Hitze in Frankreich: Bereits 22 Menschen tot, unter ihnen 15 Monate altes Kleinkind

Auch Kalifornien hat erste Hitze-Opfer zu beklagen

In Frankreich sind schon 22 Menschen der Hitze zum Opfer gefallen, unter ihnen ein 15 Monate altes Baby. Bis Mitte kommender Woche sei weiterhin mit Temperaturen zwischen 33 und 38 Grad im Osten und Südosten des Landes zu rechnen. In nahezu der Hälfte aller Departements gilt Hitzealarm. Auch andere europäische Staaten melden ebenso wie Kalifornien Hitze-Tote

Im Mittelmeer stiegen die Wassertemperaturen bei Marseille auf Spitzenwerte von 28 bis 30 Grad. Üblich sind hier sommerliche Wasser-Höchsttemperaturen von 24 oder 25 Grad.

In Spanien galt in sechs Regionen die höchste Alarmstufe. Im Süden der iberischen Halbinsel in der Städten Alicante und Murcia kletterte das Thermometer auf Werte von bis zu 40 Grad Celsius. Für vier Millionen besonders gefährdete, vor allem ältere Menschen traf Madrid besondere Schutzmaßnahmen.

Bisher neun Tote in Spanien
In Spanien sind bisher neun Menschen Opfer der Hitzewelle geworden. Nach Presseberichten vom Montag starben sie an einem Hitzschlag. Die hohen Temperaturen sollen noch bis Donnerstag anhalten.

Neben dem Festland sind besonders auch die Kanaren und Balearen betroffen. Auf Mallorca und den Kanaren, in der katalanischen Provinz Gerona sowie den autonomen Städten Ceuta und Melilla herrscht weiterhin Alarmstufe eins. Sie gilt auch für das nordspanische Saragossa, wo Temperaturen zwischen 36 und 38 Grad Celsius erwartet wurden.

Im Westen des Landes, nahe der Stadt Burgos, musste in der Nacht auf Montag ein Atomkraftwerk abgeschaltet werden. Das Wasser des Flusses Ebro, das zur Kühlung benutzt wird, war zu warm geworden. Außerdem war der Pegelstand zu stark gesunken.

Hitzewelle in Kalifornien: Mindestens vier Tote
Nicht nur in Mitteleuropa, auch im Südwesten der USA stöhnen die Bewohner über eine Hitzewelle. Bei Temperaturen um die 40 Grad starben in den vergangenen Tagen in Kalifornien mindestens vier Menschen an den Folgen. Bei sechs weiteren Todesfällen wurde untersucht, ob sie auf die Hitze zurückzuführen sind. Der Rekordwert von 48 Grad wurde am Samstag in Woodland Hills in der Nähe von Los Angeles gemessen.

In Stockton wurde am Sonntag ein Pflegeheim mit mehr als 100 Patienten evakuiert, nachdem die Klimaanlage ausgefallen war und zwei Heimbewohner wegen Hitzestress in eine Klinik eingeliefert werden mussten. Eine der beiden Personen starb nach Angaben der Polizei. Die Temperaturen in der Stadt lagen bei 46 Grad. Eine solch hohe Temperatur war in Stockton noch nie zuvor registriert worden.

In Elektrizitätswerken kam es wegen des hohen Stromverbrauchs zu Engpässen. Von einem Stromausfall am Sonntagnachmittag im Süden Kaliforniens waren mehr als 50.000 Haushalte und Betriebe betroffen. Auch im Nachbarstaat Arizona starben bei Rekordtemperaturen am Wochenende zwei Menschen vermutlich an den Folge der Hitze.

Sieben Ertrunkene in Italien an einem Tag
Besorgnis herrscht in Italien wegen zunehmender Todesfälle durch Ertrinken: Allein am gestrigen Sonntag sind sieben Menschen ertrunken, darunter ein zweijähriges Kind. In den vergangenen zwölf Monaten starben auf diese Weise in den italienischen Seen, Flüssen sowie in Schwimmbecken 450 Personen.

Die meisten tödlichen Badeunfälle werden in den Monaten Juni, Juli und August verzeichnet, berichteten Experten. Es gäbe einen offenbaren Zusammenhang zwischen den heißeren Sommern und der Unfallbilanz. Sogar Nichtschwimmer, die sich sonst nicht ins Wasser wagten, suchten Abkühlung.

80 Prozent der Ertrunkenen im vergangenen Jahr waren Männer. Die Hälfte der Opfer hatte gebadet, nachdem sie übermäßig Alkohol getrunken hatten. Am gefährlichsten sei das Baden in der Hitze um die Mittagszeit, sagten Experten.

Der italienische Konsumentenschutzverband Telefono Blu forderte die Gemeinden auf, an den Stränden mehr Bademeister mit Wasserscootern einzusetzen. Damit könnte in Not Geratenen schneller geholfen werden. Weiters wurden längere Arbeitszeiten für die Bademeister gefordert, um mehr Aufsicht an den italienischen Stränden zu gewährleisten.
(apa)