Überschwemmungen von

Hochwasser: Aktuelle Situation

Mehrere Kraftwerke abgeschaltet. Bundesheer stand mit 400 Mann im Einsatz

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    Eine Frau bei Aufräumungsarbeiten in Hüttau

  • Hochwasser: Aufräumarbeiten nach der Flut.
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    Im Salzburger Ort Hüttau hat die Flut eine Spur der Zerstörung hinterlassen.

Das Hochwasser hält Österreich auch am zweiten Tag nach der weiter in Atem. Am zweiten Tag nach dem Einsetzen der Flutkatastrophe ist auch Wien von Überflutungen betroffen. Die Kraftwerke Ybbs-Persenbeug, Melk, Greifenstein und auch Wien-Freudenau sind ganz abgeschaltet, in den übrigen Donaukraftwerken arbeiten zumindest einzelne Turbinen zeitweise.

»18:35: Bundesheer mit 400 Mann im Assistenzeinsatz«

Das Bundesheer ist am Dienstag in Niederösterreich mit etwa 400 Mann im Hochwasser-Assistenzeinsatz gestanden. Nach Angaben des Militärkommandos sind Soldaten in die Wachau, in den Bezirk Amstetten und nach Korneuburg entsandt worden.

Die Bundesheerkräfte waren insbesondere für Evakuierungen und zur Dammverstärkung im Hochwasserschutz eingesetzt. In Korneuburg wurden durch einen Assistenzzug ein Durchlass der Autobahn und eines Bahndammes gesichert, so das Militärkommando NÖ.

»18:15: Steuerfreies Spenden«

Anlässlich der Hochwasserkatastrophe in Österreich verweist das Finanzministerium in einer Aussendung auf die bestehenden steuerlichen Erleichterungen und Befreiungen für Betroffene und Spender hin.

So sind etwa freiwillige Zuwendungen und Spenden zur Beseitigung von Katastrophenschäden beim Empfänger steuerfrei. Geldspenden aus dem Betriebs- und Privatvermögen an die freiwillige Feuerwehr sind als Betriebsausgaben steuerabzugsfähig.

»17:35: Wachau muss weiter zittern«

Erst in den Nachtstunden wird nach Angaben des Hydrografischen Dienstes des Landes Niederösterreich der Hochwasser-Scheitel in der Wachau erwartet. Der Donau-Pegel steige "schleichend", hieß es am Nachmittag auf APA-Anfrage.

Gegen 17.00 Uhr wurden in Kienstock 10,69 Meter gemessen. Die Prognose für "Mitternacht bis frühe Morgenstunden" lautete unverändert auf 10,90 Meter. Das wäre ein ähnlicher Wert wie beim August- Hochwasser 2002. Laut den Aufzeichnungen des Hydrografischen Dienstes wurden damals beim Pegel Kienstock 10,93 Meter gemessen.

»17.25: Brenner-Bahnstrecke wieder befahrbar«

Die Brenner-Bahnstrecke soll um 18.00 wieder für Personenzüge freigegeben werden. Der Verkehr wird zunächst eingleisig möglich sein. Das gaben die ÖBB bekannt. Die Strecke war nach einem Murenabgang und einer Zugsentgleisung in der Nacht auf Montag gesperrt. Seither wurden etwa 1.400 Quadratmeter Anbruchsflächen mit bis zu 300 Ankern gesichert, durchnässte Erde abgetragen und neu aufgetretene Wasserquellen in bestehende Gerinne abgeleitet, so die Bahn in einer Aussendung.

»17.25: Melk: Autobahn Salzburg-München bald frei«

Die Autobahn Salzburg-München (A8), die wegen Überschwemmungen an der Anschlussstelle Grabenstätt (Landkreis Traunstein) unterbrochen ist, soll in diesem Abschnitt am Mittwoch wieder freigegeben werden. Der Verkehr soll zunächst einspurig möglich sein.

»17.20: Melk: 200 Hochwasser-Opfer«

Im teilweise überfluteten niederösterreichischen Melk sind etwa 70 Häuser und 200 Menschen direkt betroffen, 25 Personen mussten evakuiert werden. Diese Zwischenbilanz hat die Feuerwehr der Stadt gezogen, die seit Dienstag selbst ein Opfer der Überschwemmungen ist. Das Haus in der Pionierstraße wurde unter Wasser gesetzt. Die FF Melk sei dennoch "voll handlungsfähig", hieß es in einer Aussendung.

»16.45: Firmen helfen mit Gratisbier «

Die aktuelle Hochwasserkatastrophe in großen Teilen Österreichs ruft auch Unternehmen mit Ideen zur Unterstützung von Flutopfern auf den Plan. So bietet die Brau Union Österreich betroffenen Gastronomen 150 Liter Getränke kostenlos an - Bier oder alkoholfreies Bier, Radler sowie Pago oder Gasteiner können von den zuständigen Verkäufern angefordert werden. Die Wirte sollen damit speziell Hilfskräfte versorgen, auch Feuerwehren und Bundesheer können von diesem Angebot Gebrauch machen.

NEWS.AT sucht Betroffene: Fotos, Videos und Erlebnisse können hier upgeloadet werden! Oder per E-Mail abgeschickt werden:

»16.40: OÖ: Pegelstände rückläufig«

Die Pegelstände im von der Flutkatastrophe betroffenen Oberösterreich sind Dienstagnachmittag zurückgegangen. Einzig Grein war weiter eine "Zitterpartie", sagte ein Mitarbeiter des Hydrografischen Dienstes des Landes. Kurz vor 16.00 Uhr wurden dort 14,63 nach 14,40 Metern am Vormittag gemessen. "Die Kurve ist flacher, es wird trotzdem knapp", sagte der Experte.

»15.55: Wien: Sorge um Schaulustige«

Wiener Lokalmeile Copa Cagrana wurde - wie bei starkem Hochwasser üblich - von den Fluten der Neuen Donau überschwemmt. Zum diesem Problem kommt aber ein weiteres, nämlich "hunderte Schaulustige", wie Pächter Norbert Weber am Dienstag beklagte: "Die Leute fladern alles, nehmen zum Beispiel die Sessel mit, die wir ausgeräumt haben." Weber hat nun Mitarbeiter abgestellt, die die Leute darauf hinweisen, dass das Mobiliar nicht zur freien Entnahme ist. Die betroffenen Lokale wurden laut dem Pächter schon vor Tagen geräumt, da die Copa Cagrana im Überschwemmungsgebiet liegt.

»15.45: 400.000 Gebäude in Gefahrenzone «

Für ganz Österreich gilt ein Gefahrenzonenplan: Rote und gelbe Zonen signalisieren Hochwasser- Lawinen- und Murengefährdete Regionen, in denen nicht oder nur mit Auflage gebaut werden darf. Doch diese Gefahrenzonenpläne existieren zum Teil nur auf dem Papier. Denn laut Umweltministerium stehen österreichweit 400.000 Gebäude in diesen Zonen. "Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Altlasten", sagte Gerhard Mannsberger, Leiter der Sektion Forst im Umweltministerium.

»15.20: Jäger mit Boot gekentert«

Dramatische Szenen haben sich am Dienstagnachmittag auf der Donau bei Wallsee (Bezirk Amstetten) abgespielt. Laut Feuerwehrsprecher Franz Resperger waren Jäger und Feuerwehrleute mit einem Boot gekentert. Das Quintett wurde in einem Einsatz zu Wasser und aus der Luft geborgen. Ein Feuerwehrmann am Ufer habe den Unfall beobachtet und Alarm geschlagen. Die Männer seien unverletzt, aber vermutlich unterkühlt.

»14.45: Evakuierung in Korneuburg«

In Korneuburg sind am Dienstag neuerlich mehrere Menschen vor dem Hochwasser der Donau in Sicherheit gebracht worden. Die örtliche Feuerwehr rückte mit Booten aus. "Mehrere Personen im Gefahrenbereich weigern sich immer noch, ihre Gebäude zu verlassen", hieß es außerdem in einer Aussendung.

Laut FF Korneuburg wurden am Dienstag kurz nach 11.00 Uhr zunächst "sechs Personen von drei Einsatzstellen im Strömungsbereich in Sicherheit gebracht". Zwei Stunden später mussten auf Anordnung der Polizei drei weitere Menschen - samt acht Katzen - per Boot gerettet werden.

»14.30: OÖ: Weiter schulfrei«

Die oberösterreichischen Schüler sind weiterhin entschuldigt, wenn ihr Schulweg unterbrochen oder zu gefährlich ist. Das teilte der Landesschulrat am Dienstag mit. Etliche Kinder und Jugendliche haben bisher davon Gebrauch gemacht, auch einige Lehrer konnten hochwasserbedingt nicht zum Unterricht erscheinen. In den am stärksten betroffenen Gebieten waren am Dienstag zahlreiche Schulen nach wie vor zu.

»14.25: Krems-Stein ist gerüstet«

Der Hochwasserschutz in Krems-Stein ist laut Bezirksfeuerwehrkommando auf den Höhepunkt der Flut vorbereitet, der am Dienstagnachmittag erreicht werden soll. Der hohe Wasserstand werde bis in die Nachtstunden konstant bleiben. Die Schutzwand werde laufend kontrolliert. "Kleine Wasserdurchtritte stellen keine Gefahr dar, dieses Wasser wird von den Pumpwerken weggepumpt."

»14.20: Investitionen in Schutzmaßnahmen «

Das verheerende Hochwasser im August 2002 hat laut Lebensministerium eine Vielzahl an Schutzmaßnahmen zur Folge gehabt. Wie Umweltminister Nikolaus Berlakovich mitteilt, wurden in den vergangenen zehn Jahren 1,8 Milliarden Euro in den "Schutz vor Naturgefahren" investiert. Allein seit 2008 seien rund 7.400 Projekte umgesetzt worden.

»13.50: 12,89 Meter - Rekord-Pegel in Passau«

Manche Passauer sprechen bereits von einem Jahrtausend-Hochwasser: An der Donau in der Drei-Flüsse-Stadt Passau wurde am Montagabend der höchste Pegelstand gegen 21.00 Uhr mit 12,89 Metern erreicht, wie das Bayerische Landesamt für Umwelt in Augsburg am Dienstag berichtete.

»13.30: Aufräumarbeiten in Salzburg«

Im Bundesland Salzburg hat sich die Situation am Dienstag weiter entspannt, Regen am Montagnachmittag und in der Nacht haben keine weiteren Schäden verursacht. Seit Tagesanbruch waren erneut Hundertschaften von Einsatzkräften mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Vom Normalzustand waren die betroffenen Gebiete nach den sintflutartigen Regenfällen aber noch weit entfernt. Die Pegel der Flüsse fielen weiter, von den völlig durchfeuchteten Hängen und den verklausten Wildwassersperren ging aber weiter Gefahr aus.

»12.37: Wachau-Höchststand für 16 Uhr erwartet«

Der Donau-Höchststand in der Wachau werde "ab 16.00 Uhr" erwartet, teilte der Hydrografische Dienst des Landes Niederösterreich Dienstagmittag auf APA-Anfrage mit. Der prognostizierte Wert beim Pegel Kienstock liege bei "10,80 bis 10,90 Metern" und damit vermutlich knapp unter jenem des August-Hochwassers 2002. Damals waren 10,90 Meter gemessen worden.

»12.35: Kraftwerke stehen still«

Die Anlage Aschach ist das einzige heimische Donaukraftwerk, das vollständig in Betrieb ist. Ybbs-Persenbeug, Melk, Greifenstein und auch bereits Wien-Freudenau sind ganz abgeschaltet, in den übrigen Donaukraftwerken arbeiten zumindest einzelne Turbinen zeitweise. Für die Stromversorgung insgesamt sei dies aber kein Problem, da Speicher- und Wärmekraftwerke hier kompensieren könnten.

»12.30: Erste Überflutungen in Wien«

Die Wassermassen haben nun auch Wien erreicht - wo der Pegelstand der Donau stetig steigt: Laut einer Aussendung der zuständigen Umweltstadträtin Ulli Sima und der Wiener Gewässerabteilung MA 45 am Dienstagvormittag liegt der für Wien relevante Donau-Pegel Korneuburg derzeit bei 7,71 Meter bzw. bei einer Durchflussmenge von 10.000 Kubikmeter pro Sekunde.

Der Höchststand sei aber laut Prognosen noch nicht erreicht. Die MA 45 rechnet daher damit, dass die Werte der Flut von 2002 in den nächsten 24 bis 48 Stunden überschritten werden. Die Häfen Lobau und Albern sowie die Copa Cagrana und die Sunken City an der Neuen Donau stehen bereits unter Wasser.

»12.30: Ebensee im Ausnahmezustand«

Katastrophale Zustände herrschten am Dienstag weiterhin in der Gemeinde Ebensee (Bezirk Gmunden) im oberösterreichischen Salzkammergut. Zwar sank der Pegel des Traunsees, 50 Häuser standen jedoch noch immer unter Wasser, zwei Ortsteile waren komplett von der Außenwelt abgeschnitten, ganze Straßen wurden weggeschwemmt. Das teilte die Feuerwehr Ebensee mit.

Besonders schlimm hatte es die Ortsteile Rindbach und Seewinkel erwischt. Sie waren von außen mit Autos nicht mehr erreichbar, da teilweise ganze Straßen weggeschwemmt wurden.

»12.20: Damm in Wallsee verstärkt«

In Wallsee (Bezirk Amstetten) musste am Dienstag der Damm an der Donau mit "Big Packs" verstärkt werden. Dazu kam ab den Mittagsstunden ein Black Hawk-Hubschrauber des Bundesheeres zum Einsatz, teilte Philipp Gutlederer vom Bezirksfeuerwehrkommando mit. Es gehe darum, die Stabilität des Dammes zu gewährleisten.

»12.10: Verkehr weiter massiv beeinträchtigt«

Während im Westen sukzessive immer mehr Straßen wieder freigegeben werden konnten, war am Dienstag in Ober-und Niederösterreich die Hochwassersituation weiterhin angespannt. Auch in Wien waren Straßen überflutet, informierte der ÖAMTC. Mit massiven Beeinträchtigungen war am Dienstag auch weiterhin im Bahnverkehr zu rechnen. Überblick über Sperren

»12.00: Essl Museum muss schließen«

Die sich verschärfende Hochwasser-Situation in Klosterneuburg hat das Essl Museum dazu veranlasst, aus Sicherheitsgründen heute geschlossen zu halten. Die für Dienstagabend angesetzte Eröffnung der Ausstellung "Besucher" von Tim Eitel, international gefeierter Vertreter der "Neuen Leipziger Schule" wurde abgesagt. Die Schau selbst werde zugänglich sein, sobald es möglich sei, die Vernissage soll am 18. Juni anlässlich der Eröffnung der Schau "Sommerbilder" nachgeholt werden, sagte Sammler Karlheinz Essl heute bei einem Pressegespräch, das im nahen Schömer-Haus stattfand.

»11.50: Salzburg: Straßen weiter blockiert«

Die Lage auf Salzburgs Straßen hat sich weiter normalisiert. Dennoch ist die Liste der Sperren immer noch relativ lang. Auch der Bahnverkehr ist weiterhin an mehreren wichtigen Stellen unterbrochen.

Die Pinzgauer Bundesstraße B311 bleibt zwischen Taxenbach und Bruck auf unbestimmte Zeit gesperrt, sagte Polizei-Sprecherin Irene Stauffer. Allerdings ist es seit Montagabend möglich, die Stelle zumindest zeitweise zu passieren. Wieder freigegeben wurde heute die Großglockner Hochalpenstraße, die auch als Ausweichroute für die nach einem Felssturz Mitte Mai noch länger gesperrte Verbindung über die Felbertauern Bundestrraße gilt.

»11.30: Aufräumen in Schärding«

Das große Aufräumen war in Schärding angesagt. Insgesamt 540 Personen - 250 Soldaten, 250 Feuerwehrleute und zahlreiche freiwillige Helfer - begannen damit, die Schäden zu beseitigen. Eine 90-Jährige, die am Montag wiederbelebt werden musste, war nach Auskunft des Spitals am Dienstag nach wie vor in kritischem Zustand. Sie lag auf der Intensivstation. Das Haus der betagten Frau war per Auto nicht mehr erreichbar gewesen, die Feuerwehr hatte die Retter mit einer Zille hingebracht.

»11.15: Evakuierungen im Mühlviertel«

Krisenstimmung herrschte angesichts des Hochwassers am Dienstag im Bezirk Urfahr-Umgebung im Mühlviertel: In Walding retteten sich Menschen vor den Fluten auf Hausdächer. Im nahegelegenen Feldkirchen mussten zahlreiche Gebäude evakuiert werden. Laut Auskunft der Feuerwehr waren rund 200 Personen betroffen. Ein Damm, der in Ottensheim Probleme bereitet hatte, konnte gesichert werden.

»11.00: Regierung will Katastrophenfond aufstocken«

Die Bundesregierung wird im Bedarfsfall die Mittel des Katastrophenfonds aufstocken, sollte dies in Folge des aktuellen Hochwassers notwendig sein. Der Katastrophenfonds sei "nicht limitiert" und könne aufgestockt werden, sagte Finanzministerin Maria Fekter vor Beginn des Ministerrats am Dienstag. Vizekanzler Michael Spindelegger pflichtete ihr bei, sagte aber, zunächst müsste das Schadensausmaß abgeklärt werden.

Im Osten Österreichs bleibt die Lage unterdessen weiterhin angespannt.

»10.30: Soforthilfe-Aktion in NÖ«

Die Wirtschaftskammer NÖ (WKNÖ) hat eine Soforthilfe-Aktion für Betriebe im Bundesland gestartet, die vom Hochwasser betroffen sind. Mit im Boot sind laut einer Aussendung vom Dienstag die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und die Wirtschaftskammer Österreich.

»09.30: Pegel in Wien steigt«

Die Feuerwehr ist auch in Wien in Alarmbereitschaft. Noch würden sich die Einsätze in Grenzen halten, doch rechne man mit Überschwemmungen im Bereich Alberner Hafen in Simmering, sagte Berufsfeuerwehrsprecher Christian Feiler. Dienstag früh gab es in der Bundeshauptstadt wenige Straßensperren, wie die der Ostautobahn und der Zufahrtsstraße zum Alberner Hafen. "Die Lage ist beobachtungswürdig", so Feiler.

In Niederösterreich sind unterdessen nach den tagelangen Regenfällen und dem daraus resultierenden Hochwasser viele Dämme inzwischen aufgeweicht, sagte Franz Resperger vom Landesfeuerwehrkommando am Dienstag. Die Schutzwälle stünden nicht nur unter Beobachtung, sondern würden inzwischen auch mit Tausenden Sandsäcken verstärkt.

»08.30: Wachau zittert«

Die Donau in Niederösterreich ist am Dienstag vor ihrem Höchststand. Laut Prognose sollte mit 10,90 Metern beim Pegel Kienstock in der Wachau am frühen Nachmittag der selbe Wert wie beim August-Hochwasser 2002 erreicht werden. Kurz nach 8.00 Uhr wurden der Homepage des Landes zufolge 10,62 Meter gemessen.

Einen "Hotspot" gab es seit den frühen Morgenstunden in der Gemeinde Mautern (Bezirk Krems). Dort war im Ortsteil Hundsheim vermutlich unter der Schutzwand Wasser eingedrungen, berichtete Matthias Fischer vom Landesfeuerwehrkommando. Eine Rohrdurchführung dürfte nachgegeben haben. Eine Kleingartensiedlung wurde überflutet. Die Feuerwehr musste mit Großpumpen ausrücken.

Dürnstein war laut Bezirkskommando Krems nur mehr per Bahn und für Einsatzfahrzeuge erreichbar. Die Trinkwasserversorgung in der Gemeinde wurde wegen des Hochwassers außer Betrieb genommen, sagte Fischer. An der Einmündung der Krems in die Donau wurde der Damm verstärkt und die Krone mit Sandsäcken erhöht. In Stein wurde von der Stadt Krems ein eigener Pegel eingerichtet, so Fischer weiter. Bei einem Stand von 9,20 Metern würden Evakuierungen vorgenommen. In der Früh wurden 8,93 Meter gemessen.

»08.40: Wasser steigt in Oberösterreich«

In Perg und Grein war der Pegelstand Dienstag früh immer noch steigend. Vor allem in Grein ist es eine Frage von Zentimetern, ob der Hochwasserschutz hält oder überschwappt wird.

In Goldwörth (Bezirk Urfahr-Umgebung) spitzte sich die Lage in der Nacht ebenfalls zu. Hier wurden Häuser evakuiert. Diejenigen, die blieben, wurden mit Hubschraubern oder Zillen versorgt. In Linz waren die Wasserstände in der Früh gleichbleibend, völlige Entwarnung wollten die Experten aber nicht geben. In der Landeshauptstadt standen nach wie vor Bereiche an der Donau unter Wasser, zahlreiche Verkehrsverbindungen waren gesperrt oder beeinträchtigt. In Schärding, das besonders stark betroffen ist, wurden am Dienstag sinkende Pegel verzeichnet.

»08.28: A4 in Wien gesperrt«

Wie die Asfinag mitteilte, ist die Dauer der Sperre noch nicht absehbar. An dieser Stelle ist der Donaukanal über die Ufer getreten. Erhebliche Staus im Frühverkehr waren die Folge.

Es wurde versucht, das Wasser mit Pumpen von der Fahrbahn zu entfernen. Asfinag, Polizei und Feuerwehr arbeiteten mit Hochdruck daran, die Unterführung so schnell wie möglich wieder freizugeben. Aufgrund der Sperre war die Abfahrt Richtung Zentrum (Schüttelstraße) nur über das Kreuzungsplateau Stadionbrücke möglich. Autofahrer sollten die möglichen Ausweichstrecken nutzen, die über die Überkopfanzeiger auf den umliegenden Strecken A23, A4 und A22 angezeigt werden.

Spenden für Hochwasser-Opfer

Aufgrund der für viele Menschen dramatischen Situation als Folge der heftigen Niederschläge in Österreich haben mehrere Organisationen Spendenkonten eingerichtet:

• Volkshilfe: PSK-Konto: 1 740 400, BLZ 60000, Kennwort: "Hochwasserhilfe". Auch online Spenden sind möglich: www.volkshilfe.at

• Diakonie. Gespendet werden kann online unter www.diakonie-katastrophenhilfe.at/spenden oder via Überweisung mit dem Kennwort "Hochwasser", PSK, Kontonummer 23 13 300, Bankleitzahl 60 000.

• Caritas: Spendenkonten der Erste Bank, Kontonummer 01234560, Bankleitzahl 20111 sowie das Spendenkonto der PSK, Kontonummer 7.700.004, Bankleitzahl 60.000. Das Kennwort ist "Katastrophenfonds Österreich". www.caritas.at

• HILFE IM EIGENEN LAND: Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien AG; Ktnr: 12.200.002, BLZ 32000, Verwendungszweck: Hochwasser; www.hilfeimeigenenland.at

Kommentare

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"08.40: Wasser steigt in Öberösterreich"
ist die Redaktion betrunken?

christian95 melden

Wir brauchen eine Regierung die endlich handelt und nicht immer etwas "will" oder "wollen".
Warum erhöhen sie nicht sofort den Katastrophenfond? Weil SPÖ+ÖVP damit wieder politisches Kleingeld wechseln wollen.

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christian95
ich bin auch dafür, dass sofort gehandelt wird und nicht ewig ein langes blödes geschwätz geführt wird. die werden wahrscheinlich erst noch prüfen müssen, wieviel sie locker machen können/wollen.
aber ich denke, dass ihr ständig ausgesprochener frust über manche parteien langsam etwas zuviel des guten ist.

manipura melden

Aufruf an alle Parteien:
Nicht nur groß reden, sondern auch handeln!
Die Parteien stellen die Erhöhung der Parteienförderung den Hochwasser-Betroffenen zur Verfügung!

christian95 melden

Genau so meine ich das auch! Seit Dienstag warnen Wetterdienste vor diesem Unwetter. Erst am Sonntag am Nachmittag (nachdem schon 1/2 Österreich unter Wasser steht) wird im Innenministerium ein Krisenstab gebildet; bei den Bundesländern wird darauf völlig verzichtet....
Für Banken und Schuldenländern sind rasch 1.000e Mrd. vorhanden, aber nicht für einen Hochwasserschutz...

christian95 melden

Bis heute schweigt der Oberbefehlshaber des Heeres (Bundespräsident), aber auch der Minister schickt nicht vorab das Heer in die gefährdete Regionen (sondern erst am Montag)
Haben wir wirklich allen Ebenen solche Dilettanten sitzen?

freud0815 melden

vor ca 20 jahren machte ich einen sehr grossen fehler-ich kaufte ein haus welches in einem 100 jahre flutplan eingezeichnet war. was ich an anschaffung für den grund zu sparen erhoffte, nahm die versicherung. vor 18 jahren hats mich dann erwischt und die versicherung zahlte mir 3 tage hotel und stellte mir dann für 1 tag eine echnung, da das wasser ja zurückgegangen war. wenn ich mir die bilder der betroffenen regionen ansehe, sieht es leider an einigen stellen aus, als würde das wasser begradigungen usw wiederholen-ich wünsch euch alles gute

Totentrompete melden

Christian95; Wenn es stimmt, dass das Bundesheer erst am Montag die ersten Soldaten entsandt hat, so ist dies einfach unerträglich. Am Sonntag war im Westen (gehört immerhin auch zu Österreich) das große Hochwasser und da sah man keine Soldaten. Nur Feuerwehr und Rotes Kreuz. Richtig ist: Im September ist der Zahltag für diese unfähigen Politiker.

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