Hochspannung vor Ski-Klassikern in Gröden:
Mario Scheiber in der Position des Gejagten

Wartet noch immer auf ersten Sieg im Weltcup Scheiber: "Man kann und soll Siege nicht erzwingen"

Vor einem Jahr hat Mario Scheiber bei den Weltcup-Rennen in Gröden sein persönliches Weihnachtsmärchen geschrieben. Mit den Rängen vier (Super-G) und zwei (Abfahrt) war der Osttiroler zweimal bester Österreicher, Scheiber war damit nach zahlreichen verletzungsbedingten und privaten Rückschlägen endgültig zurück in der Weltspitze angekommen. Gröden 2011 nimmt der 27-Jährige als einer der Topfavoriten in Angriff.

Hochspannung vor Ski-Klassikern in Gröden:
Mario Scheiber in der Position des Gejagten © Bild: GEPA

Scheiber hat in den bisher drei Speed-Rennen die Plätze 2, 4 und 5 belegt - mehr Punkte hat in den beiden schnellen Disziplinen bisher kein anderer geholt. Als Lohn dafür war er sogar als Gesamt-Weltcup-Leader aus Übersee heimgekehrt. Und das, obwohl Scheiber im Frühjahr durch einen Bandscheibenvorfall einmal mehr mit körperlichen Problemen zu kämpfen gehabt hatte.

"Der Saisonstart war sehr gut, mein Speed passt. Ich bin voll gerüstet", meinte Scheiber im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Die Gröden-Ergebnisse aus dem Vorjahr haben sogar Scheiber überrascht, denn eigentlich zählt die Saslong im Grödnertal nicht wirklich zu seinen Lieblingsstrecken. "Gröden ist eine coole Abfahrt, aber mir fehlt ein bisschen das Steilstück. So überwinden wie in Kitzbühel oder Bormio muss man sich nicht", erklärte Scheiber.

Warten auf ersten Sieg
Die Fragen nach dem ersten Weltcup-Sieg verfolgen den Heavy-Metal-Fan wie einst die Verletzungen (u.a. Kreuzbandriss, Knorpelschaden, Meniskusschaden, Schulterverletzung), schließlich war er mittlerweile im Weltcup nicht weniger als neunmal Zweiter sowie jeweils viermal Dritter und Vierter. "Ich hoffe natürlich, dass es bald passiert. Aber man soll und kann Siege nicht erzwingen. Man muss sich aufs Wesentliche konzentrieren, aufs Skifahren. Der Rest kommt von selbst."

In der ersten Saison-Abfahrt in Lake Louise war lediglich Michael Walchhofer ("Er ist einfach unser bester Abfahrer") schneller gewesen. Mit dem Rängen eins und zwei gaben die ÖSV-Abfahrer in Kanada eine klare Antwort auf die laute Kritik, die es nach einem sieglosen Winter gegeben hatte. "Das war schon eine Befreiung für uns alle", gestand Scheiber.

(apa/red)