Hochwasser von

Was kommt nach der Flut?

Welche finanzielle Hilfe die Opfer erwartet und wie man ein Haus wieder trocken legt

Hochwasser - Was kommt nach der Flut? © Bild: APA/EPA/EXPA/ JUERGEN FEICHTER

Das Hochwasser hat in Österreich eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Hunderte Häuser sind beschädigt oder zerstört worden. Die betroffenen Bewohner richten ihre ganze Kraft nun auf den Wiederaufbau. Doch welche finanzielle Hilfe können die Hochwasser-Opfer erwarten? "Die Haushalts- und Eigenheimversicherungen decken jeweils im Rahmen der Grunddeckung, je nach Versicherungsanstalt, einen Schaden zwischen 3.000 und 7.000 Euro ab", sagt Kurt Benesch, Geschäftsführer im Allianz Kundenservice.

THEMEN:

Dabei wird sowohl das Gebäude als auch der Wohnungsinhalt versichert. Diese Versicherungssumme könne jedoch freiwillig angehoben werden. Möglich sei eine Aufstockung der Grunddeckung auf bis zu 100.000 Euro, berichtet Benesch. Eine weitere spezielle Versicherungsvariante sei, 50 Prozent vom Wert des Hauses und des Wohnungsinhaltes zu versichern. Ein Eigentümer mit einem Haus im Wert von 300.000 Euro würde somit im Ernstfall bis zu 150.000 Euro von der Versicherung erhalten. Dementsprechend hoch ist allerdings auch der zu leistende Beitrag. "Für diese Erweiterung zahlt der Kunde bis zu 30 Prozent mehr als für die normale Grunddeckung", erklärt Benesch.

Rund 90 Prozent aller Versicherungsfälle hätten jedoch nur die Grundabdeckung.

Schnelle Hilfe für versicherte Opfer

Angesichts der Hochwasserkatastrophe seien alle Versicherungen bemüht die Summe den Opfern so rasch wie möglich zukommen zu lassen, so der Geschäftsführer. Über 200 Mitarbeiter der Allianz seien derzeit im Einsatz. Via Hotline (Schadenhotline 05 9009 9009) ist die Versicherung rund um die Uhr erreichbar. Bisher hätten sich allein bei der Allianz über 2.000 Betroffene gemeldet. "Man muss aber warten, bis das Wasser zurückgegangen ist, erst dann kann der gesamte Schaden ermittelt werden", teilt der Versicherungsexperte mit. Wichtig sei für die Betroffenen außerdem, viele Fotos zu machen, um das Ausmaß der Zerstörung zu dokumentieren.

Problemfall "rote Zone"

Nicht alle Hochwasser-Opfer dürfen aber mit der Hilfe von Versicherungsanstalten rechnen. Steht das Haus in einer Risikozone, einem HQ-30-Bereich (30-jährliches Hochwasserereignis, rote Gefahrenzone Anm. der Red.) , könne nur eine Grunddeckung erfolgen, sagt Benesch. Obwohl das Bauen in der roten Zone prinzipiell verboten und in der gelben Gefahrenzone (HQ-100-Bereich, 100-jährliches Hochwasserereignis) nur unter Auflagen erfolgen darf, stehen laut Umweltministerium österreichweit 400.000 Gebäude in diesen Zonen.

Gelder aus öffentlicher Hand

Die Hochwasser-Opfer in den Risikozonen dürfen aber, so wie alle anderen Betroffenen auch, auf Gelder aus dem Katastrophenfonds hoffen. Das Finanzministerium hat den Betroffenen bereits eine rasche und unbürokratische Hilfe zugesagt. Auch die EU will einige Millionen beisteuern. Für 2013 ist der Katastrophenfonds mit und 374 Mio. Euro dotiert, 259 Millionen Euro stehen davon noch zur Verfügung. Die Regierung will jedoch aufstocken, sollte das Geld nicht reichen.

Betroffene (Privatpersonen und private Betriebe) können einen Antrag auf Hilfsgelder des Fonds stellen. Die Formulare liegen beim jeweiligen Gemeindeamt auf. Eingebracht werden sollte der Antrag spätestens sechs Monate nach Eintritt des Schadens. Die Landesregierung entscheidet anschließend über eine Auszahlung. Laut Finanzministerium ist in der Regel mit einer Hilfe von rund 20 bis 30 Prozent, in Härtefällen bis zu 80 Prozent des Schadens zu rechnen. Dabei deckt die Hilfe nur die "Wiederherstellung entsprechend dem Zustand eines beschädigten Gebäudes/Gutes vor der Katastrophe ab. Kosten, die über den Zeitwert der zerstörten Gebäude oder Güter hinausgehen, werden daher nicht ersetzt", heißt es in den Richtlinien.

Haus trocken legen

Viele Häuser sind durch das Hochwasser zwar nicht zerstört, aber durch die Fluten beschädigt worden. Sind die Hausmauern bereits durchweicht, raten Experten davon ab, die Oberfläche zu sanieren. Zuerst muss die durchnässte Fassade ab. Dann helfen bei dünneren Mauern Entfeuchtungsgeräte und Gebläse. Im schlimmsten Fall müssen spezielle Heizstäbe in die Mauer eingelassen werden. Diese legen die Mauer dann, je nach Wasserschaden, in wenigen Wochen trocken.

Um Schimmelbildung zu vermeiden sollten die Mauern unbedingt vor einer Sanierung trocken gelegt werden. Das gleich gilt für aufgeweichte Böden. Bei einem Estrich, der meistens über eine Dämmschicht verfügt, erfolgt die Trockenlegung durch Bohrungen und das Hineinblasen von Luft. Wer zu wenig in die Trockenlegung investiert, könnte später vor einem gewaltigen Schimmelproblem stehen, so Experten.

Kommentare

Wo liegen Prioritäten in OOE?

In 20 Jahre sind 20 Millionen Euro verpuft an Berufsprotestierer gegen Atomenergie die man in Österreich nicht hat. Aber Hochwasserschutz ist zu teuer . . . . .

was ich hier nicht versteh-wer baut irgendwo ein haus, bei dem er nur 50% versicherungsschutz vom wert erhält-sind die grundstücke in den gebieten so billig? wieso bauen die wieder auf? wieso soll der staat dafür zahlen?
die einzelschicksale sind fürchterlich, aber wer erteilt denn eine baugenehmigung in gebieten, die irgendwann überflutet werden?

christian95 melden

Nun ist die Zeit gekommen über die Kosten zu sprechen. Spindelegger & Co haben ihre "Hilflosigkeit" überspielen wollen, da sie bereits VOR der Flut über die Aufstockung des Katastrophenfons gesprochen haben.
(Von hochbezahlten Regierungsmitgliedern darf man sich erwarten, dass die den Bürgern, vom Heer bis zu den Feuerwehren, rasch Hilfe zukommen lassen. Die Kosten kommen ganz zum Schluß)

christian95 melden

Was kann z.B. das tiefrote Wien (oder Krems) was alle anderen nicht schaffen?
Als man in den 70ern den Hochwasserschutz in Wien ausgebaut hat, war die ÖVP dagegen und sprach von Geldverschwendung. Von Häupl können Pröll, Pühringer & Co über Hochwasserschutz noch viel lernen!

Elcordes melden

Vom Geld verschwenden verstehen Sie viel der Faymann und Co. Siehe Griechenland etc. Jetzt wo es um das eigene Volk geht haben sie die Hosen gestrichen voll.

christian95 melden

Wahltag ist Zahltag!
So lange wir immer wieder (seit 1945) Faymann (SPÖ) , Spindelegger (ÖVP) wählen, darf man sich nicht wundern wenn sich nichts ändert. SPÖ+ÖVP verhalten sich so als ob ihnen ganz Österreich gehören würde.
Für die Banken und Griechenland & Co sind 100e Mrd. vorhanden - bei den eigenen Bürgern wird gespart...

Seite 1 von 1