Tritt der Fluss Po über die Ufer?

Hunderte Menschen mussten bereits vor Fluten in Sicherheit gebracht werden

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    Unwetter in Italien

    Heftige Unwetter haben ganz Italien unter Wasser gesetzt.

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    Unwetter in Italien

    In Neapel stehen zahlreiche Straßen und Häuser stehen unter Wasser.

Inzwischen sind hunderte Feuerwehrmannschaften und Freiwillige im Einsatz, um die Straßen Genuas von Schlamm und Geröll zu befreien. Nach tagelangen Regenfällen haben sich die Straßen und Gassen der Lagunenstadt in reißende Bäche verwandelt. Der Fluss Bisagno trat über die Ufer und überschwemmte mehrere Stadtteile. Riesige Wasser-und Schlammmassen, die plötzlich durch eine Straße in der Innenstadt strömten, erdrückten vier Frauen und zwei Kinder, die in einem Hauseingang Zuflucht gesucht hatten. Das jüngste Opfer war erst elf Monate alt. Die Wassermassen drückten Schaufenster ein, Schlamm und Trümmer rissen zahllose Fahrzeuge mit.

Genua: Justiz ermittelt wegen fahrlässiger Tötung
Die Justizbehörden Genuas leiteten unterdessen Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung ein. Offensichtlich sei in der Stadt dort gebaut worden, wo man wegen der Gefahr von Hochwasser nicht hätte bauen dürfen. Wegen wilder Zementierung und dem Bau vieler Tiefgaragen sei der hügelige Boden der Stadt Genua unsicher geworden. Unabhängig vom Klimawandel sei es unannehmbar, dass Ligurien immer wieder von Erdrutschen heimgesucht werde, betonte ein Staatsanwalt. Auch der italienische Präsident Giorgio Napolitano forderte eine Untersuchung bezüglich der Ursachen der katastrophalen Erderutsche in Genua.

Wütende Bürger
Empörte Bürger beschimpften am Samstag die Genueser Bürgermeisterin Marta Vincenzi und beschuldigten sie, keine Vorbeugemaßnahmen ergriffen zu haben, obwohl seit Tagen heftige Regenfälle angesagt waren. Der Papst sprach den Familienangehörigen der Opfer sein Beileid aus.

Erst vor zehn Tagen hatten verheerende Unwetter die Regionen Ligurien und Toskana heimgesucht, bei denen zehn Menschen ums Leben gekommen waren. Laut Wetterexperten wird das schlechte Wetter im Norden zumindest noch über das Wochenende anhalten.

Die Experten machen mangelnde Finanzierungen für den Katastrophenschutz für das Desaster verantwortlich. Zu lang habe sich die Politik in Italien nicht um die Umwelt und um den Kampf gegen Bausünder gekümmert. Das seien jetzt die Resultate.