Hoffnung für Familie von Bert Nussbaumer: Lebenszeichen der Irak-Geisel aufgetaucht!

Schrieb Namen auf Liste ausländischer Entführter Außenamt: Keine Verhandlungen mit Geiselnehmern

Hoffnung für Familie von Bert Nussbaumer: Lebenszeichen der Irak-Geisel aufgetaucht!

Nach langen Wochen ohne Lebenszeichen gibt es für die Familie des im Irak entführten Oberösterreichers Bert Nussbaumer jetzt einen neuen Hoffnungsschimmer: Im Irak ist eine Liste mit Namen von ausländischen Geiseln aufgetaucht, darunter jener des entführten Oberösterreichers. Dies bestätigte die Sprecherin des Außenministeriums, Astrid Harz, der APA. Das bisher letzte bekannte Lebenszeichen Nussbaumers war eine mit 21. Dezember datierte Videoaufnahme gewesen. Da sich auf der nun gefundenen Liste auch der Name einer erst Anfang Jänner entführten Person wiederfindet, könnte dies als neues Lebenszeichen Nussbaumers gedeutet werden.

Die Namensliste sei im März im Irak gefunden worden, sagte Harz. Nussbaumer habe offenbar selbst seinen Namen auf die Liste geschrieben. Dies hätten Personen, die Nussbaumers Handschrift kennen, anhand des Schriftzugs bestätigt. "Man könnte daraus schließen, dass Nussbaumer zu diesem Zeitpunkt noch am Leben war", sagte die Diplomatin mit Blick auf die Anfang Jänner entführte Geisel. "Es ist aber denkbar, dass der Andere seinen Namen später draufgeschrieben hat", schränkte sie ein. Daher müsse man "sehr zurückhaltend" mit der Interpretation des Hinweises sein.

Harz: Keine Forderungen der Entführer
"Wir gehen von der Annahme aus, dass Herr Nussbaumer lebt", unterstrich Harz. Einen Durchbruch in der seit vier Monaten dauernden Geiselkrise konnte sie nicht vermelden. Es sei schwer einzuordnen, warum zunächst eine Videoaufnahme von Nussbaumer aufgetaucht sei und nun wieder "Funkstille" herrsche. "Es gibt überhaupt keine Forderungen", verwies Harz auf die Tatsache, dass es bei anderen Geiselnahmen politische oder finanzielle Forderungen oder ein "Amalgam" aus beidem gebe. Es sei aber schwer, bei den derzeit etwa 200 Entführungsfällen im Irak ein einheitliches Schema herauszuarbeiten.

Harz dementierte einen Bericht der Tageszeitung "Österreich", wonach zwei Unterhändler der österreichischen Bundesregierung mit den Entführern Nussbaumers verhandelten. "Es gibt keinen Kontakt zu den Geiselnehmern", betonte sie. Zwei Beamte des Verteidigungsministeriums seien in Kuwait, um an Ort und Stelle Informationen zu sammeln. Derzeit sei man in einer Phase, in der das geknüpfte Kontaktnetz vermehrt Hinweise zurückbringe und man diese in "täglicher Kleinarbeit" auswerte.

Am 16. November entführt
Der 25-jährige Ex-Soldat Nussbaumer aus Altmünster (Bezirk Gmunden) war am 16. November gemeinsam mit vier US-Amerikanern nahe der 200.000 Einwohner zählenden Stadt Safwan an der Grenze zu Kuwait entführt worden, als er für die private Sicherheitsfirma "Crescent Security Group" einen Konvoi in den Irak begleitete. Ende Dezember tauchte eine Videoaufnahme von ihm auf, in der er seinen Namen, seine Nationalität und seine Tätigkeit für die Sicherheitsfirma nannte.

Schicksal deutscher Irak-Geiseln unklar
Das Geiseldrama um die zwei im Irak verschleppten Deutschen dauert weiter an. Der Krisenstab im Berliner Auswärtigen Amt bemühe sich weiter um eine Lösung, sagte ein Sprecher. "Es gibt nichts Neues, was wir nach außen geben würden."

Die Geiselnehmer hatten gedroht, die 61-jährige Hannelore Krause und ihren 20 Jahre alten Sohn zu töten, falls die Deutsche Bundeswehr nicht mit dem Rückzug aus Afghanistan beginne. Das Ultimatum lief am 20. Februar aus. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte es strikt abgelehnt, die Forderung zu erfüllen.

(apa/red)