Hoffnung auf "Zählbares": Salzburg freut sich auf Offensiv-Schlager gegen Austria

Zickler erwartet "schöneres Spiel" als gegen Kärnten <br>Beide Teams nach holprigem Start unter Erfolgsdruck Heute 17 h LIVE auf networld: Veilchen wollen 1. Sieg

Nach der ersten Saisonpleite gegen Austria Kärnten freuen sich Trainer und Spieler des amtierenden Meisters Red Bull Salzburg heute auf einen offensiveren Bundesliga-Schlager gegen die Wiener Austria. Vor allem Torjäger Alexander Zickler hofft nach dem überraschenden 0:1-"Umfaller" gegen die Klagenfurter auf "Zählbares". Der Deutsche erwartet eine spielerisch starke Austria und gab die Marschroute für den Titelverteidiger aus: "Wir müssen unsere Räume nutzen und Konter setzen."

Zickler, der die Saison nach der Eroberung der Torschützen-Krone '06/07 gleich mit einem Doppelpack gegen Altach eröffnete, weiß: "Gegen Kärnten hätten wir zumindest den einen Punkt machen müssen. So sind wir jetzt unter Zugzwang." Zwar habe auch die Austria bisher noch nicht überzeugt, doch dem ehemaligen Bayern-Stürmer ist klar: "Zu Hause gegen den Meister, da werden wir eine Austria mit einer anderen Einstellung sehen. Es wird sicher ein viel offensiveres Match als gegen Kärnten."

Die momentane Hitze könnte den Teams dabei allerdings einen Strich durch die Rechnung machen. "Ich hoffe natürlich, dass die Temperaturen zurückgehen, dann gibt es ein schöneres Spiel", erklärte Zickler, der als Ziel zwar drei Punkte angab, aber einschränkte: "Ein Sieg wäre schön, aber in unserer Situation wären wir auch mit einem Punkt zufrieden."

Das leidige Thema der Salzburger Umstellung vom heimischen Kunstrasen auf Naturplätze kommentierte Zickler selbstkritisch: "Auf Grund des trockenen, stumpfen und hohen Rasens in Pasching gegen Kärnten war schnelles Direktspiel zwar schwer möglich. Aber ein Profi muss sich innerhalb von fünf Minuten umgestellt haben. Der Rasen wird nie schuld an einer Niederlage sein." Auch der intensiven Red-Bull-Suche nach einem Sturmpartner misst der Goalgetter keine entscheidende Bedeutung bei: "Das hat mit unserer Leistung nichts zu tun, sondern mit dem verletzungsbedingten Aderlass. Wenn jemand kommt, der uns weiterhilft, ist das sicher positiv."

Einen der Gründe, warum es mit der erhofften Verpflichtung noch nicht geklappt hat, lieferte Startrainer Giovanni Trapattoni: "Wir sind in zwei, drei Fällen von Klubs und Managern nicht fair behandelt worden. Wenn ein Spieler noch einen Vertrag hat, wie zum Beispiel Rigano bei Messina, und der Verein oder der Manager hört, dass Red Bull im Spiel ist, dann werden sofort Unsummen verlangt. Da spielen wir aber sicher nicht mit."

Ebenfalls mit den Salzburgern beschäftigte sich Austria-Trainer Georg Zellhofer. Der Oberösterreicher brennt wie seine Mannschaft auf den ersten Saisonsieg und blickt der reizvollen Aufgabe gegen den Titelverteidiger gespannt entgegen: "Salzburg hat das Bayern-Syndrom. So wie den Bayern alle die Lederhosen ausziehen wollen, wollen in Österreich alle die 'Millionarios' von Red Bull schlagen. Das ist für uns natürlich auch eine große Herausforderung. Der Funke muss auf die Fans überspringen. Sie müssen das Gefühl haben, dass die Mannschaft Gras frisst."
(apa/red)