Deutschland von

Hochrangige Merkel-
Mitarbeiterin ausspioniert

Cyber-Attacke auf Vertraute der Bundeskanzlerin - Verdacht auf Geheimdienste

Angela Merkel © Bild: APA/EPA/Julien Warnand

Eine Mitarbeiterin im Europareferat des deutschen Bundeskanzleramts und Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist Ziel einer Spionageattacke mit einem Computervirus geworden - doch der Angreifer bleibt im Dunkeln. Das IT-System des Amtes sei nicht infiziert worden, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz am Montag in Berlin. Es habe keine Gefahr bestanden.

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Es gebe auch keinen Anlass, die Vorkehrungen des deutschen Kanzleramts gegen Computerspionage grundsätzlich zu überdenken. Kanzleramt und Regierung hätten die Gefahren durch Cyber-Spionage im Blick. Details wollte die Sprecherin nicht nennen.

Der Urheber des Monate zurückliegenden Angriffs mit der schwer zu entdeckenden Software "Regin" konnte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) nicht nachverfolgt werden. Unklar ist auch, ob Dokumente abgefischt wurden. Entsprechende Untersuchungen der Sicherheitsbehörden blieben demnach erfolglos.

Geheimdienst-Angriff wahrscheinlich

"Regin" wird mit dem US-Geheimdienst NSA (National Security Agency) und seinem britischen Partner GCHQ (Government Communications Headquarters) in Verbindung gebracht. Nach dpa-Informationen wird in den Sicherheitsbehörden aber nicht ausgeschlossen, dass auch andere Geheimdienste mit weiterentwickelten Versionen arbeiten. Das Trojaner-Programm kann Sicherheitsexperten zufolge Aufnahmen vom Bildschirm machen, Passwörter stehlen, Datenverkehr überwachen und gelöschte Dateien wiederherstellen.

Im Jahr 2013 hatten Enthüllungen über das jahrelange Abhören des Mobiltelefons der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel durch die NSA für schwere Verstimmungen mit den USA gesorgt.

Die "Bild"-Zeitung berichtete am Montag, eine Referatsleiterin aus der Europapolitik-Abteilung habe ein Dokument - ein Redemanuskript zu Strategien der Europäischen Union - auf einem privaten USB-Stick mit nach Hause genommen. Dort habe sie auf ihrem Privatlaptop an dem Dokument weitergearbeitet und das Speichergerät wieder ins Kanzleramt mitgebracht. Als sie den Speicherstift in ihren Dienstlaptop steckte, habe dessen Viren-Scanner wegen "Regin" Alarm geschlagen.

Laufende Schulungen für Mitarbeiter

Wirtz wollte dieses "Angriffsmuster" nicht bestätigen. Auch zu dienstrechtlichen Folgen für die Mitarbeiterin, die möglicherweise gegen Sicherheitsvorschriften verstoßen hat, nahm sie keine Stellung. Es fänden im Kanzleramt immer wieder Unterrichtungen der Mitarbeiter statt, um für Datensicherheit zu sensibilisieren, sagte sie nur.

2013 hatte die Ausspähung Deutschlands durch US-Behörden für Empörung gesorgt. Der Ex-US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden brachte den Fall ins Rollen. Die US-Behörden wollen Snowden, der in Russland im politischen Asyl lebt, wegen Geheimnisverrats vor Gericht stellen.

Kommentare

higgs70
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Naja,wie sagt Merkel immer bei Vorwürfen Richtung USA: "Aber das sind doch unsere Freunde!"
Was sie dabei jedesmal vergisst, gerade die sucht man sich höchst kritisch aus, wenn man bei Verstand ist.

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Eigentlich ist eh schon alles egal. Denn nach CETA und TTIP kommt jetzt TISA und jetzt wird`s wirklich saftig.

higgs70
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Jawohl, alles einsteigen, die Höllenfahrt geht weiter!
(Über Nebenwirkungen und Folgekosten belügt Sie Ihr lokaler Politiker oder ein Betriebswirtschlieferl)

Und wo Lobbyisten ums goldene Kalb tanzen und alles andere den Bach runtergeht, dort liegts halt in seiner ganzen Pracht, das Europa der Konzerne.

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