Holz klingt gut von

"Bei Blasmusik geht
einem das Herz auf"

Holz klingt gut - "Bei Blasmusik geht
einem das Herz auf" © Bild: BMLFUW/William Tadros

Warum Andrä Rupprechter vom Musikwettbewerb „Holz klingt gut“ so angetan ist, erklärt der Landwirtschaftsminister im Interview mit News.

Um es mit dem alten Geheimrat Goethe zu sagen: Nach Holze drängt, am Holze hängt doch alles. Jetzt auch die Blasmusikjugend. Warum ist Ihnen, Herr Minister, die Unterstützung des Musikwettbewerbs „Holz klingt gut“, wie ich denke, eine Herzensangelegenheit?
Minister Andrä Rupprechter: Aus mehreren Gründen. Zum einen, weil es die Vielfalt des Rohstoffes Holz aufzeigt. Man denkt nicht unbedingt von vorneherein an Musik, wenn man von Holz spricht. Das aufzuzeigen, ist mir ein Anliegen und dafür eignet sich der Jugendblasmusik-Wettbewerb „Holz klingt gut“ ideal. Ohne Holz gäbe es letztlich die großen Streichkonzerte nicht, also gäbe es auch keine Hochkultur. Die besten Geigen werden aus Holz hergestellt, aber interessanterweise auch Blasmusikinstrumente wie die Klarinette oder das Mundstück beim Saxophon.

Und wie sieht die andere Seite Ihrer Affinität für dieses Thema aus?
Rupprechter: Andererseits passt die Thematik sehr gut zu unserem Regionalschwerpunkt für dieses Jahr mit den Stichworten „Heimat. Land. Lebenswert“. Die Blasmusik und die jungen Leute sind sehr gut organisiert. In jedem Bundesland gibt es Musikschulen, die sich der Ausbildung widmen. Die Blasmusik steht auch für die Vielfalt mit ihren Trachten, für die Vielfalt der Regionen, für die Rolle des Ehrenamts in der Region, die Leistungen der Vereine, und dass das alles ein Beitrag dafür ist, auch unser Land lebenswerter zu machen. Diese Stärke aus der Region mit dem Werkstoff Holz zu verbinden, das soll mit diesem Wettbewerb ausgedrückt werden.

© News Herrgott Ricardo Fanart, das Unternehmen von Andreas-Gaballier-Manager Klaus Bartelmuss, das Behinderten einen Arbeitsplatz gibt, stellt die CD-Cover für "Holz klingt gut" her. Im Bild Ehefrau Lydia Bartelmuss und Sohn Ralph

Wie klingt denn Holz in Ihren Ohren, Herr Minister?
Rupprechter: Ich selbst komme aus einer Landgemeinde in Tirol, Brandenberg, wo eben einige der besten Blasmusikkapellen zu Hause sind. Viele unserer Veranstaltungen wie Prozessionen oder der festliche Rahmen für unsere Kirchenfeste bis hin zum 1.Mai-Umzug werden mit einer Bundesblasmusikkapelle unterstrichen. Mir ist das Vereinsleben auch sehr wichtig, das hält meine Wurzeln und meine Heimatgemeinde aufrecht. Ich bin selbst Mitglied bei den Schützen und bei einer zweiten Gewehr-tragenden Formation und diese Verbindung, die die Musik in die Orte hineinträgt, ist mir ein Anliegen. Natürlich klingt Blasmusik toll; sie steht so für die Identität unserer ländlichen Regionen, dass einem das Herz aufgeht, selbst wenn man nur darüber spricht.

Spielen Sie auch selbst ein Instrument?
Rupprechter: Nein, ich habe es leider nie geschafft, ein Instrument zu spielen, freue mich aber ganz besonders, dass mein Sohn jetzt angefangen hat, Geige zu lernen.

Als wie eng würden Sie die Gemeinsamkeiten zwischen der Musikindustrie und der Forstkultur beurteilen?
Rupprechter: Als sehr eng. Das bekannteste Konzert der Welt ist das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. Ohne Holz, aus dem ja die Streichinstrumente oder das Klavier sind, wäre es nicht denkbar. Die Täfelungen der besten Konzertsäle der Welt sind meist aus Holz. Die Bedeutung von Holz ist auch für die Volkswirtschaft eine sehr wesentliche, es ist der zweitgrößte Devisenbringer mit einem Überschuss von über 3,8 Milliarden Euro. In der Forstwirtschaft finden auch über 300.000 Menschen einen Arbeitsplatz. Fast 50 % der Landesfläche sind mit Wald bedeckt. Es ist also auch ein nachhaltiger Sektor, es wächst mehr nach als wir ernten.

Sie sprechen den Begriff „Nachhaltigkeit“ an …
Rupprechter: Ja, der Begriff der Nachhaltigkeit, also dass man bewusst nicht mehr erntet als nachwächst, kommt aus der Forstwirtschaft. Ökosozial ist ein Begriff, den wir vor 30 Jahren, 1987, in Österreich geprägt haben. Inzwischen ist er auf der Weltagenda angekommen, die UNO-Generalversammlung hat 2015 die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) verabschiedet. Wenn wir an den Klimaschutz denken, spielt der Wald eine ganz wichtige Rolle: er bindet mehr CO2 als beispielsweise der Sektor Verkehr in Österreich ausstößt, trägt also positiv zur CO2-Reduktion bei. Gleichzeitig schafft er Arbeitsplätze und ist ein wichtiger Sektor, wenn wir über den Ausbau der erneuerbaren Energie reden.

Welche Bedeutung haben die Musikvereine einerseits für ländliche Communities, andererseits für den Zusammenhalt in der Gemeinde und letztlich eine vernünftige Freizeitgestaltung?
Rupprechter: Am besten in puncto Musikkapellen sind NÖ, OÖ und Tirol aufgestellt, wo diese Institutionen sehr hoch gehalten werden. Aber in der Zwischenzeit gibt es auch durch Wettbewerbe einen unheimlichen bundesweiten Zulauf an Jungen zu Vereinen. Mir ist es auch ein Anliegen gewesen, gerade in Zusammenhang mit dem Jugendwettbewerb, zu zeigen, was das Messen mit den anderen für eine Bedeutung hat. Wettkämpfe tragen sicherlich dazu bei, dass sich die Jungen einbringen können, dass sie zeigen können, mit welch neuen Ideen sie den Verein weiter entwickeln können.

Was sozusagen direkt zum Musikwettbewerb „Holz klingt gut“ führt …
Rupprechter: Hier sollen ausschließlich mit Holzinstrumenten oder holzbezogenen Instrumenten Musikstücke komponiert, verfasst oder auch neu interpretiert werden. Die Idee hat sofort meine begeisterte Zustimmung gefunden. Das große Finale findet am 29. Oktober 2017 in Linz im Brucknerhaus statt, wo die Besten aller neun Bundesländer prämiert werden.

Sind Sie eigentlich Jury-Mitglied?
Rupprechter: In der Jury wird neben ExpertInnen des BMLFUW und des Österreichischen Blasmusikverbandes auch Christian Kolonovitz vertreten sein.. Aber ich werde die besten Ausgezeichneten nach Wien einladen, um ihnen noch eine spezielle Auszeichnung zu überreichen.

© BMLFUW/William Tadros Minister Andrä Rupprechter zeigt das aus Zirbenholz gefertigte Cover für die CD mit den neun Titeln der Sieger des Wettbewerbs „Holz klingt gut“

Offiziell bekommen die Sieger Platz auf einer CD …
Rupprechter: Ja, es wird eine CD mit den Stücken der jeweiligen Bundesländergewinner produziert, wobei das CD-Cover aus Zirbenholz sein wird.

Ist an eine, zumindest ähnlich geartete, Fortsetzung gedacht?
Rupprechter: Ja, wir werden uns anschauen, was man noch entwickeln kann, um die Bedeutung von Holz zu unterstreichen. Es gibt ja beispielsweise auch Architektur- und Holzbauwettbewerbe und derzeit läuft auch ein Wettbewerb, wo wir die „holzfreundlichste“ Gemeinde Österreichs suchen. Holz ist für den Bund als Bauherren ganz wichtig.

Weiterführende Links:
Musikwettbewerb "Holz klingt gut" (Österreichische Blasmusik)
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft