Hofer-Grünstrom von

VKI-Kritik an Hofer-Strom

Konsumentenschützer begrüßen aber grundsätzlich den Markt-Impuls durch Diskonter

Hofer-Filiale bei Nacht. © Bild: Format/Heidi Michel Debor

Kritik am "Grünstrom", den der Diskonter Hofer seit heute, Montag, anbietet, kommt vom Verein für Konsumenteninformation (VKI). Das Angebot sei weder das billigste noch das umweltfreundlichste, erklärte der VKI. Dennoch kann der VKI dem Ökostrom-Angebot des Diskonters grundsätzlich Positives abgewinnen: "Hofer gibt damit einen Impuls am Markt, der die Wechselbereitschaft der Konsumenten mit großer Wahrscheinlichkeit erhöht und damit auch den Wettbewerb im Sinne der Verbraucher belebt."

Auch die E-Control hatte, am Wochenende, das neue Stromangebot begrüßt und eine Rekord-Zahl an Zugriffen auf ihrem Online-Tarifkalkulator vermeldet. Bis Montagmittag sind laut Greenpeace schon 1.200 Haushalte auf Hofer-Strom gewechselt, im ersten Anlauf gibt es ohnedies nur 5.000 Verträge.

Hinsichtlich der Umweltfreundlichkeit sei das Angebot von Hofer und der oekostrom AG nicht besser als andere standardmäßige Ökostromprodukte, meinte der VKI in einer Aussendung. Nach Angaben des Diskonters stammen dabei 90 Prozent des Strom aus Kleinwasserkraftwerken in der Steiermark, Tirol und Salzburg - für den VKI alte, abgeschriebene und "nicht ökologisch optimierte" Anlagen -, 9 Prozent aus niederösterreichischer und burgenländischer Windenergie sowie 1 Prozent aus Photovoltaik.

Andere Angebote billiger

Der Wind- und PV-Anteil sei bei Hofer-Strom niedrig, so der VKI, denn die engagiertesten "Grünstrom"-Produkte würden zumindest 21 Prozent Anteil aus Windkraft aufweisen, mindestens 1,5 Prozent Photovoltaik und ein Limit beim Wasserkraft-Strom. Solche Produkte seien durchwegs auch mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert (Alpen AdriaEnergy, ENAMO Ökostrom und Naturkraft). Dies sei ebenfalls bei einem Produkt der oekostrom AG der Fall - jedoch nicht bei dem konkret von Hofer offerierten.

Auch die Werbeaussagen zum Preis seien zu relativieren, so der VKI: Die billigsten Stromprodukte aus erneuerbarer Energie - konkret aus Wasserkraft - würden derzeit stromdiskont.at (ENAMO) sowie der Verbund anbieten. Das Fazit für die Konsumentenschützer lautet daher: "Wenn es ums Sparen geht, dann gibt es billigere Produkte - wenn es um die Ökologie geht, dann gibt es bessere Ökostromprodukte."

Kommentare

Woody Woodypecker

Die Aussage des VKI trifft nur teilweise zu: der Verbund ist nur mit der Neukundenprämie "billiger".
Einzig ENAMO ist günstiger.
Der VKI sollte eigentlich wissen wie der Tarifrechner der E-Control richtig zu bedienen ist. Peinlich.

Ganz gleich woher man seinen Strom bezieht, aus der Steckdose kommt immer der gleiche Anteil Atomstrom. Oder wie möchten die Grün-Anbieter den aus dem europäischen Stromnetz herausfiltern?

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