Höhere Flugpreise aufgrund des Klimas:
63 Prozent hätten Verständnis für Teuerung

Knappes Drittel würde auf Fernreisen verzichten Bisherige Maßnahmen für 81 Prozent nicht genug

Höhere Flugpreise aufgrund des Klimas:
63 Prozent hätten Verständnis für Teuerung

63 Prozent der Österreicher hätten Verständnis, wenn das Fliegen aus von Umweltschutzgründen teurer würde. Auf Fernreisen verzichten würden jedoch nur 31 Prozent, so das Ergebnis einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts IMAS. Weitgehende Einigkeit besteht darüber, dass zu wenig für den Klimaschutz unternommen werde - 81 Prozent vertraten diese Ansicht.

IMAS befragte im März 1.000 repräsentativ für die österreichische Bevölkerung über 16 Jahre ausgewählte Personen in Telefon-Interviews. Nur 14 Prozent halten die bisherigen Klimaschutz-Anstrengungen für ausreichend. Genau so viele waren es auch unter den ÖVP-Anhängern. Die wenigsten Zufriedenen gibt es bei den Grün-Sympathisanten (zwei Prozent), auch unter den FPÖ- und BZÖ-nahen Befragten glauben nur acht Prozent, dass genug getan werde, um einer drohenden Katastrophe vorzubeugen. Im SPÖ-Lager hält hingegen jeder Fünfte die bereits getroffenen Maßnahmen für ausreichend.

Geteilte Meinung
Mit seinem Vorschlag, für den Klimaschutz auf weite Flüge zu verzichten, erntete Umweltminister Josef Pröll im grünen Lager mit 42 Prozent Zustimmung den größten Beifall. Auch bei seinen eigenen Parteigängern konnte er überdurchschnittlich punkten (37 Prozent). Die SPÖ-Anhänger waren zu 29 Prozent dafür. Am wenigsten wollen sich BZÖ- und FPÖ-Sympathisanten ihre Fernreisen vermiesen lassen, nur 17 Prozent können einem freiwilligen Flug-Verzicht etwas abgewinnen.

Höhere Preise sind ok
Sollte das Fliegen aus Umweltschutzgründen teurer werden, würden das 63 Prozent akzeptieren. Bei den unter 30-Jährigen ist die Bereitschaft, mehr zu bezahlen mit 53 Prozent deutlich geringer als bei älteren Befragten, von denen zwei Drittel Verständnis für höhere Preise signalisierten.

Eigeninitiative
Das Szenario des UNO-Klimaberichts, wonach der Menschheit nur mehr wenige Jahre bleiben, um eine unermessliche Klimakatastrophe zu verhindern, halten 57 Prozent für realistisch. Nur ein gutes Drittel der Befragten meint, dass diese Angst übertrieben ist. Allerdings denkt nur eine Minderheit (21 Prozent), dass der Staat allein für Klimaschutzmaßnahmen verantwortlich ist. 35 Prozent sehen in erster Linie die Initiative des Einzelnen gefordert. 41 Prozent sind der Ansicht, dass sowohl der Staat als auch jeder Bürger von sich aus alles tun müsse, um zum Klimaschutz beizutragen. (apa/red)