Höhenflug geht weiter: Air Berlin schnappt sich Ferienflieger Condor in zwei Tranchen

75 Prozent im Jahr 2009, den Rest ein Jahr später Thomas Cook erhält 30-Prozent-Anteil an Luftlinie

Höhenflug geht weiter: Air Berlin schnappt sich Ferienflieger Condor in zwei Tranchen

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin will durch die dritte Übernahme in kurzer Folge in europäische Dimensionen wachsen. Nach dba und LTU will Air Berlin auch den Ferienflieger Condor schlucken. Der Reisekonzern Thomas Cook werde seine Condor-Anteile in die Air Berlin-Gruppe einbringen und dafür bis zu 600 Mio. Euro erlösen, sagte Air-Berlin- Chef Joachim Hunold in Düsseldorf.

Air Berlin will die für Februar 2009 geplante Übernahme weitgehend mit eigenen Aktien bezahlen. Thomas Cook mit der deutschen Haupt- Reisemarke "Neckermann" werde mit bis zu 30 Prozent an Air Berlin beteiligt, sagte Hunold.

Der Chef des Thomas-Cook-Mutterkonzerns Arcandor (zuvor KarstadtQuelle), Thomas Middelhoff, will mit den Erlösen aus dem Condor-Verkauf "an der weiteren Konsolidierung des europäischen Tourismusgeschäfts aktiv teilnehmen". Middelhoff sagte in Düsseldorf, der Verkauf von Condor rechne sich für Arcandor. Im März habe sein Unternehmen 800 Mio. Euro an die Lufthansa für deren 50-Prozent- Beteiligung an Thomas Cook bezahlt. "Da sind die 600 Mio. Euro, die wir für unsere Condor-Beteiligung erhalten, kein so schlechtes Geschäft."

Air Berlin will mit der Übernahme dichter zum deutschen Branchenprimus Lufthansa aufschließen. Die größte deutsche Fluggesellschaft ist mit 24,9 Prozent an Condor beteiligt und besitzt ein Vorkaufsrecht. Die Lufthansa will zügig entscheiden, ob sie dieses Recht nutzt. Middelhoff hält dies nicht für sehr wahrscheinlich. Falls Lufthansa Condor doch übernimmt, werde sich Thomas Cook mit dem Verkaufserlös an Air Berlin beteiligen und die Verträge mit Condor auf Air Berlin umschreiben, sagte er.
(apa/red)