Hochwasser von

Es bleibt der Dreck

Experte: Auswirkungen durch Verschmutzungen noch nicht abschätzbar

Aufräumarbeiten in Ottensheim, Bezirk Urfahr-Umgebung © Bild: APA/Rubra

Es wird wohl relativ lange dauern, bis die Donau kein Hochwasser mehr führt. Denn wie schnell das Wasser abläuft, hängt vor allem auch von der Größe des Flusses ab, erläuterte der Wasserbauer Helmut Habersack von der Universität für Bodenkultur in Wien.

Abgesehen davon, bleibt die Aufnahmefähigkeit des Bodens in den nächsten Wochen ein Thema. Man könne sich nicht sicher sein, dass ein 100-jährliches Ereignis nur alle 100 Jahre wiederkehrt. "1965, 1966 hatten wir drei 100-jährliche Ereignisse in einem Jahr", erläuterte der Forscher.

Habersack konstatierte, dass die Auswirkungen des Hochwassers wohl etwas weniger schlimm seien, weil viele Maßnahmen nach der Katastrophe 2002 gegriffen haben dürften. Dennoch gibt es dem Experten zufolge Probleme, die auch nach dem großen Hochwasser 2002 nicht restlos beseitigt wurden: Öltanks in Privathäusern etwa. "Da hat sich seit 2002 zu wenig verändert", sagte Habersack.

Gefahr für Trinkwasser

Noch nicht allzu viel kann man dem Experten zufolge über die Folgen der Überschwemmungen für Trink- und Abwasser sagen. "Man muss abwarten, bis das Wasser weg ist", so Habersack. Auch für eine Bewertung der Schutzmaßnahmen ist es noch zu früh. Man müsse abwarten, was passiert sei, welche Maßnahmen gegriffen hätten.

Habersack plädierte dafür, "den Weg von 2002 konsequent weiterzugehen". Es sei aber wichtig, das Verhältnis zwischen technischem und natürlichen Schutzmaßnahmen im Auge zu behalten. "Viele Überflutungsflächen sind verloren gegangen", gab der Forscher zu bedenken, nicht zuletzt wegen des Ausbaus wirtschaftlicher Nutzflächen. Deshalb benötige man mehr technischen Schutz, dessen Kapazitäten allerdings begrenzt seien.

Verbauung und Klimawandel machen es schlimmer

Eine zweite Baustelle sei die Eigenvorsorge: "Wie kann ich mich schützen? Da ist schon noch einiges zu tun", konstatierte Habersack.

Das Risiko, dass solche Katastrophen öfters auftauchen, dürfte im Steigen begriffen sein. Das könnte unter anderem am Klimawandel liegen, Habersack zufolge aber nicht nur: "Parallel zum Klimawandel scheint es einen mindestens genauso großen Einfluss durch Änderungen an der Erdoberfläche zu geben, die wir selbst vornehmen", erklärte der Experte. Das beginne bei der Verbauung der Täler durch Einkaufszentren, Straßen und Häuser. Hier sei mehr Forschung notwendig.

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