Hoher Anteil von Lungenkrebs bei Inuit: Weiteste Verbreitung der Krankheit weltweit

Anteil liegt doppelt so hoch wie bei weißen US-Bürger Große Anzahl von Rauchern dafür verantwortlich

Hoher Anteil von Lungenkrebs bei Inuit: Weiteste Verbreitung der Krankheit weltweit © Bild: Reuters/Alex Grimm

Nirgendwo auf der Welt ist Lungenkrebs einer Studie zufolge so verbreitet wie bei den Ureinwohnern der Nordpolregion. Der Lungenkrebs-Anteil bei Inuit in Kanada, Grönland und Alaska liegt doppelt so hoch wie bei weißen US-Bürgern, wie aus einer in der Fachzeitschrift "International Journal of Circumpolar Health" veröffentlichten Untersuchung hervorgeht. In den vergangenen 35 Jahren habe sich der Anteil von Inuit-Männern, die an Lungenkrebs leiden, verdoppelt - der von Frauen sogar vervierfacht. Das entspreche der "höchsten Rate in der Welt".

Die Fälle von Lungenkrebs bei den Ureinwohnern nehmen demnach vor allem in Kanada rapide zu. "Der logischste Grund ist der große Anteil von Rauchern an der Inuit-Bevölkerung", sagte Kue Young von der University of Toronto. Amtliche Statistiken in Kanada weisen 58 Prozent der Ureinwohner des Landes als tägliche Raucher aus, mehr als drei Mal so viel wie der Durchschnitt der Bevölkerung. Die Forscher weisen allerdings darauf hin, dass das Krebsrisiko bei den Ureinwohnern nicht höher sei als bei der weißen Bevölkerung, wenn andere Krebsarten wie Brust- oder Prostatakrebs mit einbezogen würden.
(apa/red)