Höhlen-Drama auf Ferieninsel Teneriffa: 6 Wanderer in Stollen ums Leben gekommen

Besucher starben an Kohlenmonoxidvergiftung Bei Einheimischen als "Höhle des Todes" bekannt

Die sechs Ausflügler, die auf der spanischen Ferieninsel Teneriffa bei einer Wanderung durch eine Höhle ums Leben gekommen waren, starben vermutlich an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. Das giftige Gas stammte laut Expertenberichten aus dem Magma im Innern des Teide-Vulkans im Zentrum der kanarischen Insel.

Die Stollen im Nordwesten von Teneriffa sind bei Einheimischen wegen des hohen Gehalts von Giftgasen in der Luft als "Höhle des Todes" bekannt. Bei den Toten handelte es sich um fünf Spanier - darunter eine Frau - im Alter von 22 bis 39 Jahren und einen 29-jährigen Italiener.

Sie hatten einer Gruppe von insgesamt 30 Ausflüglern angehört, die am Samstag die Höhle bei der Ortschaft Los Silos besucht hatte. 24 von ihnen hatten sich aus eigener Kraft in Sicherheit bringen können oder waren von Bergungsteams gerettet worden.

Auf Teneriffa gibt es nach Angaben der Zeitung "El Pais" etwa 1.000 Höhlen und Stollen dieser Art. Viele von ihnen waren zur Wassergewinnung in die Berge gesprengt worden. Sie sind in der Regel mit Gittern verriegelt. Auch die Höhle von Los Silos war einst verschlossen gewesen. Unbekannte hätten das Gitter jedoch entfernt, berichtete das Blatt. Niemand habe sich darum gekümmerte, es zu ersetzen.

Der Wissenschafter Nemesio Perez bezifferte die Konzentration von Kohlenmonoxid in den Tunneln auf zehn bis 15 Prozent. Werte von bis zu 0,5 Prozent gelten nach Angaben des Experten als für Menschen verträglich. Eine Konzentration von über drei Prozent sei giftig.

(apa/Red)