Hochwasser-Alarm in Europa: Lage in Passau beruhigt sich jetzt langsam wieder

Deutschland: Junge Familie aus dem Auto befreit Tschechischer Bub ist im Hochwasser ertrunken<br>DURCHKLICKEN: Erste Flüsse treten über die Ufer!

Die Hochwasserlage in Passau hat sich wieder entspannt. In der Nacht war in der Drei-Flüsse-Stadt die Donau über die Ufer getreten, doch die Pegel fielen wieder unter den Höchststand von 8,90 Meter, wie ein Sprecher der Stadt mitteilte. Mehrere Straßen in Ufernähe und der in der Vergangenheit regelmäßig von Hochwasser heimgesuchten Altstadt mussten gesperrt werden. Geschäftsleute sicherten ihre Türen und Fenster mit Sandsäcken und räumten ihre Geschäfte aus.

"Wir hatten schon am Abend zuvor entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen", erklärte ein Sprecher der Stadt. So seien zahlreiche Sandsackbarrieren und provisorische Fußgänger-Stege aufgebaut worden. "Die Bevölkerung und die Einsatzkräfte sind inzwischen auf solch mittelschwere Hochwasser eingespielt", fügte der Sprecher hinzu. Dennoch seien mehrere Keller voll gelaufen. Vor allem der Inn habe wegen des Tauwetters starke Wassermassen in die bereits hohe Donau fließen lassen. Im Stadtgebiet mussten auch zwei Bundesstraßen wegen Überschwemmungen gesperrt werden.

Im Landkreis Deggendorf musste die Feuerwehr am Dienstagabend gegen 20.45 Uhr eine junge Familie mit Kind aus einem Auto befreien, dass auf einer überfluteten Landstraße bei Offenberg in den Wassermassen stecken geblieben war. Die Feuerwehrmänner hätten das Fahrzeug aus dem Wasser ziehen können, erklärte ein Polizeisprecher.

Tschechischer Bub ertrunken
In Tschechien ist durch die landesweiten Überschwemmungen ein Kind ums Leben gekommen. In der Nähe der mährischen Stadt Trebic sei ein fünfjähriger Bub in einen Hochwasser führenden Fluss gefallen und ertrunken, berichteten Rundfunkstationen. Im Raum Nymburk (Mittelböhmen) am Oberlauf der Elbe musste ein Dorf mit mehreren 100 Einwohnern evakuiert werden.

Am tschechischen Unterlauf der Elbe bei Usti nad Labem (Aussig) nahe der Grenze zu Sachsen gilt die oberste Stufe der Hochwasserwarnung. Chemie-Werke entlang des Flusses stellten die Produktion teilweise ein.

In Prag begann die Feuerwehr entlang der Moldau mit der Montage von Hochwasserschutzwänden. Derzeit drohe aber keine verheerende Flut wie 2002, sagte Oberbürgermeister Pavel Bem. Der Zoo der tschechischen Hauptstadt bereitete sich darauf vor, Tiere aus den tiefer gelegenen Käfigen in sichere Bereiche des Parks zu bringen. Vor allem in Südböhmen und in Mähren wurden Gärten und Keller überspült. Die Meteorologen rechnen in Tschechien bis einschließlich Sonntag mit Überschwemmungen.

Kind im Hochwasser ertrunken
Das Hochwasser in Deutschland forderte ein erstes Todesopfer. In Baden-Württemberg ertrank am Montagabend ein dreijähriger Bub, der beim Spielen in einen Hochwasser führenden Fluss gefallen war. Der Dreijährige war von den Eltern als vermisst gemeldet worden. Rund 250 Helfer hatten sich an der Suche mit Hubschraubern, Hunden und Tauchern beteiligt. Ein Taucher entdeckte die Leiche des Kindes schließlich im Fluss, nur 500 Meter vom Elternhaus im südbadischen Teningen entfernt.

(apa/red)