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Hockey-EM: Österreich holt Silber

ÖHV-Team im Finale erst in der "Verlängerung" von Deutschland besiegt

Österreich im Hockey-Finale © Bild: Norbert Grüner/ÖHV

- Österreichs Hockey-Nationalteam der Herren ist am Sonntag hauchdünn am Gewinn der Heim-EM gewesen, letztlich brachte das erstmals in der Halle durchgeführte Penaltyschießen aber die Entscheidung zugunsten von Deutschland. Der Titelverteidiger setzte sich in dieser Novität 4:3 durch, nachdem es nach regulärer Spielzeit 5:5 (3:3) gestanden war. Silber ist Österreichs vierte Medaille en suite.

Rund 1.000 Zuschauer in der Wiener Stadthalle B hatten auf Österreichs zweiten Gold-Coup nach 2010 gehofft, als es in Almere in den Niederlanden einen von bisher zwei nicht-deutschen EM-Finalsiegen gegeben hatte. Der andere passierte 2008 durch Russland. Die Russen waren vor vier Jahren auch Finalgegner der ÖHV-Truppe, schon damals wurde das Spiel in der - damals 2 x 5-minütigen - Verlängerung entschieden.

"Mentale Stärke war rieisig"

Dass das Heimteam diesmal nach 2 x 20 Minuten das Remis halten konnte, verdankte sie primär Michael Körper. Der ÖHV-Toptorschütze scorte gleich vier Treffer, seinen letzten nach Ablauf der Zeit nach einer kurzen Ecke. "Klar bin ich mit meiner Leistung zufrieden, ich habe die Mannschaft im Spiel gehalten", sagte Körper. "Aber ich bin nicht allein. Die Enttäuschung ist nach der Niederlage natürlich da, unsere mentale Stärke bei 3:5-Rückstand war aber riesig."

Körper brillierte auf der einen Seite, Moritz Fürste auf der anderen. Er führte ein Team an, dass nur aus A-Kaderspielern bestand, wegen des zeitgleichen World-League-Finales aber nicht die stärkste deutsche Equipe war. Fürste erzielte vor der Pause das 0:1 (2.) und das 2:2 (17./kurzer Ecke), dazwischen scorte Körper (4.,13.). Schließlich traf Fürste nach einem Stanzl-Stangenschuss im Gegenstoß zum 2:3 (18.), Sebastian Eitenberger glich noch vor dem Seitenwechsel aus (19.).

Nachdem Richardo Nevado (25./kurze Ecke) und Constantin Staib (37.) auf 3:5 gestellt und die Deutschen dazwischen auch noch ein aberkanntes Fürste-Tor verzeichnet hatten (31.), schien die Entscheidung gefallen. Doch Körper brachte die Halle mit seinem zweiten Doppelpack in dieser Partie noch einmal zum Toben (39.,40./kurze Ecke). Sein viertes Tor war die letzte Aktion der zweiten Hälfte.

Deutsche gewinnen Penaltyschießen

Im Penaltyschießen hatte danach jeder Schütze sechs Sekunden Zeit, um den Ball im Tor unterzubringen. In der ersten Dreier-Serie trafen Daniel von Drachenfels, Nevado und Fürste bzw. Stanzl, Monghy und Körper. Dann wurde neu durchgemischt, wobei Österreichs Team zuerst antrat. ÖHV-Kapitän Stanzl schoss über das Tor, danach fixierte Fürste bei der 16. Hallen-EM den schon 14. deutschen Titelgewinn.

"Ich hatte mir etwas überlegt", meinte Stanzl der APA - Austria Presse Agentur in Bezug auf seinen Fehlschuss gegen den zum "Turnier-Tormann" gewählten Felix Reuss. "Leider bin ich etwas weggerutscht. Das ist natürlich bitter, aber ich denke, ich habe dennoch ein ordentliches Turnier gespielt." Das Penaltyschießen war vom ÖHV-Team trainiert worden. "Aber im Training kann man den Zeit-und Leistungsdruck nicht simulieren", sagte ÖHV-Teamchef Tomasz Laskowski.

Der gebürtige Pole war ebenso enttäuscht, aber auch stolz auf seine Mannschaft. "Dass sie zum Schluss von 3:5 noch in die Partie zurückkommt, das ist große Qualität. "Wir haben ein tolles Finale geboten. Da gab es alles, nur kein Happy End für uns." Fürste wurde Torschützenkönig, zum beste ́n Spieler der EM wurde der Schwede Johan Bjökrman gewählt. Während deren Ehrungen dachte Laskowski schon an die WM 2015 in Leipzig: "Da holen wir uns das Gold zurück."

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