Überschwemmungen von

Millionenschäden in Tirol

Landeshauptmann Platter rechnet mit horrender Summe allein in seinem Bundesland

Hochwasser in Tirol - im Bild Kössen © Bild: APA/Zeitungsfoto.at/Liebl

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (V) geht davon aus, dass in seinem Bundesland durch die Hochwasserkatastrophe ein Schaden in "deutlich zweistelliger Millionenhöhe" entstanden ist. Genauere Zahlen gebe es aber noch nicht, sagte Platter am Dienstag bei der ersten gemeinsamen Pressekonferenz mit seiner Grünen LHStv. Ingrid Felipe nach der Sitzung der Landesregierung in Innsbruck. Dort wurde ein Hochwasser-Maßnahmenpaket des Landes vorgestellt.

Das Land Tirol werde "für alles was notwendig ist" aufkommen und "ausreichende, finanzielle Mittel zur Verfügung stellen", um die privaten Schäden sowie jene der betroffenen Gemeinden in den Bezirken Kitzbühel und Kufstein im Tiroler Unterland abzudecken. Der Landeshauptmann erklärte, mit dem Bund Verhandlungen hinsichtlich des Katastrophenfonds führen zu wollen.

Als erste "Grundaussage" könne er festhalten, dass abgesehen von absoluten Härtefällen grundsätzlich 50 Prozent der privaten Schäden abgedeckt werden, meinte Platter. Vom offenen Betrag werde man zu 25 Prozent Mittel aus der Wohnbauförderung oder einen 35-prozentigen Annuitätenzuschuss zur Verfügung stellen.

Katastrophenfonds übernimmt 60 Prozent
Laut dem Landes-Chef würden die Schäden der Gemeinden zu 60 Prozent aus dem Katastrophenfonds von Bund und Ländern gedeckt. Zudem richte das Land ein Spendenkonto für die Betroffenen ein. Platter versprach, dass die Behördenverfahren zur Wiederherstellung so rasch wie möglich abgewickelt werden sollen.

Weiters werde es eigene Informationsveranstaltungen des Landes für die Bürger in den betroffenen Gemeinden geben. Gestartet würden diese am 12. Juni in der am schwersten von der Naturkatastrophe gebeutelten Gemeinde Kössen im Bezirk Kitzbühel, erklärte der Landeshauptmann.

LHStv. Felipe kündigte an, in den kommenden Tagen in die leidgeprüften Orte im Tiroler Unterland fahren zu wollen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Als zuständige Umweltschutzlandesrätin gehe es ihr vor allem um die Handhabe mit möglichen Beschädigungen an Kläranlagen und Öltanks.

Entwarnung in Tirol
Platter meinte überdies, dass man mittlerweile in Tirol Hochwasser-Entwarnung geben könne. Die Pegel würden deutlich zurückgehen, die Aufräumarbeiten seien in vollem Gange. Insgesamt habe man trotz der Katastrophe auch "ein Riesenglück gehabt". Denn wäre in höheren Regionen weniger Schnee und mehr Regen gefallen, hätte dies auch in Orten wie etwa der Marktgemeinde St. Johann in Tirol zu noch weitaus größeren Problemen geführt.

Kommentare