutsche Bundestagsabgeordnete Beck (Grüne).

Beck habe zusammen mit anderen Europaabgeordneten und Schwulen- Aktivisten auf dem Moskauer Bürgermeisteramt eine Petition zur Versammlungsfreiheit übergeben wollen, als er und einige andere Teilnehmer festgenommen wurden, sagte ein Fraktionssprecher in Berlin. Etwa eine Stunde dauerte es, bis Beck, ein Begleiter von Beck sowie zwei russische Homosexuelle wieder auf freien Fuß gesetzt wurden, hieß es. Der Parlamentarische Geschäftsführer der deutschen Grünen und die übrigen Personen seien dann von Beamten der französischen Botschaft in Moskau in ihr Hotel zurück eskortiert worden. Gründe für die Festnahme seien nicht mitgeteilt worden.

Zu der Kundgebung in der Innenstadt fanden sich demnach einige Dutzend Homosexuelle ein. Hunderte russische Ultranationalisten hätten sich dort ebenfalls versammelt; einige von ihnen seien auf die Demonstranten losgegangen und hätten sie geschlagen, bevor die Polizei einschritt, hieß es weiter. Eier und Tomaten seien geworfen worden.

Der Grüne Innsbrucker Gemeinderat Gebhard Mayr, der ebenfalls an der Kundgebung teilnahm, berichtete gegenüber der APA in einem Telefongespräch aus Moskau von rund 20 "gezielt" Festgenommenen. Davon seien nach wie vor fünf in Polizeigewahrsam. Die Petition zur Versammlungsfreiheit "ungeachtet des Inhalts einer Demo" sei von 60 europäischen Parlamentariern unterzeichnet worden, sagte Mayr.
(apa/red)