Höhere Spritsteuer wird weitergegeben: Große Koalition auch an Tankstellen spürbar

Ölkonzerne wollen nicht auf Kosten "sitzenbleiben" Autofahrer könnten von Konkurrenzdruck profitieren

Höhere Spritsteuer wird weitergegeben: Große Koalition auch an Tankstellen spürbar

Die führenden heimischen Ölkonzerne werden die von der SP-VP-Regierung geplante Erhöhung der Mineralölsteuer (MöSt) nicht schlucken. "Der Wettbewerb am österreichischen Treibstoffmarkt ist so groß, dass sich solche Aufschläge nicht unterbringen lassen", sagte OMV-Sprecher Thomas Huemer am Dienstag auf Anfrage der APA.

Die Anhebung der MöSt werde sich sicherlich "bemerkbar machen". Auch BP Österreich-Chef Hans Strassl erklärte: "Wir werden natürlich versuchen, nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben." Ob das gelingen werde, sei aber fraglich. Strassl: "Das entscheidet der Markt."

Diesel um drei Cent teurer
SPÖ und ÖVP hatten sich in den Regierungsverhandlungen zu Wochenbeginn auf eine Erhöhung der Mineralölsteuer um 3 Cent bei Diesel und einen Cent bei Benzin geeinigt. Die zusätzlichen Einnahmen von rund 300 Mio. Euro sollen in den Infrastrukturausbau fließen.

Belastung bedauerlich
In der OMV sprach man von einer "politischen Entscheidung". BP-Chef Strassl sagte, es sei "bedauerlich, dass es eine weitere Belastung der Autofahrer gibt". "Jede Belastung der Autofahrer ist eine Belastung zu viel", beklagte der BP-Manager. Zusätzliche Verteuerungen könnte die verpflichtende Beimischung von Bio-Benzin ab Oktober 2007 bringen. Auch die Einführung von Biodiesel 2005 hat zu Preiserhöhungen geführt. Genaue Kalkulationen für Bio-Benzin wird es aber erst zu Jahresmitte geben, sagte Strassl.

Preisdruck durch Wettbewerb
Allerdings räumte er ein, dass es den Mineralölkonzernen auch 2006 nicht gelungen sei, sämtliche Mehrkosten an den Kunden weiterzugeben. "Der Wettbewerb ist harsch. Wir haben im Treibstoffgeschäft im Vorjahr sicher nichts verdient", so Strassl zur APA. Wie er im "Standard" (Mittwochausgabe) erklärte, hat BP in Österreich 2006 "gut 2 Mrd. Euro Umsatz und rund 15 Mio. Euro Verlust" geschrieben.

OMV vor BP
Das größte europäische Mineralölunternehmen kauft und verkauft in Österreich mehr oder weniger nur Fertigprodukte. Neben der OMV ist BP seit der Übernahme von Aral mit 569 Tankstellen und einem Marktanteil von rund 23 Prozent die größte heimische Tankstellenkette. Von den hohen Ölpreisen und den verbesserten Raffinerie-Margen hat BP Österreich als reine Handelsgesellschaft nicht profitiert. (APA/red)