Höher und höher: Wohnungsmieten stiegen mit Ausnahme Wien stärker als Inflation...

Stadt Innsbruck ist teuerstes Pflaster der Republik Immo-Experten erwarten weiter steigende Tendenz

In sieben von neun Landeshauptstädten sind im vergangenen Jahr die Wohnungsmieten stärker angestiegen als die allgemeine Geldentwertung (2,3 Prozent) - im Regelfall zwischen drei und fünf Prozent. Die große Ausnahme dabei ist die Bundeshauptstadt Wien, wo die neuen Nettomieten unter dem Strich sogar zurückgegangen sind. Stark zugelegt haben die Neumieten dagegen in St. Pölten (+12,6 Prozent) und Salzburg (+9,1 Prozent). Dies geht aus dem "Immobilienpreisspiegel 2006" der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer hervor....

Innsbruck ist teuerstes Pflaster der Republik
Im Mittelfeld des am Mittwoch vorgestellten neuen Immobilienpreisspiegels der Wirtschaftskammer liegen bei der Verteuerung der Wohnungsmieten Klagenfurt (+4,3 Prozent), Graz (+ 3 Prozent) Linz (+3,8 Prozent) und Eisenstadt (4,7 Prozent). Eine deutliche Verteuerung hat es hingegen in Innsbruck (+5,9 Prozent) gesetzt, das mit durchschnittlich gut acht Euro Netto-Miete Bregenz als "teuerstes Pflaster" der Republik überholt hat. In der Vorarlberger Hauptstadt haben die Mieten von einer hohen Ausgangsbasis ausgehend nur moderat zugelegt.

Höchste Preise für Eigentumswohnungen in Salzburg
Ähnlich stark klafft der Markt auch bei den Eigentumswohnungen auseinander: Während in Eisenstadt neue Eigentumswohnungen sogar billiger wurden (um 1,3 Prozent), stiegen die für diese Kategorie verlangten Quadratmeterpreise in Graz und Klagenfurt um mehr als acht Prozent. Die gebrauchten Eigentumswohnungen verfielen 2005 in Eisenstadt gar um 4,3 Prozent - in Salzburg und St. Pölten stiegen sie dagegen um neun bzw. fast 13 Prozent. Die bei weitem höchsten durchschnittlichen Preise für neue Eigentumswohnungen werden in Salzburg (2.944 Euro pro m2, ohne Umsatzsteuer) gezahlt, am günstigsten ist es, sich eine neue Eigentumswohnung in Eisenstadt (1.467 Euro/m2) zuzulegen. Beim Erwerb einer neuen Eigentumswohnung werden 2.300 bis 2.500 Euro vielfach als "Schmerzgrenze" empfunden, sagte Malloth.

Beliebte Wien-Bezirke: 4., 7., 8. und 19.
Auch für genau definierte konkrete Standorte ist es freilich zunehmend schwierig, allgemein gültige Aussagen zu treffen, betonte der Fachverbandsobmann: "Der Markt hat keine Mitte mehr, dieser allgemeine Trend zeigt sich auch am Immobilienmarkt." So scheiden sich in der Bundeshauptstadt immer deutlicher Gewinner von Verlierern. Bezirke wie der 4., 7., 8. und 19. Bezirk, aber auch die Leopoldstadt (2. Bezirk), werden immer beliebter. Im 12., 20. oder 21. Bezirk stagnieren dagegen die Preise oder gehen sogar zurück.

Gefragt: Altbauwohnungen
Immer stärker differenziert sich das Konsumenteninteresse auch nach Entstehungszeit und Typus der Wohnung. Während die Nachfrage für den "klassischen Altbau" ungebrochen nach oben zeigt, nimmt das Interesse an Eigentumswohnungen mit einer Entstehungszeit zwischen 1950 und 1980 weiter ab, berichtete Malloth. Der Trend in die Vorstädte sei ungebrochen: "Die Speckgürtel der Städte sind noch keiner Diät zugeführt worden."

Tendenz steigend...
Auch für die Zukunft rechnet Thomas Malloth, Obmann des Wirtschaftskammer-Verbandes, mit anziehenden Mieten. Als Begründung dafür gibt er die sinkende Neubauleistung an: "Ich glaube, dass es bei den Wohnungen zu einer gewissen Verknappung kommen wird und daher die Tendenz nach oben zeigt", sagte Malloth bei der Präsentation des Berichts. Als zweiten Faktor nannte er die im internationalen Vergleich ohnedies niedrige preisliche Ausgangsbasis im Bestand (gebrauchte Mietwohnungen).
(apa/red)