Hochwasser erreicht Parlament: Vorerst
aber keine Sammelklage gegen Republik

Verschleppung der Dammsanierung seit dem Jahr '97 Bürgermeister von Dürnkrut will keine Schnellschüsse

Hochwasser erreicht Parlament: Vorerst
aber keine Sammelklage gegen Republik

Trotz Ankündigung des Bürgermeisters von Dürnkrut, Rudolf Reckendorfer, wird es vorerst keine Sammelklage gegen die Republik Österreich wegen verschleppter Dammsanierung geben. Der Gemeinderat hat die Entscheidung darüber am Abend vertagt. Der Anwalt der Gemeinde hatte von einem Schnellschuss abgeraten. Die Rechtslage müsse noch genau überprüft und weitere Gutachten eingeholt wrden, heißt es.

In Sachen Sammelklage werde man in Dürnkrut sicher keine Schnellschüsse machen, sagte Bürgermeister Reckendorfer am Dienstag zur APA. Davon habe ihm auch der Anwalt abgeraten. Vielmehr sollen im Zusammenhang mit den seit 1997 bekannten Dammschäden Gutachten eingeholt und Material zusammengetragen werden.

Eine Entscheidung darüber, ob es zu einer Sammelklage kommt, werde daher nicht so rasch fallen. Auch die Bevölkerung teile die Meinung, hier wohlüberlegt vorzugehen, berichtete Reckendorfer von der gestrigen Info-Veranstaltung im Feuerwehrhaus.

Die Republik in jedem Fall klagen wolle ein Privatmann aus den USA. Das habe der Amerikaner, der auf seinem Besitz in Dürnkrut 50 Oldtimer untergebracht hatte, in einem Brief mitgeteilt. Es gehe um einen Schaden von 3,5 Mio. Euro.

Indes nahm Landeshauptmann Erwin Pröll (V) laut dem ORF NÖ zur diskutierten Causa Stellung: "Dort, wo eine derartige Klage im Raum steht, raten uns die Juristen dringendst ab, mit Auszahlungen zu beginnen." In Angern habe man heute bereits erste Zahlungen im Rahmen der finanziellen Soforthilfe geleistet. Dazu meinte Reckendorfer, sollte es stimmen, dass die Gelder für Dürnkrut blockiert werden, wäre der Landeshauptmann nicht gut beraten. Die Bevölkerung sei bereits verunsichert. (apa/red)