Konkurrenz von

Nach Niederlage: Droht der
FPÖ ein Führungsstreit?

Norbert Hofer ist nicht Bundespräsident geworden – soll er jetzt Spitzenkandidat sein?

Konkurrenz - Nach Niederlage: Droht der
FPÖ ein Führungsstreit? © Bild: Michael Gruber / EXPA / picturedesk.com

FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidat Norbert Hofer hat die Wahl auch im zweiten Anlauf verloren. Doch viele Beobachter glauben, dass er nach fast einem Jahr auf der nationalen Bühne nicht einfach für immer wieder in die "zweite Reihe" zurückkehren will. Es könnte ein Führungskampf mit Heinz-Christian Strache folgen.

THEMEN:

Alle Details zum Wahltag finden Sie in unserem Liveticker.

Heinz-Christian Straches Stimmung im ersten ORF-Interview nach der Wahl Sonntagabend ist wenig überraschend gedrückt. Er beschwert sich über den Kampf "Alle gegen Einen", über die Medien, über die "Angstmache" gegen Hofer. Doch trauert der FPÖ-Chef hier vor allem der vergebenen Chance auf den ersten "blauen" Bundespräsidenten nach – oder macht er sich auch Sorgen um seine persönliche Zukunft? Wäre Norbert Hofer in die Hofburg eingezogen, wäre Strache nämlich zugleich seinen bedeutendsten innerparteilichen Konkurrenten los gewesen. Jetzt sieht die Sache anders aus.

Populärer als Strache?

Hofer, vor einem Jahr dem breiteren Publikum als dritter Nationalratspräsident noch weitgehend unbekannt, ist im Laufe des langen Wahlkampfs im FPÖ-Lager und darüber hinaus extrem populär geworden. Populärer als Strache, wie nicht wenige meinen. Im ersten Wahlgang holte er gegen Kandidaten aller Parteien 35 Prozent der Stimmen – das mit Abstand beste FPÖ-Ergebnis der Geschichte. Als Partei war sie unter den Spitzenkandidaten Haider und Strache nie auf 30 Prozent oder darüber gekommen. Bei den Stichwahlen wählte dann zweimal fast jeder zweite Österreicher Hofer: Ein stärkeres Mandat, als es die Partei je hatte.

Norbert Hofers Auftreten unterscheidet sich deutlich vom Stil Heinz-Christian Straches. Ruhiger, verbindlicher, mit angenehmerer Stimme: Das "freundliche Gesicht" der FPÖ wurde er oft genannt. Ist das vielleicht der bessere Zugang, erreicht man so eher die Mitte, fragten schon während des Wahlkampfes viele. Anders formuliert: Wäre Hofer auch der erfolgreichere Spitzenkandidat für die nächste Nationalratswahl? Hofer selbst schien diese Spekulationen noch am Wahlabend dämpfen zu wollen: Er werde bei der Nationalratswahl als Kandidat zur Verfügung stehen, aber selbstverständlich "hinter Heinz-Christian Strache". 2022 wolle er jedoch wieder bei der Bundespräsidentschaftswahl antreten.

Ein "frisches" Gesicht gegen Kern und Kurz

Möglich ist aber, dass bei dieser Entscheidung am Ende gar nicht so sehr auf Hofers persönliche Wünsche ankommt. Im Dezember des Vorjahres erklärte er auch noch zur Präsidentschaftswahl: "Ich persönlich strebe diese Amt nicht an. Also wenn ich sage, ich strebe es nicht an, dann ist das auch so". Dennoch kam es dann bekanntlich anders. Als Strache Ursula Stenzel zur FPÖ-Kandidatin machen wollte, rebellierten große Teile der Partei – und setzten gegen Straches Willen Hofer durch. Vor einer Nationalratswahl, bei der SPÖ und ÖVP mit Christian Kern und (vermutlich) Sebastian Kurz frische Gesichter präsentieren werden, könnten wiederum in der FPÖ einige Angst bekommen, dass Strache "nicht mehr zieht". Den Freiheitlichen würden dann unruhige Zeiten bevorstehen.

Analyse dazu von Julia Ortner und Rudi Fußi

© Video: BPwahl Fußi Ortner Analyse

Kommentare

RobOtter

Ironie: Die FPÖ hat ihr historisch bestes Ergebnis selbst angefochten.

Also wieder auf nach Knittelfeld, oder? :-)

strizzi1949
strizzi1949 melden

Was ist das nun wieder für ein Schwachsinn? Das sind doch 2 Paar verschiedene Schuhe! Das Eine war die BP-Wahl und das Andere ist der Parteiführer! Den Unterschied möchte ich Pension haben!

Testor melden

BP-Wahl Schuhgröße 45, Parteiführer Schuhgröße 37, Differenz 8, wenig für eine Pension.

Denksport melden

So wahr ihm Gott helfe... Das sollte für jeden Katholiken, Evangelisten, Protestanten und Orthodoxen, und allen anderen, die an Gott gegebene Führungsmacht glauben doch ganz klar die Richtung zeigen.

Denksport melden

Die Blasphemie von Herrn Hofer hat ihn zu Fall gebracht, denn Gott will keinen Bundespräsidenten Hofer. Ist jetzt doch sonnenklar, oder?

Testor melden

So wahr ihm NLP helfe hat auch nichts gebracht, selbst das Orakel von Pinkafeld konnte ihm nicht helfen; Es sagte : "sobald Du aufhörst Kreide zu schlucken, wirst Du ein großes Wunder erleben" . Er hat es bei der letzten Diskussion
versucht und es ging total schief. Kickl unterlag außerdem schmählich dem VdB-Wahlleiter.

higgs70
higgs70 melden

Tja,so Gott will, aber der wollte nicht.
Und nachdem Kickl jetzt schon alle anderen als Schuldige durchhat, bin ich gespannt ob er den auch noch ins Visier nimmt.

Bei der letzten Diskussion hat sich Hofer selber den Blattschuss verpasst. Er ließ die Maske fallen, verzichtete auf das Schlucken von Kreide und zeigte sich offensichtlich, wie er wirklich tickt: Unzivilisiert und widerlich mit seinen Anschuldigungen gegen VDB, die ihn bei vielen Menschen völlig unsympathisch machten.

darius21 melden

ich übernehme gerne die FPÖ
Dann drehe ich die Bude zu, spende das Geld der Parteikasse an die Homosexuellen-Initiative, verpflichte alle bekennenden FPÖ-Wähler zu einem Pflichtbeitrag von 50,- /Monat zur unterstützung von Asylsuchenden. Die Parteigranden zeige ich wegen jahrelanger Verhetzung an und kurz bevor ich die Partei auflöse, schlage ich dem VfgH ein Gesetz gegen Neugründungen vor!

Henry Knuddi
Henry Knuddi melden

dann laufen sie zu BZÖ

strizzi1949
strizzi1949 melden

Und dann bist aufgewacht!

Testor melden

Auf einem der Wahlplakate hat sich Hofer voreilig schon als Bundespräsident bezeichnet. Als Christ, als der er sich immer gab, wird er wohl den Spruch in der Bibel kennen "wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden". So ist es auch geschehen.

strizzi1949
strizzi1949 melden

Gähn .........

Ob Strache oder Hofer, beide sind Berufspolitiker und Mieslinge par excellenz.

Ja natürlich, weil eigentlich die FPÖ mit derartigen Hardlinern vorne dran - STRACHE, KICKL und ihrer Vernetzung mit den Rechts-Aussen in Europa unwählbar sind.

Das ist auch der eigentlich Grund wieso viele Menschen VdB statt HOFER gewählt haben. Weil das in der FPÖ schon sehr extrem wurde!

Ivoir
Ivoir melden

Die F-Ultras werden auch H.C. zukünftig die Stange halten, doch die Zukunftsorientierten werden mehr und mehr Hofer's Nähe suchen. Anzunehmen ist auch, dass nach er nächsten Wahl die restlichen Stronachmarionetten bei der FPÖ um Asyl ansuchen werden und Lugar endlich Farbe bekennt.

Ivoir
Ivoir melden

Wie es aussieht hat nicht Hofer die Wahl verloren, sondern H.C. Strache

parteilos melden

Ich finde nicht das Strache die Wahl verloren hat. Es war eine BP Wahl, sonst hätten die Grünen keine 50%. Ich sehe eher einen Kurs in Richtung Blau, Tendenz steigend. Für mich stellt sich die Frage, welchen Posten die NR in Zukunft anstreben um am Trog zu naschen. Da werden ein paar ihren Sessel in NR wohl hergeben müssen. Wer verzichtet schon gerne auf 8000 pro Monat?

Ivoir
Ivoir melden

Die BP-Wahl war Straches Wunschkind und wenn sie den Kickl nicht rausschmeißen war das der letzte größere Erfolg der FPÖ.

parteilos melden

Das mag schon stimmen. Ich denke, dass es unabhängig der Kandidaten, einzig allein der angestrebte Kurs von Bedeutung ist. Man könnte jeden hinsetzen.
Aber es stimmt schon, wenn sie einen "ZAHMEREN" hinsetzen wird's wahrscheinlich noch leichter einer größeren Erfolg einzufahren. Die SPÖ wird sich schon halten, die ÖVP, Stronach und Grüne sind die Verlierer.

Testor melden

Auch Lopatka will offensichtlich vorbauen, um bei der FPÖ im Falle des Falles Unterschlupf zu finden. Seine Parteinahme für Hofer, könnte auf Grund seiner großen Unbeliebtheit in der Bevölkerung eher als Unterstützung für VdB gewirkt haben.
Als ewiger Quertreiber könnten seine Tage als Clubobmann der ÖVP ohnehin gezählt sein.

Seite 1 von 1