Vereinbarung getroffen von

Strache droht kein
Parteiausschluss

Wenn Ex-Vizekanzler nach Brüssel geht, verzichtet er aber vorerst auf Parteifunktionen

Hofer Strache © Bild: APA/Fohringer

Zuerst kam das Ibiza-Video, danach legte Heinz-Christian Strache seine Funktionen in der FPÖ und als Vizekanzler zurück. Trotzdem erhielt er eine Woche darauf, bei der EU-Wahl 44.750 Vorzugsstimmen. Damit steht ihm ein EU-Mandat zu. Ob er dieses annimmt ist noch offen. Tut er dies, droht ihm jedoch kein Parteiausschluss, wie nun bekannt wurde. Allerdings wird er in diesem Fall "auf sämtliche Funktionen innerhalb der FPÖ verzichten".

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Heinz-Christian Strache ist zwar vor über zwei Wochen zurückgetreten, doch leise wird es um den ehemaligen Vizekanzler und FPÖ-Chef nicht. Auch weil dieser mit fast 45.000 Vorzugsstimmen bei der EU-Wahl ein Anrecht auf ein Mandat als Abgeordneter im EU-Parlament hat. Im ersten Eifer der Freude gab Strache gleich via Facebook bekannt, dieses annehmen zu wollen, doch das Posting wurde umgehend wieder gelöscht.

Verzicht bis zu Ibiza-Aufklärung

Ob er es nun annimmt oder nicht, ist noch offen. Im Falle einer Annahme, wird er allerdings "auf sämtliche Funktionen innerhalb der FPÖ verzichten" - und zwar "bis zur vollständigen Aufklärung der Umstände rund um das Ibiza-Video". Das gab FPÖ-Chef Norbert Hofer nach dem Parteivorstand bekannt. Strache selbst erklärte via Facebook, dass er nach wie vor keine Entscheidung getroffen habe.

Hofer habe dem Vorstand von einer entsprechenden Vereinbarung mit Strache berichtet, erklärte die Partei in einer Aussendung nach der Gremien-Sitzung. Das Bundesparteipräsidium habe diese Vereinbarung "einstimmig zur Kenntnis" genommen.

Strache noch unschlüssig

Am Dienstagabend äußerte sich Strache dann erneut auf Facebook: "Ich werde die letzten Tage von vielen Wegbegleitern und den Medien gefragt, ob ich das EU-Direktmandat annehmen werde, nachdem mir zahlreiche Wähler durch ihre Vorzugsstimme direkt-demokratisch hierfür die Legitimation erteilt haben", so der Ex-Obmann. "Ich habe jedoch hierüber noch keine Entscheidung getroffen. Nicht aus Unsicherheit, sondern vielmehr aufgrund meines unbedingten Willens und Wunsches, zunächst aufzuklären und erst dann für mich und mit meiner Familie zu befinden, wie meine politische Zukunft aussehen wird", schrieb er.

"Ich bin und bleibe mit Leidenschaft ein Vollblut-Politiker", betonte Strache. "Dennoch muss und wird der nächste Schritt von mir sorgfältig abgewogen werden." Dabei gehe es nicht um ihn, "sondern darum, was für die Partei und dieses Land das Beste ist." Er stehe jedenfalls "voll zur Freiheitlichen Partei Österreichs und zu unserem konsequent fortzusetzenden Weg als soziale Heimatpartei", schrieb er und sprach dem designierten FPÖ-Obmann Hofer und dessen Mannschaft sein Vertrauen aus. "Wir sind eine Familie. In guten und in schwierigen Zeiten halten wir zusammen", schloss der Ex-Parteichef sein Posting.