Höhere Puffer in Banken gefordert: G-20 wollen die Eigenkapitalregeln verschärfen

Risiko-Geschäfte sollen damit verhindert werden Kompromiss bei umstrittenen Manager-Boni gefunden

Höhere Puffer in Banken gefordert: G-20 wollen die Eigenkapitalregeln verschärfen © Bild: Reuters/Macdiarmid

Die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) wollen Banken offenbar mit härteren Eigenkapitalregeln von riskanten Geschäften abhalten. Die Finanzminister und Notenbankchefs unterstützen einen US-Vorschlag für größere Risikopuffer der Geldhäuser, wie aus G-20-Kreisen bekannt wurde. Eine solche Vereinbarung käme einem Durchbruch bei der umstrittenen Reform der Finanzbranche gleich.

Die G-20 verständigten sich einem Erklärungsentwurf zufolge zudem darauf, ihre milliardenschweren Konjunkturmaßnahmen im Kampf gegen die Rezession fortsetzen, bis eine weltweite Erholung nach der schwersten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg gesichert sei. Trotz zuvor heftiger Kontroversen wurde auch ein Konsens bei den Manager-Boni gefunden. Die G-20 einigten sich darauf, dass Bankmanager künftig nur für langfristige statt für kurzzeitige Erfolge Prämien erhalten sollen. Zudem wurde eine mögliche Rückforderung der Boni vereinbart.

Größere Puffer gefordert
Die Banken müssten sich auf härtere Eigenkapitalregeln einstellen, verlautete aus den Kreisen weiter. Das bedeute, dass die Banken mehr Kapital als Puffer bereithalten müssten. Zudem solle die Expertengruppe "Financial Stability Board" (FSB) Richtlinien erarbeiten, nach denen Finanzinstitute bei einem drohenden Kollaps sicher geschlossen werden können. Dabei seien Schritte zum Schutz der Konteninhaber vorgesehen, während der Investmentteil einer Bank abgewickelt werde.

Krise noch nicht vorbei
Seit dem letzten G-20-Treffen zur Wirtschaftskrise im April hat sich der Konjunkturausblick deutlich verbessert. Doch die Politiker fürchten, die Erholung mit einem verfrühten Ausstieg aus der Krisenpolitik auszubremsen. "Es hat niemand gesagt dass die Krise schon vorbei ist", sagte der deutsche Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen. Es sei aber eine Stabilisierung zu erkennen. Die G-20 seien sich einig, dass ein gemeinsamer, koordinierter Ausstieg in der Zukunft vorbereitet werden solle.

Die Finanzminister und Notenbankchefs bereiten in London den G-20-Weltfinanzgipfel Ende des Monats in den USA vor. Dort werde mit "maßgeblichem Fortschritt" bei der Frage nach einer Reform des Internationalen Währungsfonds (IWF) gerechnet, hieß es am Samstag weiter. Der Einfluss der Schwellenländer solle deutlich steigen.

(apa/red)

Kommentare

Was gibts da zu überlegen? Die Banker und Manager haben durch deren
Bonuszahlungen und zu riskanten Spekulationen
einen Schaden von insgesamt 7 Billionen Euro/
sprich ca. 1000 Euro pro lebenden Menschen
und Kopf ausgelöst um sich selbst zu bereichern.

Die Krise ist noch nicht annähernd überstanden und
die sind schon wieder fleißig am abkassieren!? Das
ganze System rennt falsch und kein Politiker macht
da auch nur annähernd was!

Wie kann man da nur mit dem Wissen zusehen und
"Menschen" die Macht im wirtschaftlichen Bereich
weiter überlassen, wenn man eindeutig sieht was
die machen?

Wenn ein Banker eine hohe Spekulation macht und
diese erfolgreich ist, dann kriegt er Millionen, aber
auch wenn diese Spekulation der totale Verlust ist,
dann kriegt er seinen Bonus? Sprich egal was er
macht ... er wird reich!

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