Hoher Ölpreis macht Alltag erneut teurer: 2007 steigen Preise für Transport & Energie

Größte Anhebung bei Strom- & Gaspreisen erwartet Telefonieren dürfte auch 2007 wieder billiger werden

Hoher Ölpreis macht Alltag erneut teurer: 2007 steigen Preise für Transport & Energie

Einige Dinge des täglichen Lebens werden 2007 wieder teurer. Schuld daran sind einmal mehr die hohen Ölpreise. Sie wird man im nächsten Jahr nicht nur an den Zapfsäulen zu spüren bekommen. Im neuen Jahr werden auch Bus und Bahn für viele Pendler teurer. Preiserhöhungen stehen in mehreren Bundesländern ebenso bei Strom und Gas an. Telefonieren wird dagegen im nächsten Jahr tendenziell weiter billiger werden, die Posttarife bleiben unverändert.

Seitdem die Ölpreise im Sommer 2006 ein historisches Rekordhoch erreicht haben, sind sie zuletzt um fast ein Viertel gefallen. An den internationalen Ölmärkten rechnen die Experten jedoch damit, dass die Preise 2007 wieder auf einen neuen Rekordwert um die 80 Dollar pro Fass (159 Liter) steigen werden.

Die Konsequenz: Strom und Gas werden mit Jahreswechsel wieder teurer. Der Verbund erhöht per 1. Jänner 2007 die Strompreise um 0,5 Cent je Kilowattstunde. Die EVN hat die Strom- und Gaspreise per 1. Dezember angehoben, Gas wurde insgesamt durchschnittlich um 9,4 Prozent teurer, Strom um rund 5 Prozent. Gas in Vorarlberg wird mit 1. Jänner um 7 Prozent teurer. Bei der burgenländischen BEWAG steigen die Strompreise mit Jahreswechsel um durchschnittlich 1,8 Prozent, bei der Linz AG um fünf bis sechs Prozent. Die steirische EStAG erhöht ab Februar die Strompreise um 6 Prozent, ebenso wie die Tiroler Wasserkraft AG (Tiwag), wo Strom um 0,55 Cent pro Kilowattstunde teurer wird.

Teure Energie erhöht auch Transportkosten
Die hohen Energiekosten schlagen sich wiederum in den Fahrscheinen für Bus und Bahn nieder. In Oberösterreich steigen die Bus- und Bahn-Preise mit Jahreswechsel um 4 bis 5 Prozent, in Vorarlberg werden die Tarife mit 1.1.2007 um knapp 2 Prozent angehoben. Und im mit 800 Millionen Fahrgästen pro Jahr größten Tarifverbund, dem Verkehrsverbund Ostregion (VOR), sollen die Preise laut Medienberichten wie schon 2006 auch 2007 um durchschnittlich 4 Prozent steigen. Die endgültige Entscheidung, um wie viel genau und wann die Tarife im VOR angehoben werden, ist aber noch ausständig. Im Fernverkehr haben die ÖBB die Preise dagegen schon Anfang Dezember um 1,7 Prozent angehoben.

Die Autofahrer werden im nächsten Jahr zusätzlich zur Kasse gebeten. Grund dafür ist die verpflichtende Beimischung von Bio-Benzin ab Oktober 2007. "Die Einführung von Biodiesel 2005 hat zu versteckten Preiserhöhungen geführt. Diese sind analog dazu auch bei Benzin zu befürchten", warnt die Autofahrerlobby. Wie in den vergangenen Jahren bleiben dafür die Preise für die Autobahnvignette und für die Lkw-Maut auch 2007 unverändert. Die Pkw-Jahresvignette kostet wie gehabt 72,60 Euro, Lkw zahlen pro Autobahn- und Schnellstraßen-Kilometer durchschnittlich weiterhin 22 Cent.

Post und Telefon werden nicht teurer
Keine Verteuerung gibt es 2007 auch bei Post und Telefon. Das Brief-Porto - seit der Anhebung auf 55 Cent für den Standardbrief 2004 ohnehin schon im oberen Bereich - hat die Post nach ihrem Börsegang 2006 ebenso unangetastet gelassen wie die Paket-Tarife, die erst mit vergangenem Jahreswechsel um 20 und 60 Cent gestiegen sind. Eine Erhöhung der Rundfunkgebühren - zuletzt wurde 2004 um 8,2 Prozent valorisiert - ist für kommendes Jahr laut ORF ebenfalls nicht eingeplant.

Telefonieren dagegen dürfte auch 2007 tendenziell billiger werden. Vor allem die Mobilfunkbetreiber haben im Weihnachtsgeschäft neue Tarifmodelle angeboten, die gegen einen Fixpreis telefonieren um 0 Cent in mehrere Netze erlauben. Im Festnetz und im Internet sind die Preise laut der Telekom-Regulierungsbehörde in den vergangenen beiden Jahren ebenfalls leicht gesunken und dürften auch heuer weiter nach unten gehen. Konkrete Tarifänderungen stehen bei der Telekom Austria derzeit aber nicht an. (apa/red)