Hohe Schneelast: Hallen mit Beton-Decken sind laut Untersuchungen am sichersten

Holz- und Stahlbauten sind am gefährlichsten Bauschadensdatenbank für regelmäßige Überprüfung

Hallen mit Beton-Konstruktionen sind bei hoher Schneelast am sichersten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Österreichischen Insituts für Bauschadensforschung (ofi) im Auftrag des Fachverbands Steine-Keramik und des Verbands Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB). Untersucht wurden dabei Schadensfälle nach dem besonders schneereichen vergangenen Winter. Holz- und Stahl-bauten schnitten laut diesen Untersuchungen am schlechtesten ab.

Bei den zugänglich gemachten Hallen wurden insgesamt 86 Schäden - davon 25 Einstürze - verzeichnet, berichtete VÖB-Präsident Bernd Wolscher. Dabei wurden insgesamt 14 Gebäude mit Holzkonstruktion komplett zerstört. Bei den Stahl-Bauten habe es neun Einstürze gegeben. Ein kaputte Halle hatte Betonträger, bei einem weitern Bau wurde das Material nicht bekannt gegeben. Auch bei den Schäden führte - bei Bekanntgabe des Baustoffes - Holz mit 39 beinträchtigen Gebäuden, gefolgt von Beton-Bauten (23) und Stahl-Konstruktionen (15).

Das Ergebnis entspreche etwa zehn bis 20 Prozent der gesamten Schadensfälle des vergangenen Winter, so Wolscher. Aufgerechnet auf die Gesamtzahl von rund 100.000 Hallen in ganz Österreich dürften etwa 500 Hallen - das sind etwa ein halbes Prozent - zumindest teilweise zerstört worden sein. Unter den untersuchten Schadensfällen befanden sich allerdings einige Konstruktionen, die schon bei geringeren Werten als den zulässigen Schneelasten einstürzten. Probleme habe es beim Zugang zu Datenmaterial gegeben. Nicht alle Versicherungen und Betreiber wollten dem VÖB Daten über ihre Gebäude bekannt geben.

Grund für das schlechte Ergebnis bei Holz- und Stahlbauten sei eine falsche Dimensionierung, warnte Wolscher. Der Trend zu immer schlankeren Konstruktionen könne fatale Folgen haben. Daher müssten die Vorschriften für Bauten mit diesen beiden Materialgruppen dringend überdacht werden. Die Verantwortung dürfe nicht auf Bauherrn, Architekten, Statiker oder gar den Hausmeister abgeschoben werden. Die ofi forderte eine Bauschadensdatenbank, in der die Bauwerker erfasst und Problemfälle regelmäßig überprüft werden sollen.

(apa/red)