Holpriger Start von Manchester in die neue Champions League: Remis gegen Villarreal

Glanzlose Siege für Real Madrid und Bayern München Manninger bei 1:0-Erfolg von Juventus nur Zuseher

Holpriger Start von Manchester in die neue Champions League: Remis gegen Villarreal

Titelverteidiger Manchester United ist zum Auftakt der Fußball-Champions-League nur mühsam aus den Startlöchern gekommen. Der englische Meister musste sich vor eigenem Publikum gegen Villarreal mit einem 0:0 begnügen und verpasste dadurch im Vergleich zu anderen Groß-Clubs wie Real Madrid (2:0 gegen Borisow), Juventus Turin (1:0 gegen Zenit St. Petersburg) oder Bayern München (1:0 gegen Steaua Bukarest) einen vollen Erfolg.

ManU-Coach Alex Ferguson war mit dem torlosen Remis dennoch nicht unzufrieden. "Mit unsere Torchancen hätten wir auch gewinnen können, aber es ist nicht das schlechteste Resultat. Mit der Leistung bin ich glücklich, auch wenn uns noch etwas die Spritzigkeit und die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss gefehlt hat", erklärte er.

Optimistisch stimmte den Schotten unter anderem die Rückkehr von Superstar Cristiano Ronaldo, der in seinem ersten Pflichtspiel nach dreimonatiger Verletzungspause einige gute Szenen hatte und bei seiner Einwechslung vom Publikum mit Standing Ovations begrüßt wurde, obwohl er im Sommer mit einem Wechsel zu Real Madrid kokettiert hatte. "Er hat das verdient. Wir haben großartige Fans, die immer hinter ihm gestanden sind", erklärte Ferguson, dessen Truppe die zwölf vorangegangenen Eliteliga-Partien in Old Trafford gewonnen, aber gegen Villarreal in der Gruppenphase 2005 nur zweimal 0:0 gespielt hatte.

Ausschlüsse bei Celtic-Aalborg
Im Parallel-Spiel der Gruppe E stand nicht ein Spieler, sondern der Schiedsrichter im Mittelpunkt. Der Italiener Matteo Trefoloni schickte beim 0:0 zwischen Celtic Glasgow und Aalborg wegen Torraubs den falschen Kicker vorzeitig unter die Dusche - statt des von TV-Bildern klar überführten Michael Jakobsen wurde dessen Aalborg-Teamkollege Michael Beauchamp ausgeschlossen.

Die Dänen kündigten bereits am Donnerstag Einspruch an. "Das war ein klarer Fehler. Der falsche Spieler hat die Rote Karte erhalten, jeder weiß es", sagte Sportdirektor Lynge Jakobsen über den Irrtum des Mannes aus Siena. Man sei Beauchamp den Protest "schuldig", hieß es. Der frühere dänische FIFA-Referee Kim Milton Nielsen erklärte, er erwarte, dass die UEFA-Regel-Kommission Beauchamps Rot zurücknehmen und Jakobsen straffrei ausgehen werde.

Umstrittene Szene in Lyon
Auch in Lyon sorgte eine nicht alltägliche Situation für Aufregung. Beim Stand von 0:2 aus Sicht der Franzosen gegen Fiorentina lag der Florentiner Verteidiger Zauri offenbar angeschlagen im eigenen Strafraum, Olympique zog die Angriffs-Aktion aber durch, profitierte vom durch Zauri aufgehobenen Abseits und erzielte in der 73. Minute den Anschlusstreffer, ehe vier Minuten vor Schluss der Ausgleich folgte.

Fiorentina-Trainer Cesare Prandelli wollte den Vorfall jedoch nicht hochspielen und Karim Benzema, der das umstrittene Tor vorbereitete und das 2:2 selbst erzielte, rechtfertigte sich: "Ich habe nicht gesehen, dass ein Spieler auf dem Boden gelegen ist."

Erster Tabellenführer der Gruppe F ist der FC Bayern nach einem mühsamen 1:0 in Bukarest gegen Steaua. "Der Auftaktsieg ist sehr, sehr wichtig, weil er eine gute Basis gibt und auch im Kopf die Bestätigung gibt, dass die Arbeit der letzten drei Monate fruchtet", sagte Trainer Jürgen Klinsmann über die erfolgreiche Rückkehr der Bayern in die Königsklasse nach einjähriger Abwesenheit. Sein Kapitän Mark van Bommel hat schon eine persönliche Achtelfinal-Rechnung aufgestellt: "Wenn man jetzt die Heimspiele gewinnt, ist man mit zwölf Punkten weiter."

Schlechte Stimmung im Real-Lager
Weniger gut war die Stimmung im Lager von Real Madrid, obwohl der spanische Meister mit einem 2:0-Heimsieg gegen den weißrussischen Champions-League-Neuling BATE Borisow startete. "Real gewinnt das leichteste Spiel der Welt. Die Madrilenen schossen aber nur zwei Tore. Dabei hätten es mindestens sieben sein müssen. Die Darbietung von BATE war ein Witz", schrieb die Zeitung "AS".

Auch Trainer Bernd Schuster fiel nichts Schmeichelhaftes zur Darbietung seiner Stars ein: "Ich bin enttäuscht, denn ich hätte mir mehr Tore erwartet. Mir hat nicht gefallen, wie wir zurückgeschaltet haben. Aber das war nicht meine Idee, das muss man die Spieler fragen."

Juventus ohne Manninger
Alles eitel Wonne war hingegen beim Sieger des zweiten Spiels in Gruppe H. Juventus jubelte über das 1:0 dank eines Freistoßes von Alessandro del Piero gegen den regierenden UEFA-Cup-Sieger Zenit St. Petersburg und das damit verbundene erfolgreiche Elite-Liga-Comeback des italienischen Rekordmeisters, bei dem ÖFB-Teamgoalie Alexander Manninger auf der Bank saß.

In Gruppe G musste sich Arsenal auswärts gegen Dynamo Kiew trotz deutlicher Überlegenheit mit einem 1:1 zufriedengeben. "Wir haben zwei Punkte verloren", ärgerte sich Coach Arsene Wenger. Das Parallelmatch endete mit einem 3:1-Heimsieg des FC Porto gegen Fenerbahce Istanbul.
(apa/red)