"Hitzewelle" erfreut ganz Ostösterreich:
Temperaturen klettern auf 28-Grad-Marke

Südwestliche Strömungen mit Föhn bringen Wärme Abkühlung mit echtem Herbstbeginn am Wochenende

"Hitzewelle" erfreut ganz Ostösterreich:
Temperaturen klettern auf 28-Grad-Marke © Bild: APA/Gindl

Badewetter im Oktober: Österreich wird derzeit von einer seltenen herbstlichen "Hitzewelle" heimgesucht. Der heutige Tag geht - vorläufig - in die meteorologischen Geschichtsbücher ein: Mit 28,6 Grad wurde in Wien-Donaufeld sowie in Zwerndorf (NÖ) der höchste Oktoberwert seit 50 Jahren gemessen. In Großenzersdorf (NÖ) kletterte die Quecksilbersäule auf 28,5 Grad - so heiß war es in der Gemeinde am Ostrand von Wien überhaupt noch nie. Bereits am Dienstag wurde mit 27,9 Grad in Eisenstadt ein für diese Jahreszeit eindrucksvoller Temperaturstand erreicht.

Heute sind an vielen Stationen die Oktoberrekorde gefallen", berichtete Gerhard Hohenwarter von der ZAMG auf der Hohen Warte. Sommerhitze auch in der Wiener City, wo die Thermometer 28,5 Grad anzeigten. Über die 28-Grad-Marke stieg die Temperatur auch noch in Hohenau an der March (28,2).

Strömungen an Hitzewelle schuld
"Schuld" an der höchst sommerlichen Atmosphäre sind südwestliche Strömungen von der Adria und aus Spanien, die noch dazu Föhn "im Gepäck" haben, betonte Klimaexperte Gerhard Hohenwarter von der ZAMG in Wien. Doch schon am Wochenende kühlt es deutlich ab, der "echte" Herbst steht also schon in den Startlöchern.

Hohenwarter staunt zwar ebenfalls über die aktuelle Situation, wirklich überrascht ist er aber nicht. "Das ist für Oktober nicht ungewöhnlich. Aber wir sind jetzt am oberen Limit angelangt, was klimatologisch möglich ist. Anfang nächster Woche wird's definitiv herbstlich." Es sei zwar nicht gänzlich auszuschließen, dass danach die Temperaturen noch einmal in die Höhe schießen, aber wahrscheinlich ist es nicht. Trotzdem: Am 23. Oktober 1971 hatte es in Klagenfurt 26,3 Grad, am 16. Oktober 1987 in Salzburg 28 Grad.

Mildes alpines Wetter
Für das Badewetter mitentscheidend seien auch die milden Werte in den alpinen Regionen. So liegt etwa die Null-Grad-Grenze im Moment auf beachtlichen 3.800 Metern. Schon kommende Woche soll diese auf 2.000 Meter fallen. Bis dahin dürfen die Österreicher, vor allem jene im Osten des Landes, die Ärmel hochkrempeln und Sonnencreme auftragen. Mit Temperaturen deutlich jenseits der 25 Grad ist auch morgen, Donnerstag und möglicherweise auch am Freitag zu rechnen.

Bemerkenswert ist auch ein anderes Phänomen: es hat nämlich seit fast einem Monat kaum geregnet - und das wiederum vor allem in Ostösterreich. Die daraus resultierende Trockenheit ist laut Hohenwarter aber nicht gefährlich, können die Böden und die Wälder doch von einem überaus feuchten Sommer zehren. Außerdem kühlt es in den Nächten bereits spürbar ab, was zur Taubildung beiträgt. (apa/red)