Hochwasser von

Katastrophenalarm in Regensburg

Wasserstand so hoch wie seit 130 Jahren nicht mehr. Entspannung dafür in Passau.

Hochwasser im Zentrum von Passau © Bild: APA/EPA/Kneffel

einigen Regionen Mitteleuropas haben die Aufräumungsarbeiten begonnen, andere kämpfen gegen die Wassermassen und vielen steht das Schlimmste noch bevor: Das Hochwasser in Mitteleuropa verlagert sich Richtung Osten und Norden und wird in den kommenden Tagen vermutlich noch zahlreiche Landstriche überfluten.


Im Süden Bayerns gehen die Pegel der Flüsse zurück. In Passau stand das Wasser nach wie vor hoch in den Straßen. Mit 11,50 Metern lag der Pegelstand der Donau am Vormittag deutlich unter dem Höchststand vom Montagabend, als 12,89 Meter gemessen wurden. Unterdessen stieg das Donauwasser im etwa 100 Kilometer weiter nördlichen Regensburg. Dort wurde eine Donauwelle mit einer Höhe von etwa 6,80 Metern in der Altstadt erwartet - so hoch stand das Wasser seit mehr als 130 Jahren nicht mehr. Die Flutwelle wird dann Richtung Passau fließen.


Im Osten Deutschlands werden in Erwartung der großen Flut Schutzmaßnahmen entlang der Flüsse getroffen. Im Bundesland Sachsen rechnet man mit dem Höchststand der Elbe, die die Wassermassen der Moldau mitbringt, die Teile von Prag überflutet hat. Im Nordwesten Tschechiens wurden mehrere Wohngebiete evakuiert. In der Industriestand Usti (Aussig) wurde für Mittwoch ein Pegelstand erwartet, der nur einen knappen Meter unter dem des Jahrhunderthochwassers von 2002 liegt.

Prüfungen an bayerischen Schulen ausgefallen

Hochwasser als Matura-Hindernis: An dutzenden Schulen in den von Überschwemmungen betroffenen bayerischen Gebieten sind in dieser Woche die Abitur-Prüfungen ausgefallen. An Berufs-und Fachoberschulen in und um Passau und Rosenheim sowie den Landkreisen Traunstein und Erding konnten die Deutsch-Prüfungen am Montag nicht geschrieben werden, wie das bayerische Kultusministerium am Dienstag mitteilte.

Sie sollen aber am Mittwoch aber - mit anderen Aufgaben aus den gleichen Fachgebieten - nachgeholt werden. An Gymnasien in einigen betroffenen Gebieten konnten die mündlichen Prüfungen nicht stattfinden. Das soll aber nach Ministeriumsangaben noch bis zum Ende kommender Woche nachgeholt werden.

Osten Deutschlands gefährdet


Im deutschen Bundesland Thüringen verschärfte sich die Situation im kleinen Ort Ziegenrück extrem: Aus einer Talsperre müssten etwa 200 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abgelassen werden, die Talsperre drohe sonst überzulaufen. Auch Sachsen-Anhalt stellte sich auf extremes Elbe-Hochwasser ein. Nach derzeitigen Prognosen wird am Pegel Strombrücke in Magdeburg am Donnerstag die Marke von 6,90 Metern erreicht. Normal sind knapp zwei Meter. 30.000 Sandsäcke zur Sicherung von Deichen und zum Errichten von Wällen wurden bereits gefüllt und 22.000 verbaut. Treten die Prognosen ein, wird Magdeburg mit noch größeren Wassermassen zu kämpfen haben als zur verheerenden Flut vor elf Jahren.

In Niedersachsen stellten sich die Behörden darauf ein, dass ein Rekord-Hochwasser in den kommenden Tagen die Pegelstände von 2002 an der Elbe übertreffen könnte. In Sachsen kämpften die Helfer ebenso gegen weiter steigende Wassermassen. Am Dresdener Elbepegel wurden am Dienstagvormittag 7,37 Meter gemessen - normal sind etwa zwei Meter.

Hochwasser erreicht Bratislava am Donnerstag

Die Slowakei bereitet sich weiterhin fieberhaft auf die nahende Donau-Flutwelle aus Österreich vor, die laut jüngsten Prognosen höher als befürchtet sein könnte und erst Donnerstagnachmittag, einen halben Tag später als angenommen, eintreffen soll. Der Pegel der Donau steigt unaufhaltsam und hat in der Hauptstadt Bratislava bereits Dienstagvormittag mit 8,53 Metern die dritte Hochwasserstufe erreicht.

Der Krisenstab der slowakischen Donaumetropole hat angekündigt, Dienstagnachmittag den Krisenstand auszurufen. Einige Straßen und Uferteile der Hauptstadt wurden von der Polizei bereits gesperrt. Rund 1.000 Feuerwehrleute und über 300 Soldaten befinden sich in Bereitschaft. In Bratislava wurden insgesamt gut zwei Kilometer mobiler Dämme aufgerichtet. Das neue Hochwasser-Schutzsystem, dass erst 2011 für 32 Millionen Euro angeschafft wurde und einem Durchfluss von 13.500 Kubikmeter pro Sekunden standhalten sollte, wird allerdings erst beim Eintreffen der Scheitelwelle seinen realen Bewährungstest bestehen müssen. Der Donau-Pegel könnte bis zu 10,20 Meter erreichen.

Notstand in Teilen Ungarns

In Teilen Ungarns wurde der Katastrophen-Notstand ausgerufen. Die Scheitelwelle der Donau dürfte am Wochenende Budapest erreichen. In mehreren Orten entlang des Stroms begannen die Behörden mit Vorbereitungen zur Aufstellung mobiler Schutzdämme.

Kommentare